Am 8. März wird der Internationale Frauentag in Leipzig als feministischer Kampftag gefeiert. Die Stadt bereitet sich auf ein umfangreiches Programm mit Demonstrationen, Filmvorführungen und zahlreichen kulturellen Veranstaltungen vor. Wie die LVZ berichtet, erwarten die Organisatoren bis zu 3000 Teilnehmer am großen Protestzug mit dem Motto „Die Zeit zu kämpfen ist Jetzt!“, der um 14:30 Uhr am Augustusplatz startet und zum Connewitzer Kreuz führt.
Die verschiedenen Kundgebungen und Demos konzentrieren sich auf zentrale Themen wie die Bekämpfung von Lohnungleichheit und sexualisierter Gewalt. Um 15 Uhr findet eine Kundgebung am Wilhelm-Leuschner-Platz statt, organisiert vom Bündnis 8M, unter dem Motto: “queer, feministisch, solidarisch, unaufhaltsam – Befreiung jetzt!”. Darüber hinaus gibt es eine Demonstration im Stadtteilpark Rabet von 12 bis 17 Uhr, deren Thema „(8M)igra – Weaving Anti-Patriarchal Rage“ lautet.
Vielfältiges Veranstaltungsprogramm
Leipzig bietet vom 6. bis 12. März eine Vielzahl an Veranstaltungen rund um den Internationalen Frauentag. Gestartet wird am 6. März mit einem interkulturellen Frauenbrunch, organisiert von Internationale Frauen Leipzig e. V., der in der Konradstraße 60a von 10 bis 12:30 Uhr stattfindet. Am 7. März sind feministisch-historische Stadtteilrundgänge sowie eine Lesung mit Marsha Richarz geplant, die Einblicke in ihre Erfahrungen im Stadtrat bieten wird. Auch Clubabende wie „Mama geht tanzen“ am 7. März um 19 Uhr im Sky Club Leipzig ergänzen das Programm, das sich ausschließlich an Frauen richtet.
Am 8. März wird neben den bereits erwähnten Demonstrationen eine Reihe von Filmvorführungen stattfinden, darunter der Dokumentarfilm „Ein Tag ohne Frauen“, der um 18 Uhr im Cineplex Allee-Center und um 17 Uhr im Kinobar Prager Frühling mit Sektempfang präsentiert wird. Zudem wird eine Burlesque-Benefizshow im Kulturzentrum naTo um 19 Uhr stattfinden, deren Einnahmen an die Organisationen „Frauen für Frauen e. V. Leipzig“ und „Haus Leben e. V.“ gehen.
Die gesellschaftliche Relevanz des Frauentags
Der Internationale Frauentag hat seinen Ursprung zu Beginn des 20. Jahrhunderts im Kontext der Frauenbewegung und wurde 1975 von den Vereinten Nationen institutionalisiert. Schwerpunkte an diesem Tag sind die Gleichberechtigung, Sichtbarkeit und die gesellschaftliche Mitbestimmung von Frauen, wie die Ahoi Leipzig darlegt. Trotz weltweit verbesserter rechtlicher Rahmenbedingungen bleibt der Fortschritt in vielen Regionen langsam und ungleichmäßig. In Deutschland haben laut dem bpb Gewalt und Diskriminierung gegen Frauen erschreckende Ausmaße angenommen: 2023 wurden 167.639 Fälle von Partnerschaftsgewalt registriert, wobei 79 Prozent der Opfer weiblich sind.
Diese Zahlen verdeutlichen die Notwendigkeit, den Internationalen Frauentag nicht nur als Feiertag, sondern auch als einen Tag des aktiven Widerstands und des Engagements für Frauen- und Mädchenrechte zu betrachten. Leipzig ist bereit, ein starkes Zeichen zu setzen – nicht nur am 8. März, sondern während der gesamten Aktionswoche bis zum 12. März 2026.


