Am 30. Mai 2026, in der malerischen Kulisse von Schönau im Schwarzwald, ereignete sich ein bedauerlicher Vorfall, der die Herzen der Gleitschirmflieger und der gesamten Region höherschlagen ließ. Ein 66-jähriger Gleitschirmpilot stürzte beim Landeanflug aus einer Höhe von etwa zehn Metern. Ein unglücklicher Zufall – eine plötzliche Windböe verdrehte den Schirm und ließ ihn die Kontrolle verlieren. Ein Schreckmoment nicht nur für den Piloten selbst, sondern auch für alle, die ihm zusahen.
Die Rettungsmaßnahmen wurden rasch eingeleitet. Der Pilot wurde mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus transportiert. Glücklicherweise konnte die Polizei Entwarnung geben: Schwer verletzt, aber ohne Lebensgefahr. Dennoch ein eindringlicher Hinweis für alle Luftsportbegeisterten: Wechselhafte Windbedingungen stellen ein ernstzunehmendes Risiko dar, insbesondere beim sensiblen Landeanflug.
Ein zweiter Vorfall in der Region
Komischerweise war dies nicht der einzige Gleitschirmunfall in dieser Region in letzter Zeit. Nur wenige Tage zuvor kam es zu einem ähnlichen Vorfall nahe Todtnau, bei dem ein 34-jähriger Pilot ebenfalls aufgrund einer Windböe stürzte. Auch er musste sich mit schweren Verletzungen in medizinische Obhut begeben. Es ist schon erstaunlich, wie schnell sich die Bedingungen ändern können, wenn man in die Lüfte aufsteigt.
Gerade in der aktuellen Zeit, wo immer mehr Menschen den Drang verspüren, die Freiheit des Gleitschirmfliegens zu erleben, sollte man sich der Risiken bewusst sein. Gleitschirmunfälle sind zwar im Vergleich zu anderen Sportarten wie Ski- oder Wanderunfällen relativ selten, dennoch gibt es immer wieder tragische Ereignisse. In diesem Sommer gab es bereits zwei tödliche Unfälle am Nebelhorn. Die Sicherheit in der Ausbildung wird zunehmend in den Fokus gerückt – und das ist auch gut so.
Die Ausbildung und ihre Herausforderungen
Ein frisches Gesicht in der Gleitschirmszene ist die 20-jährige Franka Adelgoß aus Schöllang im Allgäu, die sich gerade auf ihren ersten Flug vorbereitet. Auf 1.300 Metern Höhe, umgeben von Kühen, breitet sie ihren Gleitschirm aus. Sie befindet sich noch in der Ausbildung und weiß: Eine Lizenz hat sie noch nicht, aber die Zeit zum Fliegen wird kommen. Ihr Ausbilder, Michael Bender, hebt die Bedeutung des Starts und das Gespür für den Schirm hervor. Man merkt, wie ernst die Sache für sie ist – und das ist auch gut so.
Um zur praktischen Prüfung zugelassen zu werden, muss Franka nicht nur die Theorie meistern, sondern auch mindestens 40 Flüge absolvieren und 18.000 Höhenmeter „abfliegen“. Da kommt schon ein bisschen Respekt vor den Höhen und den Windbedingungen auf. Peter Geg, Betreiber der Flugschule „Oase“, ist überzeugt, dass die Ausbildung und die Ausrüstung sicher sind. Er spricht von der Notwendigkeit, die Gefahren des Gleitschirmfliegens ernst zu nehmen.
Die Zahl der Gleitschirmflieger hat sich seit der Jahrtausendwende verdoppelt und liegt jetzt bei etwa 40.000. Im Jahr 2023 wurden fünf tödliche Unfälle verzeichnet, was im Verhältnis zur steigenden Anzahl an Fliegern relativ stabil ist. Trotzdem – ein bisschen mehr Achtsamkeit kann nie schaden, besonders wenn man an einem schönen Tag die Freiheit über den Wolken erleben möchte.



