In Leipzig macht sich Bewegung breit, und das nicht nur auf dem Asphalt. Am 29. April 2023 fand eine Ratsversammlung statt, die sich mit einem sehr wichtigen Thema beschäftigte: Barrierefreiheit und Stillmöglichkeiten in öffentlichen Einrichtungen. Stadträtin Anna-Lisa Möbius brachte das Fehlen von Stillbereichen in Bürgerbüros zur Sprache. Denn seien wir ehrlich, junge Mütter brauchen einen geschützten Ort, um ihre Babys in Ruhe zu stillen. Das ist kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit. Mütter haben immer wieder ihre Beschwerden geäußert und darauf hingewiesen, dass es an der Zeit sei, solche Rückzugsorte zu schaffen. Es ist ja kein Hochsicherheitslabor, wie Möbius treffend anmerkte.
Die Verwaltung hingegen hat Schwierigkeiten bei der Einrichtung dieser Stillbereiche betont. Man fragt sich, warum das so kompliziert sein sollte. Mitarbeiter*innen der Bürgerbüros haben zwar gelegentlich ihre Arbeitsplätze für Stillende zur Verfügung gestellt, das kann aber nicht die Lösung sein. Ein Antrag fordert daher eine Beachtung des Dilemmas zwischen dem Hunger der Babys und der Privatsphäre der Mütter. Es sollte einfach möglich sein, einen geschützten Raum zu schaffen, der sowohl die Aufenthaltsqualität verbessert als auch die Wertschätzung für Familien zeigt. In anderen Städten gibt es bereits einfache Stillbereiche, die mit minimalem Aufwand realisierbar sind.
Familienfreundliche Ansätze
Die Stadt plant, sukzessive Still- und Wickelzonen in den Bürgerbüros einzurichten. Es gibt bereits einige Standorte, die über solche Möglichkeiten verfügen, wie das Gohlis Center oder der Ratzelbogen. Sogar im Bürgerbüro Mitte in der Otto-Schill-Straße 2 wird aktuell geprüft, ob dort ein Stillbereich eingerichtet werden kann. Das klingt nach einem Schritt in die richtige Richtung, auch wenn nicht alle Bürgerbüros die passenden räumlichen Gegebenheiten bieten. Verwaltungsbürgermeister Uldrich Hörning hat das klar gemacht. Aber hey, es gibt da ja auch ein neues Konzept in der Mache, das die Prüfung von Stillbereichen umfasst. Ein Lichtblick!
Zusätzlich fordert SPD-Stadtrat Frank Franke mehr familienfreundliche Angebote im Wartebereich. Das klingt nach einer guten Idee! Auch eine bessere Beschilderung in den Bürgerbüros, die über die vorhandenen Angebote informiert, könnte helfen. Es gibt also Bewegung in der Stadt, und der Verwaltungsstandpunkt zur Prüfung der Stillbereiche wurde einstimmig vom Stadtrat genehmigt. Jetzt bleibt nur noch die Erwartung auf eine zeitnahe Umsetzung neuer Stillzonen in weiteren Bürgerbüros.
Ein Blick über die Stadtgrenzen hinaus
Interessanterweise gibt es in anderen Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen bereits Handreichungen, die darauf abzielen, stillfreundliche Strukturen in Lebensräumen junger Familien zu fördern. Hierzu wurden in Zusammenarbeit mit Kommunen, Berufsverbänden und Experten Maßnahmen erarbeitet, die darauf abzielen, geeignete Orte zum Stillen gut zugänglich und sichtbar zu machen. Solche Initiativen könnten als Inspiration dienen, auch für Leipzig. Die Idee, Fachpersonal in Gesundheits- und Bildungseinrichtungen zu qualifizieren, könnte ebenfalls frischen Wind bringen.
Die Beispiele aus anderen Kommunen sind nicht nur Anregungen, sondern sie zeigen auch, dass es geht. Wenn man sieht, wie einfach es sein kann, stillfreundliche Strukturen zu schaffen, sollte Leipzig keine Zeit verlieren. Das Ziel ist klar: eine Umgebung zu schaffen, in der Mütter sich wohlfühlen und ihre Babys optimal ernähren können. Und wenn das mit vorhandenen Ressourcen haushaltsneutral umgesetzt werden kann, dann sollte das doch machbar sein!



