In Leipzig ist derzeit eine Debatte über das Füttern von Nutrias, auch bekannt als Sumpfbiber oder Biberratten, entbrannt. An Orten wie der Entenbrücke in Schleußig und Plagwitz bringen zahlreiche Anwohner regelmäßig Essensreste wie Äpfel, Kartoffeln und Möhren mit, um die Tiere zu füttern. Die Stadt Leipzig sieht diesem Verhalten jedoch kritisch und warnt vor den potenziellen negativen Folgen. „Bitte Wildtiere nicht füttern“, appelliert die Stadt, da dies zu einer Überpopulation und schwerwiegenden Schäden an Ufer- und Böschungsbereichen führen kann. Zudem könnten auch Ratten von der Fütterung profitieren, was ihre Vermehrung begünstigen würde, berichtet MDR.
Nutrias sind seit Ende der 1990er Jahre in Leipzig verbreitet, nachdem sie nach dem Ende der DDR und der damit verbundenen Schließung von Pelzfarmen freigelassen wurden. Diese Tiere gelten als Wildtiere und sind keine Streicheltiere. Ihre genaue Anzahl in der Stadt kann nicht bestimmt werden, und natürliche Feinde wie Fischotter oder Seeadler sind in der Region selten, was die Problematik weiter anheizt.
Fütterung Verboten – Ein Aufruf zur Eigenverantwortung
Die Stadt Leipzig hat bereits Maßnahmen ergriffen, um die Fütterung von Nutrias zu unterbinden. Gemäß der Sächsischen Jagdverordnung unterliegen Nutrias dem Jagdrecht, jedoch ruht die Jagd in befriedeten Bezirken, zu denen auch Gewässer innerhalb bebauter Lagen zählen. In diesen Zonen dürfen Grundstücksbesitzer, die auch für Schäden durch Nutrias verantwortlich sind, solche Tiere ohne Jagdschein fangen und sich aneignen, sofern die tierschutzrechtlichen Regelungen beachtet werden.
Die Stadt erhebt jedoch den Anspruch, die Fütterung als Hauptursache für die steigende Nutria-Zahl zu bekämpfen. Maßnahmen zur Bejagung oder zum Fang reichen nicht aus, um das Problem nachhaltig zu lösen, da Nutrias eine hohe Fortpflanzungsrate aufweisen. Das Unterlassen von Fütterungen ist entscheidend, um die Population zu reduzieren. Darüber hinaus werden ähnliche Informationen auch von anderen Städten, wie zum Beispiel Neuss, geteilt, die ihre Bürger ebenfalls auffordern, auf das Füttern von Wildtieren zu verzichten.
Gesundheit und Umwelt schützen
Zusätzlich zur Überpopulation ist das Füttern von Nutrias schädlich für die Gewässerqualität. Wie von der Stadt Neuss berichtet, führt Überfütterung unter Umständen zu einem Anstieg des Algenwachstums, was die Wasserqualität verschlechtert und letztlich die Artenvielfalt beeinträchtigt. Diese Probleme haben die Stadt dazu veranlasst, die Bürger über die Wichtigkeit der Eigenverantwortung aufzuklären. Verstöße gegen das Fütterungsverbot können mit Verwarn- oder Bußgeldern geahndet werden.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Füttern von Nutrias in Leipzig sowohl gesundheitliche als auch ökologische Risiken birgt. Die Stadt fordert die Bürger auf, verantwortungsbewusst zu handeln und die Tiere in ihrem natürlichen Verhalten zu unterstützen. Nutrias finden in ihrer Umgebung ausreichend Nahrung, sodass zusätzliches Futter nicht nötig ist. Für eine gesunde Tierpopulation und saubere Gewässer ist der Verzicht auf Füttern unumgänglich.


