Neues Leben im Kloster Welden: Nigeria-Schwestern ziehen ein!
Im Kloster Welden, das sich im Landkreis Augsburg befindet, laufen derzeit die Vorbereitungen für den Umzug der Karmelitinnen. Diese acht Ordensfrauen werden am 23. März 2026 die Marktgemeinde verlassen und nach Würzburg ins Kloster Himmelspforten der „Unbeschuhten Karmelitinnen“ ziehen. Die Entscheidung für diesen Umzug markiert das Ende einer fast 95-jährigen Geschichte der Karmelitinnen in Welden, die am 26. Mai 1931 begann. Oberin Stephanie hat erklärt, dass die Tätigkeiten im Haus und Garten nicht mehr bewältigt werden können, was der Hauptgrund für den Wechsel ist.
Bürgermeister Stefan Scheider zeigte sich enttäuscht über die fehlenden Rückmeldungen auf ein Kaufpreisangebot, das für das denkmalgeschützte Kloster gemacht wurde. Obwohl die Gemeinde ein Vorkaufsrecht für die Klosteranlage auf dem Theklaberg hat, wird sie das Anwesen nicht erwerben. Ursprünglich war eine umfassende Sanierung der Klostergebäude und der Bau eines neuen Kinderzentrums in der Gemeinde geplant. Da die Kindertagesstätte in Welden dringend erweitert werden muss, sind bereits drei Gruppen ins Franziskushaus ausgelagert worden. Die geschätzten Kosten für den Neubau belaufen sich auf etwa 8,7 Millionen Euro.
Neuer Orden zieht ein
Nach dem Weggang der Karmelitinnen ist bereits ein neuer Orden in Aussicht. Es besteht die Absicht, dass Schwestern der römisch-katholischen Ordensgemeinschaft „The Holy Family Sisters of the Needy“ aus Nigeria am 1. Juni 2026 in das Kloster einziehen. Die Genehmigung durch Bischof Bertram Meier steht jedoch noch aus. Die acht Schwestern der neuen Gemeinschaft sind in sozialen Bereichen, Kranken- und Altenpflege sowie Bildung tätig. Obwohl die Karmelitinnen Eigentümer der Klosteranlage bleiben, planen sie, die Räumlichkeiten an die neue Ordensgemeinschaft zu vermieten.
Die Schwestern wurden bei einem Abschiedsgottesdienst zu Ehrenbürgerinnen von Welden ernannt. Dies zeigt die Wertschätzung, die der Gemeinde für die jahrzehntelange Tätigkeit der Karmelitinnen entgegengebracht wird. Laut der Augsburger Allgemeinen stehen die Verantwortlichen vor rechtlichen und finanziellen Hürden, die noch geklärt werden müssen, bevor der Umzug und die Einziehung der neuen Schwestern vollzogen werden können.
Ordensgemeinschaften im Kontext
In der römisch-katholischen Kirche gibt es eine Vielzahl von Ordensgemeinschaften, die kirchenrechtlich als Institute des geweihten Lebens bezeichnet werden. Diese Gemeinschaften werden unter anderem nach Geschlecht und Tätigkeitsbereich differenziert, was von einem breiten Spektrum an religiösen Orden spricht. Dass die Karmelitinnen nun ihre Tätigkeit in Welden einstellen, ist ein weiterer Hinweis auf den dynamischen Wandel innerhalb der Ordenslandschaft in Deutschland.
Die Vielfalt der Ordensgemeinschaften spiegelt sich auch in den Entwicklungen innerhalb der katholischen Kirche wider. Während einige Orden sich auf traditionelle spirituelle Praktiken konzentrieren, engagieren sich andere stärker in sozialen und bildenden Tätigkeiten. Die Wikipedia liefert dazu interessante Informationen über die Struktur und die Mission dieser Gemeinschaften, die sich in den letzten Jahrzehnten immer wieder gewandelt haben.
Der Wechsel der Karmelitinnen ist somit nicht nur ein lokales Ereignis, sondern steht auch im Kontext einer breiteren Entwicklung innerhalb der Ordensgemeinschaften, die sich den Herausforderungen der modernen Gesellschaft stellen müssen.




