Die Vorfreude auf das große Ereignis steigt, denn die evangelische Kirche hat ein ganz besonderes Angebot für Paare ins Leben gerufen: die Aktion #einfachheiraten. Rund um den 26. Juni 2026 können Paare an 350 verschiedenen Orten in Deutschland den Bund fürs Leben schließen oder sich segnen lassen. Ein schöner Gedanke, oder? Diese Initiative wurde von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ins Leben gerufen und verspricht, unvergessliche Momente zu schaffen.
Pastorin Anne Brisgen betont, wie wichtig es ist, diesen persönlichen und stimmungsvollen Moment zu erleben. Die Feierorte sind nicht nur einfach Locations – sie bieten eine festliche Atmosphäre mit Musik, liebevoller Dekoration und teilweise sogar Fotografen, die die schönsten Augenblicke festhalten. Wer neugierig ist, findet die Feierorte auf einer zentralen Aktionswebseite, und an einigen Orten ist sogar eine Voranmeldung möglich. Ein paar der besonderen Feierorte sind die historische Straßenbahn in Krefeld oder der Weserstrand in Bremen mit Blick auf die Stadt. Sogar die Marienkirche Stötteritz in Leipzig und das angrenzende Wäldchen stehen als romantische Kulisse zur Verfügung.
Ein persönlicher Moment für alle
Diese Aktion ist nicht nur ein einmaliges Ereignis; sie ist ein Zeichen der offenen Türen, die die Kirche für alle Paare bietet. Ein beeindruckendes Beispiel dafür sind Ellengard und Marc. Die beiden kennen sich seit der Schulzeit und haben 2013 standesamtlich geheiratet. Damals fand die Feier im kleinen Kreis mit Familie und engen Freunden statt – eine intime und gemütliche Angelegenheit. Doch die kirchliche Trauung blieb aus verschiedenen religiösen Hintergründen aus: Marc wuchs in einer freien evangelischen Gemeinde auf, während Ellengard aus einer katholischen Familie stammt. Sie sind immer wieder in verschiedenen Kirchen und Gottesdiensten anzutreffen und möchten, dass ihre Tochter selbst entscheiden kann, welchen Glauben sie annimmt.
Am 25. Mai 2025, ein ganz normaler Tag für die meisten, wurde für Marc jedoch besonders. Er erinnerte sich an seinen Vorschlag zur kirchlichen Trauung, und Ellengard, die von der offenen Art der Pfarrerin beeindruckt ist, erkannte, dass Marc es ernst meint. Kurzerhand kontaktierte sie die Pfarrerin für einen Termin – ein Schritt, der das Paar letztendlich zu einer sehr persönlichen Zeremonie auf dem Kirchhof in Dörnigheim führte. Auf dem Kirchhof, über dem Mainufer, erlebten sie eine Zeremonie, die von Gemeinschaft geprägt war. Gäste in verschiedenen Kleidungsstilen, eine Atmosphäre, die Ellengard als „unspektakuläre Leichtigkeit“ beschreibt – das klingt nach einem rundum gelungenen Tag.
Ein Zeichen der Gemeinschaft
Die kirchliche Trauung war für Ellengard und Marc mehr als nur ein feierlicher Akt; es war ein erneutes Bekenntnis zueinander. Ellengard trat sogar in die evangelische Kirche über, um sich trauen zu lassen, denn mindestens ein Partner muss Kirchenmitglied sein. Inzwischen fühlt sie sich in der Gemeinde bestens integriert und ist Teil einer lebendigen Gemeinschaft. Das spiegelt sich nicht nur in ihrem eigenen Glauben wider, sondern auch in der Erziehung ihrer Tochter, die in der evangelischen Ortsgemeinde getauft und konfirmiert wird.
Diese Initiative der EKD und zwölf Landeskirchen wird 2026 erstmals gemeinsam durchgeführt und setzt ein starkes Zeichen für Inklusion und Gemeinschaft. Sogar die gebärdensprachliche Kirchengemeinde in Nürnberg nimmt erstmals an der Aktion teil und zeigt, dass die Türen weit offen stehen – für alle. Die Möglichkeit, an solch einzigartigen Orten wie der Skischanze in Oberstdorf oder dem Riesenrad auf dem Mainzer Johannisfest zu heiraten, gibt der ganzen Sache einen besonderen Charme.



