Abschiebeflug nach Bagdad gestartet: 43 Iraker verlassen Deutschland!
Am 22. Juli 2025 ist vom Flughafen Leipzig/Halle ein Abschiebeflug nach Bagdad gestartet. An Bord der Maschine befinden sich 43 irakische Staatsbürger. Diese Aktion wurde von der Regierung Thüringens federführend organisiert. Thüringens Justizministerin Meißner erklärte, dass es sich um ausreisepflichtige und alleinstehende Männer handelt, von denen einige strafrechtlich in Erscheinung getreten seien. Der Abflug erfolgte um 10:52 Uhr, nachdem er ursprünglich für 7 Uhr angesetzt war, jedoch auf den Vormittag verschoben wurde. Das Flugzeug, das von einer türkischen Airline gechartert wurde, landete bereits am Vortag am Flughafen Leipzig/Halle.
Im Jahr 2022 wurden nach Angaben des Innenministeriums insgesamt 816 Iraker aus Deutschland abgeschoben. Dabei wurden einige Irakische Staatsbürger zur Durchführung ihrer Asylverfahren in andere EU-Länder gebracht, während 615 Menschen direkt in den Irak zurückgeführt wurden. Zuletzt wurden am 17. Februar 2023 47 Personen von Hannover aus in den Irak abgeschoben.
Inhalt der Abschiebeflüge
Die heutige Abschiebung ist bereits der zweite Flug innerhalb einer Woche. Am vergangenen Freitag wurde ein weiterer Abschiebeflug nach Afghanistan vom gleichen Flughafen durchgeführt, bei dem 81 afghanische Straftäter nach Kabul gebracht wurden. Innenminister Dobrindt bezeichnete diese Gruppen als „schwere und schwerste Straftäter“ und betonte das berechtigte Interesse der Bürger an solchen Maßnahmen.
Die aktuelle Debatte über Abschiebeflüge wird auch von den Beratungen der EU-Innenminister in Kopenhagen zum Thema Migrations- und Sicherheitspolitik begleitet. Dabei stehen Rückführungen abgelehnter Asylbewerber im Fokus. Kritiker, darunter die Grünen, bezeichnen die Abschiebeflüge als „Symbolpolitik“ und fordern eine humanitäre Lösung der Problematik.
Die Bundesregierung hat umfangreiche Maßnahmen für weitere Abschiebeflüge, insbesondere nach Afghanistan, in Planung. Hierbei sind die afghanischen Konsular-Mitarbeiter, die erstmals seit der Machtübernahme der Taliban einreisen durften, entscheidend. Die derzeitige Vertretung in Deutschland wird von zuvor akkreditierten Personen geleitet, aber die Personaldecke ist dünn, was den Ablauf der Rückführungen erschwert.
Diese aktuelle Entwicklung zu den Abschiebungen ist nicht nur für die betroffenen Personen von Bedeutung, sondern wirft auch grundlegende Fragen über die Migrations- und Flüchtlingspolitik in Deutschland auf. Während die Regierung Maßnahmen zur Rückführung von Asylbewerbern intensiviert, bleibt die Diskussion um die humanitären Aspekte und die Behandlung dermaßen gefährdeter Menschen weiterhin aktuell.
Für weitere Details zu den Vorgängen beim Abschiebeflug nach Irak und weiteren Entwicklungen in der Migrationspolitik, verweisen wir auf die Berichterstattung von Deutschlandfunk und Tagesschau.



