Am 2. März 2026 wird die geplante Photovoltaik-Anlage auf dem Deponieberg Seehausen im Leipziger Stadtrat intensiv diskutiert. Diese Vorhaben führt zu kontroversen Meinungen, da die Deponie, die nicht im Besitz der Stadt Leipzig, sondern des Zweckverbands Abfallwirtschaft Westsachsen (ZAW) ist, als ökologisch wertvoller Lebensraum gilt.
Kristine Wiesner stellte am 25. Februar eine Einwohneranfrage zur Wirtschaftlichkeit des PV-Projekts. Laut den Informationen der Leipziger Internet Zeitung wurde der Beschluss zur Durchführung einer Wirtschaftlichkeitsprüfung am 28. Januar 2026 in der Januarratsversammlung gefasst. Diese Prüfung ist notwendig, bevor weitere Nutzungsmöglichkeiten ins Spiel kommen.
Umwelt- und Naturschutz-Aspekte
Die Deponie Seehausen hat sich seit ihrer Schließung 1990 zu einem wertvollen Ökosystem entwickelt, wie die Ratsinformation Leipzig berichtet. Hier leben 643 Tier- und Pflanzenarten, darunter 527 Vogelbrutpaare. Unter diesen befinden sich auch seltene Arten wie die Heidelerche und die Sperbergrasmücke. Kritiker führen an, dass die Inanspruchnahme der Flächen dem Erhalt dieser wertvollen Ökosysteme widerspricht. Der NABU hat bereits Widerspruch gegen die Zielabweichung des Vorhabens eingelegt, was die weitere Nutzung der Deponie zusätzlich in Frage stellt.
Vor dem Hintergrund der hohen Biodiversität in diesem Gebiet wird argumentiert, dass die Errichtung von Photovoltaik-Anlagen sich negativ auf die Artenzusammensetzung und das Mikroklima auswirken könnte. Dies steht im Einklang mit den Bedenken des Bundesumweltministeriums, welches auf die Notwendigkeit hinweist, dass Flächen für erneuerbare Energien vorrangig auf versiegelten oder nicht bewachsenen Flächen geschaffen werden sollten.
Zukünftige Schritte und Unsicherheiten
Die Wirtschaftlichkeitsuntersuchung wird im II. Quartal 2026 erwartet, wobei die Ergebnisse frühestens am 15. Juni 2026 kommuniziert werden könnten. Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal konnte in der letzten Sitzung keine konkreten Auskünfte zur Wirtschaftlichkeit geben, und die zugehörige Sitzung im ZAW findet erst am 9. März 2026 statt, um die Wirtschaftlichkeitsprüfung zu erörtern. Kristine Wiesner brachte auch die Frage auf, ob bei Unwirtschaftlichkeit der Anlage Maßnahmen ergriffen werden würden, was jedoch vonseiten des Umweltdezernats verneint wurde.
Die Diskussion um das PV-Projekt zeigt die komplexen Wechselwirkungen zwischen ökologischen Belangen und der Notwendigkeit, die Energieproduktion in der Stadt zu diversifizieren. Der Stadtrat wird letztlich darüber entscheiden, ob dieser Bebauungsplan umgesetzt werden kann, dennoch bleibt die Frage der endgültigen Wirtschaftlichkeit sowie des Artenschutzes offen und wird weiterhin kritisch beobachtet.
Die kommende Sitzung im ZAW wird somit von großer Bedeutung für die weitere Entwicklung des Deponiebergs sowie die Zukunft der Photovoltaik-Nutzung in Leipzig sein.


