Schöne Grüße aus Schönau! Während wir hier in Österreich die Vorfreude auf das Austrian International Storytelling Festival spüren, das vom 21. bis 30. Mai 2026 in Graz, Bruck und Bad Schönau stattfinden wird, schwingt auch ein Hauch von Melancholie mit. Denn diese 39. Ausgabe wird die letzte in dieser Form sein. Die Gründe sind bitter: Eine Budgetkürzung um 100.000 Euro macht eine Fortsetzung des Festivals unmöglich. Die Festival-Intendantin Tessa Erker-Tegetthoff lädt uns ein, die Träume neu zu betrachten, und so wird das Motto des Festivals #dreamstories sein, das die Themen Träume in Wort, Bewegung, Musik und visueller Poesie aufgreift.
Das Festival hat sich seit seiner Gründung im Jahr 1987 durch Folke Tegetthoff zu Europas größtem Internationalen Storytelling Festival entwickelt. Im kommenden Jahr wird es einige Veränderungen geben, darunter die Reduzierung der Programme an mehreren Veranstaltungsorten in der Steiermark, die aufgrund der angesprochenen Kürzungen wegfallen werden. Dennoch dürfen wir uns auf 24 Mitwirkende aus acht Nationen freuen, die Geschichten erzählen werden, in denen Traum und Wirklichkeit miteinander verschmelzen.
Ein Fest der Fantasie
Ein besonderes Highlight für Familien wird das Fest der Fantasie sein, das am 25. Mai in Thal und am 30. Mai in Bruck an der Mur stattfindet. Diese Veranstaltungen lassen die Herzen der kleinen und großen Träumer höher schlagen. Ab dem 6. Mai wird zudem die Installation „Graz träumt“ am Mariahilferplatz zu sehen sein, wo Besucher eingeladen sind, ihre eigenen Träume zu teilen.
Die Budgetkürzungen, die das Festival betreffen, sind Teil eines viel größeren Problems. Laut dem aktuellen Sparpaket des Finanzministeriums werden im Jahr 2025 und 2026 insgesamt 10 Millionen Euro weniger für die Freie Szene bereitgestellt. Diese Einsparungen betreffen nicht nur Festivals, sondern auch Künstler_innen, Kulturvereine und zahlreiche Initiativen. Die Freie Szene leidet unter den Rückgängen in der allgemeinen Kunst- und Kulturförderung, was sich stark auf die Arbeitsbedingungen der kreativen Köpfe auswirkt.
Ein Blick in die Zukunft
Im November 2026 wird es eine letzte Runde des Festivals in Eggenburg geben, die vom 7. bis 15. November stattfindet. Hier wird es die Möglichkeit geben, die letzten Facetten des Storytelling zu erleben, wie wir es kennen. Die Veranstalter setzen darauf, dass die Besucherinnen und Besucher eigene Traumgeschichten entdecken und teilen können, um den kreativen Austausch zu fördern.
Die kommende Festivalausgabe mag die letzte ihrer Art sein, doch sie wird ein kraftvolles Zeichen für die Notwendigkeit sein, Träume als kreative Kraft und Inspiration neu zu begegnen. Das Motto TRÄUME #dreamstories: Zwischen Vision und Wirklichkeit wird uns alle dazu anregen, über unsere eigenen Wünsche und Visionen nachzudenken.
In Zeiten, in denen die Kulturförderung unter Druck steht, bleibt die Hoffnung, dass der kreative Austausch und die Unterstützung für die Künstler_innen auch in Zukunft Bestand haben werden. Die Erzählkunst lebt nicht nur von den Geschichten, die erzählt werden, sondern auch von der Gemeinschaft, die sie umgibt. Lassen Sie uns gemeinsam träumen und diese letzte Ausgabe des Festivals zu einem unvergesslichen Erlebnis machen!


