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Leipzig gilt momentan als einer der attraktivsten Wirtschaftsstandorte Deutschlands, zeichnet sich durch hohe Lebensqualität, ein lebendiges Zentrum und eine vielfältige Kultur aus. Doch eine aktuelle Umfrage zeigt besorgniserregende Trends unter den ansässigen Unternehmen. Laut einer Untersuchung, die von IHK und Handwerkskammer durchgeführt wurde, hat die Unzufriedenheit unter den Firmen in Leipzig signifikant zugenommen. Im Jahr 2025 bewerten nur 7% der Unternehmen den Standort mit „sehr gut“, während dieser Wert 2019 noch bei 15% lag. Gleichzeitig ist der Anteil der „gut“-Bewertungen von 69% auf 46% gefallen, und die „befriedigend“-Bewertungen sind auf 32% gestiegen – eine drastische Veränderung, die sich in einer Verschlechterung der Durchschnittsnote von 2,1 auf 2,6 niederschlägt, wie die LVZ berichtet.

Insgesamt wurden 291 Unternehmen aus verschiedenen Branchen befragt, und die Ergebnisse zeigen, dass lediglich 18 von 50 Standortfaktoren positiv bewertet werden, während 29 als negativ empfunden werden. Drei Hauptprobleme wurden identifiziert, die zur aktuellen Unzufriedenheit führen:

Hauptprobleme identifiziert

  • Verwaltung: Die lange Bearbeitungszeit von Anträgen und Genehmigungen wird häufig kritisiert.
  • Kosten: Hohe Energiepreise, Gebühren, Abgaben und ein Gewerbesteuerhebesatz von 460% belasten die Unternehmen.
  • Verkehr: Der innerstädtische Verkehr und das Fehlen ausreichender Anlieferzonen stellen weitere Herausforderungen dar.

Die Unzufriedenheit mit den bestehenden Bedingungen hat sowohl Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit von Leipzig als Wirtschaftsstandort als auch auf die Stadtentwicklung. Oberbürgermeister Burkhard Jung sowie Wirtschaftsbürgermeister Clemens Schülke nehmen die Ergebnisse der Umfrage ernst. Jung betont, dass eine Senkung der Gewerbesteuer aufgrund der aktuellen finanziellen Lage nicht möglich sei, und verspricht gleichzeitig, Genehmigungsverfahren zu verbessern und die Digitalisierung voranzutreiben. Der IHK-Präsident Kristian Kirpal hebt zwar die kulturelle Vielfalt und hohe Lebensqualität hervor, fordert aber vehement eine Senkung der Unternehmenskosten sowie einen Abbau bürokratischer Hindernisse und eine Verkürzung der Bearbeitungszeiten.

Die dargestellten Entwicklungen werfen ein kritisches Licht auf die Attraktivität Leipzigs für Unternehmen. Trotz der bedeutenden Standortvorteile bleibt abzuwarten, wie effektiv die Stadtverwaltung und die politischen Akteure auf die derzeitige Unzufriedenheit reagieren werden. Die Ergebnisse der Umfrage von IHK und Handwerkskammer, die zwischen November 2024 und Januar 2025 stattfand, verdeutlichen die Notwendigkeit für Veränderungen, wenn Leipzig seine Position im Wettbewerb um Unternehmen und Investitionen behaupten möchte, wie Blick berichtet.

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