Sidebar Werbung

Heute ist ein ganz besonderer Tag für die Universitätsbibliothek Leipzig und die Buchstadt Leipzig insgesamt. Der britische Sammler Alastair Jollans hat eine beeindruckende Sammlung von über 5.000 Büchern der „Tauchnitz Edition“ an die Bibliothek übergeben. Diese Schenkung ist nicht nur ein Geschenk an die Stadt, sondern vielmehr eine Rückkehr eines bedeutenden Teils des verlegerischen Erbes, das hier, in Leipzig, seinen Ursprung hat. Die Tauchnitz Edition, gegründet von Christian Bernhard Tauchnitz im Jahr 1841, gilt als Pionier des modernen Taschenbuchs und hat es geschafft, englischsprachige Literatur für ein breites Publikum zugänglich zu machen.

Die Sammlung, die Jollans in Europa zusammengetragen hat, ist ein wahres Kleinod. Besonders die Erstausgaben, die er mit Liebe und Hingabe gesucht hat, werden nun das Herzstück der Bibliothek bilden. Genau genommen sind bereits rund 1.000 dieser Bände erschlossen und sollen bald im Bibliothekskatalog verfügbar sein. Da kann man sich leicht vorstellen, wie viele Literaturliebhaber sich auf die Entdeckungsreise durch diese historischen Werke freuen werden.

Die Geschichte der Tauchnitz Edition

Christian Bernhard Tauchnitz, der 1816 in Schleinitz geboren wurde, hat mit seiner Verlagsgründung eine ganz eigene Ära eingeläutet. Die Tauchnitz Edition war nicht nur eine Verlagsreihe, sie stellte einen echten kulturellen Durchbruch dar. Eine Sammlung, die bis zur Zerstörung des Verlagsgebäudes im Zweiten Weltkrieg sage und schreibe 5.370 Bände von über 700 Autoren veröffentlichte. Man kann sich kaum vorstellen, wie viele Leserinnen mit diesen Büchern in Kontakt kamen, viele von ihnen mit handschriftlichen Anmerkungen und Übersetzungen. Diese Bücher waren mehr als nur Literatur; sie waren Begleiter und Lehrer in einer Zeit, in der das Erlernen der englischen Sprache für viele Menschen ein Bedürfnis war.

In der Schenkung von Jollans finden sich Werke von Größen wie Charles Dickens und Mark Twain, die nicht nur die Seiten füllten, sondern auch das Leben der Leser bereicherten. Die Tauchnitz Edition war ein Phänomen, das die Literatur in der Hand der Menschen verankerte, und die Bücher selbst erzählen Geschichten, die über die Worte hinausgehen. Man nimmt sie in die Hand, fühlt die Patina der Jahre und hört fast die Stimmen der Leser, die vor uns in diesen Seiten geschmökert haben.

AMAZON In-Article

Ein Ereignis von internationalem Rang

Die offizielle Übergabe findet heute Abend in der Bibliotheca Albertina statt, und die Vorfreude ist spürbar. Bei diesem feierlichen Anlass werden ausgewählte Bände der Sammlung präsentiert, und das Engagement der Leipziger Wissenschaftlerinnen, die sich seit 2013 mit der Geschichte des Tauchnitz-Verlags beschäftigen, wird gewürdigt. Es ist schon fast poetisch, dass diese Sammlung nun wieder an ihren Ursprungsort zurückkehrt, als ob die Bücher selbst nach Hause kommen.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Die Tauchnitz Edition hat nicht nur einen besonderen Platz in der Geschichte der Buchstadt Leipzig, sondern auch in den Herzen vieler Leser*innen. Wenn man bedenkt, dass in einer vergleichbaren Sammlung, die nur in Coburg existiert, die Benutzerspuren fehlen, wird die Bedeutung dieser Rückkehr noch deutlicher. Hier, in Leipzig, wo das grafische Gewerbe blühte, werden diese Bücher nicht nur als Sammlerstücke betrachtet, sie werden lebendig und erzählen von der Zeit, in der sie entstanden sind.

Und was könnte schöner sein, als das Wissen, dass auch Königin Camilla von dieser bemerkenswerten Schenkung Kenntnis genommen hat? Die Verbindung zwischen Tradition und Moderne, zwischen Vergangenheit und Gegenwart wird hier eindrucksvoll sichtbar. Die Tauchnitz-Bände, einige bis zu 180 Jahre alt, verlangen besondere Pflege und Aufbewahrung. Doch sie sind mehr als nur alte Bücher; sie sind ein Symbol für die literarische Geschichte, die in Leipzig verwurzelt ist und nun wieder aufblüht.