In der sächsischen Ortschaft Mölkau wird die Luft dünner – und das nicht nur beim Fußballspielen. Die Probleme rund um die Sportanlagen haben sich in den letzten Jahren nicht etwa in Luft aufgelöst, sondern sie sind größer geworden. Der Unmut der Ortschaftsräte ist spürbar, besonders wenn es darum geht, die Interessen der Mölkauer im Stadtrat zu vertreten. Seit über einem Jahrzehnt kämpfen die Sportler um bessere Bedingungen, doch die miserable Finanzlage der Stadt bremst die Bemühungen aus. Die Stadt Leipzig steckt in einem finanziellen Engpass, der auch die dringend benötigte Entwicklung der Sportstätten in Mölkau hemmt.
Aktuell sind über 500 Bewohner Mölkaus im Sportverein aktiv – eine beachtliche Zahl, wenn man bedenkt, dass nur ein Rasenplatz und ein kleiner Kunstrasenplatz zur Verfügung stehen. Das ist nicht genug, wenn man bedenkt, dass 11 Mannschaften auf einem einzigen Feld und einem kleinen Hartplatz trainieren und spielen. Die Kindermannschaften müssen in andere Stadtteile ausweichen, und das bedeutet lange Anfahrtswege für die Eltern. Ortsvorsteher Klaus-Ruprecht Dietze fordert daher eine umfassende Studie zur Sportstättenentwicklung in Mölkau. Doch der Antrag für den Doppelhaushalt 2025/2026 blieb bisher unberücksichtigt.
Eine neue Sportpark-Vision für Mölkau
Die Vision eines neuen Sportparks an der Engelsdorfer Straße nimmt Gestalt an. Geplant sind 2 bis 3 Fußballfelder, ein Sozialgebäude, eine Tribüne, Parkplätze und vielleicht sogar eine kleine Sporthalle auf einer Fläche von etwa 95.000 m². Das klingt nach einer großartigen Lösung, doch die Umsetzung ist kompliziert. Das Grundstück ist im Flächennutzungsplan als „Fläche für Landwirtschaft“ ausgewiesen, was die Sache nicht einfacher macht. Zudem äußern Anwohner Bedenken wegen möglicher Lärmbelästigung – ein Dilemma, das die Stadtverwaltung vor einige Herausforderungen stellt.
In einer Februarsitzung des Ortschaftsrates wurde die Thematik der Sportentwicklung von Stadtrat Jens Lehmann (CDU) thematisiert. Er sprach sich für die Notwendigkeit einer neuen, größeren Lösung aus und betonte die Wichtigkeit der Verankerung im Flächennutzungsplan. Der Haushaltsantrag VIII-HP-OR-10398 sieht die Studie zur Sportstättenentwicklung vor, die jedoch aufgrund der finanziellen Einschränkungen der Stadt nicht in Angriff genommen werden kann. Der Ankauf von Flächen für Sportstätten könnte in den Ausschuss verwiesen werden, falls der Antrag abgelehnt wird – ein weiterer Schritt in einem bereits steinigen Weg.
Investitionsrückstände und Herausforderungen
Die Situation ist nicht nur lokal ein Problem. Laut einer Sonderbefragung des Deutschen Instituts für Urbanistik (Difu) kämpfen viele Kommunen mit gravierenden Investitionsrückständen in ihren Sportstätten. Über die Hälfte der Kommunen berichteten, dass der Zustand ihrer Sportanlagen „gravierend“ oder „nennenswert“ sei. In Mölkau spiegelt sich dies wider: Die Sportanlagen sind überlastet, der Sportpark an der Sommerfelder Straße kann nicht weiter ausgebaut werden, und frühere Pläne für einen Kunstrasenplatz an der Albrechtshainer Straße scheiterten an Umweltauflagen.
Die Notwendigkeit einer neuen Sportstättenlösung wird von allen Seiten anerkannt. Einigkeit herrscht zwischen dem Ortschaftsrat und dem SV Mölkau 04 über die Dringlichkeit, die Situation für die Sportler zu verbessern. Doch wie so oft – die finanziellen Mittel sind begrenzt und die Stadt priorisiert Pflichtaufgaben aufgrund der angespannten Haushaltssituation. Ein Teufelskreis, der schwer zu durchbrechen ist.



