In Leipzig gibt es einen ganz besonderen Menschen, der mit seiner Musik und seinem Engagement Herzen berührt. Abdou Sam Jarju, ein Künstler aus Gambia, ist nicht nur ein talentierter Musiker, sondern auch ein Brückenbauer zwischen Kulturen. Schon als Kind von seinen drei Brüdern ans Musizieren herangeführt, hat er als kleiner Junge Trommeln selbst gebaut und das Gitarre-, Keyboard- und Bassspielen von anderen Musikern erlernt. Ein Wendepunkt in seiner musikalischen Reise war der Kontakt zu Tatadinding Jobateh, einem angesehenen Kora-Spieler aus Gambia. Gemeinsam tourten sie durch Afrika und Europa – Jarju war 26, als er seine erste Tour begann.
Die Liebe führte ihn schließlich nach Deutschland, genauer gesagt nach Dresden, wo er 2000 seine Ex-Frau kennenlernte. Dankbar blickt er auf diese Zeit zurück, denn sie hat ihm viele Türen geöffnet und sein Netzwerk als Musiker in Deutschland entscheidend gefördert. In Leipzig gründete Jarju den Verein Y.I.L.P. International, der 2016 ins Leben gerufen wurde und mittlerweile 34 Mitglieder zählt. Y.I.L.P. steht für Youth Integration Livelihood Improvement Project und zielt darauf ab, migrantischen Menschen einen Ankerpunkt zu bieten. Besonders im Fokus stehen dabei Menschen aus (West-)Afrika, die in Leipzig und anderen Städten leben, sowie Migranten aus anderen Nationen.
Ein Ort der Begegnung
Jarju zeigt voller Stolz die Vereinsräume, die auch wenn klein, ein wichtiger Treffpunkt für die Mitglieder sind. Jedes Wochenende kommen sie hier zusammen. Doch trotz seiner Dankbarkeit für diesen Ort sieht Jarju einen Mangel an geeigneten Treffpunkten für migrantische Menschen in Leipzig. Das ist schade, denn gerade der Austausch und das Miteinander sind so wichtig. Mit Begeisterung spielt Jarju auf seinen Trommeln, und sein Engagement zeigt sich auch in der Organisation des Afrika-Festivals „1000 Drums“, das jährlich in Leipzig stattfindet.
Das Festival, das am 29. und 30. August stattfinden soll, verspricht ein buntes Programm aus Musik, Workshops und kulinarischen Genüssen. Es ist mehr als nur ein Festival – es ist eine Feier der Vielfalt. Die Besucher können sich auf ein trans- und interkulturelles Programm freuen, das von zahlreichen Künstlern mitgestaltet wird. Geplant sind unter anderem Auftritte von Ms. Rama N’goni aus Burkina Faso mit dem Lanaya Ensemble, Alpha Oulare und Jalikebba Kuyateh, die die Menge mit ihren Klängen verzaubern werden. Auch Jarju selbst wird mit seiner Kora und Gitarre in zwei Bands auftreten.
Gemeinschaft und Kultur
Das Programm des Festivals bietet drum workshops, ein gemeinschaftliches Konzert und sogar eine After-Show-Party am Samstagabend. Die Vorfreude ist spürbar, nicht nur bei den Künstlern, sondern auch bei den Besuchern. Der Eintritt ist frei, und die Veranstaltung ist barrierefrei, was eine breite Teilnahme ermöglicht. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Unterstützung von Kindern in Gambia. Durch Spenden für Schulpatenschaften und Vorschulprojekte wird der Verein Y.I.L.P. aktiv und leistet damit einen wertvollen Beitrag zur Verbesserung der Lebensbedingungen in der Heimat von Jarju.
Die Dankbarkeit gegenüber den Besuchern, dem Kulturamt der Stadt Leipzig und allen, die zum Gelingen des Festivals beitragen, ist groß. Es ist nicht nur ein Fest der Musik, sondern ein Ort des Austauschs, des Kennenlernens und der Verständigung zwischen Kulturen.
Abdou Sam Jarju ist mit seiner Leidenschaft für die Musik und seinem unermüdlichen Einsatz für die Integration migrantischer Menschen ein wahrer Lichtblick in Leipzig. Sein Lebensweg und sein Engagement zeigen, wie Musik Menschen verbinden kann und wie wichtig es ist, kulturelle Vielfalt zu leben. Ein Festival, das nicht nur unterhält, sondern auch inspiriert und verbindet – das ist das Ziel von „1000 Drums“ in Leipzig.




