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Immer wieder kommen auf Leipziger Friedhöfen Diebstähle und Unruhe auf, die die Trauer der Hinterbliebenen zerschneiden. Anfang Oktober wurde auf dem Südfriedhof ein Grabkreuz eines Priestergrabs abgesägt und entwendet. Angehörige berichten von wiederholten Diebstählen, die Blumen, Schmuck und andere Erinnerungsstücke von Gräbern betreffen. Wie TAG24 berichtet, hat die Polizei im Juli von einem Diebstahl von Grabschmuck im Wert von 50 Euro auf dem Friedhof in Großzschocher Kenntnis genommen. Allerdings gibt es keine gesonderte Erfassung für solche Diebstähle, da die Stadt Leipzig keine Statistik über Grabschmuck führt, der schließlich Privateigentum darstellt.

Die Lage wird zusätzlich erschwert, weil die Friedhöfe laut Gärtnermeister Steffen Schröder regelmäßig von Grabräubern heimgesucht werden, die frische Pflanzen und Blumenschmuck stehlen. Ein weiteres Problem stellt daraufhin ansteigende Wildtierpopulationen dar. Rehe fressen Blumen und Pflanzen auf dem Südfriedhof, und trotz der Verwendung eines speziellen Abwehrsprays konnten diese Tiere bislang nicht erfolgreich vertrieben werden. Schröder schlägt vor, Überwachungskameras einzusetzen, um Diebstähle durch Menschen zu verhindern.

Verwirrung um Diebstahl von Grabstatue

Ein weiterer Vorfall sorgt für Verwirrung in Leipzig. Polizeimeldungen über einen versuchten Diebstahl einer Grabstatue in Großzschocher führen zu Unklarheiten. Zeugen berichten von drei Personen, die zwei mit einer Sackkarre die Bronzestatue vom Friedhof transportierten. Der Friedhofsverwalter von Großzschocher stellte jedoch fest, dass keine Statue entwendet wurde, sondern nur eine Skulptur vom Sockel gehoben und daneben gestellt wurde, wie MDR berichtet. Der Vorfall, der fälschlicherweise als Diebstahl interpretiert wurde, ereignete sich in Kleinzschocher und nicht in Großzschocher. Der Polizei ist es gelungen, die Skulptur neben einem Transporter mit falschen Kennzeichen zu entdecken und zurückzubringen.

Die Ermittlungen gegen Unbekannt, die auch den Vorwurf der Störung der Totenruhe umfassen, sind bislang noch nicht abgeschlossen. Die Unklarheit über die gemeldete Grabfigur bleibt bestehen, was die Situation für die Friedhofsverwaltungen zusätzlich kompliziert macht.

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Nationale Entwicklungen und Vergleich

Während Leipzig mit diesen Problemen kämpft, zeigen auch andere Regionen Deutschlands ähnliche Phänomene. In Städten wie Amberg, Vohenstrauß und Wiesau haben Diebeszüge auf Friedhöfen mit brachialer Gewalt hunderte Gräber verwüstet. Polizei ermittelte dort bereits mehrere Tatverdächtige; einer von ihnen befindet sich in Untersuchungshaft. Hier kamen bei Diebstählen Schäden in Höhe von geschätzten 236.000 Euro zusammen, mit einem Beuteschaden im fünfstelligen Bereich, wie BR.de berichtet.

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Die Täter hatten oft besonders Buntmetall im Visier und verursachten dabei nicht nur materiellen, sondern auch emotionalen Schaden durch das Betreten und Verwüsten frischer Gräber. Dies verdeutlicht die Leiderfahrung, mit der viele Angehörige auf Friedhöfen konfrontiert werden, und die traurige Realität, dass Erinnerungen nicht nur von der Trauer, sondern auch von Kriminalität überschattet werden.