In der Nacht zum Freitag, am 4. November 2026, brannte im Stadtteil Connewitz ein Mehrfamilienhaus in der Stockartstraße. Das Feuer brach gegen 4:15 Uhr im Dachgeschoss aus und sorgte für eine schlaflose Nacht bei den Anwohnern. Glücklicherweise konnten alle 16 Bewohner rechtzeitig das Gebäude verlassen und sich in Sicherheit bringen. Dennoch erlitten drei Menschen Verletzungen – zwei Frauen im Alter von 22 und 25 Jahren sowie ein 27-jähriger Mann, die vorsorglich ins Krankenhaus gebracht wurden. Das Gebäude ist nun unbewohnbar und die Mieter müssen sich privat um eine Bleibe kümmern.

In der gleichen Nacht war die Feuerwehr in anderer Sache gefordert, denn auf der Wolfgang-Heinze-Straße, nur einige Kilometer entfernt, kam es zu einem Brandanschlag auf die leerstehende Wohnung der Aktivistin Lisa K. Diese war zum Zeitpunkt des Vorfalls nicht zu Hause, sodass glücklicherweise niemand verletzt wurde. Der Notruf ging um 19:22 Uhr ein, und rund 30 Minuten später war das Feuer unter Kontrolle. Die Feuerwehr musste sich gewaltsam Zutritt zur Wohnung verschaffen und Rauch mit Spezialfiltern entfernen. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen wegen eines Branddelikts aufgenommen.

Bedrohungen und Gewalt in Connewitz

Die Situation für Lisa K. ist alles andere als einfach. In den Wochen vor dem Brandanschlag häuften sich die Angriffe in Form von Graffiti, die auf rassistische und gewaltverherrlichende Äußerungen hinwiesen. Über 80 Sprüche wurden in der Gegend gesprüht, darunter auch Drohungen wie „Lisa K. renn oder brenn“ und „Lisa K. töten!“. Solche Äußerungen sind nicht nur beunruhigend, sondern werfen auch ein Schlaglicht auf die aktuelle Stimmung in Connewitz, wo Konflikte über den Nahostkonflikt und innervereinliche Solidarität zunehmen.

Lisa K. selbst ist seit Sommer 2024 beim Fußballverein Roter Stern Leipzig (RSL) aktiv und hat vor kurzem vom zweiten in das erste FLINTA-Team gewechselt. Innerhalb des Vereins kam es immer wieder zu hitzigen Diskussionen, etwa über ein FC-Palestina-Trikot, das als antisemitisch bezeichnet wurde. Der RSL hat sich als antifaschistisches Sportprojekt positioniert, setzt sich aktiv gegen Rassismus, Sexismus, Antisemitismus und Homophobie ein. Dennoch bleiben die Vorfälle und die Bedrohungen gegen Lisa K. nicht ohne Folgen. Sie berichtet von einer schweren emotionalen Belastung und fühlt sich in Connewitz, selbst tagsüber, nicht mehr sicher.

Brände und ihre Ursachen

Das Feuer in der Stockartstraße hat auch Auswirkungen auf die umliegenden Straßen. Herabstürzende Dachziegel beschädigten mehrere Fahrzeuge, und die Bornaische Straße ist für den Individualverkehr gesperrt. Dichte Rauchschwaden zogen über Teile Leipzugs und der Brandgeruch war selbst im Stadtzentrum wahrnehmbar. Die Stadtverwaltung empfahl den Bürgern, Fenster und Türen geschlossen zu halten und das Gebiet vorübergehend zu meiden. Die Löscharbeiten sind mittlerweile abgeschlossen, aber die Verkehrseinschränkungen könnten noch einige Zeit bestehen bleiben.

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In einer Zeit, in der das rechtsextremistische Personenpotenzial in Deutschland auf einen bedenklichen Höchststand gestiegen ist, ist es nicht verwunderlich, dass solche Angriffe vermehrt auftreten. Laut aktuellen Berichten gibt es 2025 mehr als 36.000 rechtsextremistische Straftaten, einschließlich einer alarmierenden Zunahme von gewalttätigen Übergriffen. Diese Zahlen müssen uns nachdenklich stimmen und zeigen, wie wichtig es ist, sich gegen solche Ideologien zu positionieren.

Die jüngsten Vorfälle in Connewitz stehen exemplarisch für eine gespaltene Gesellschaft, in der Hass und Bedrohung an der Tagesordnung sind. Lisa K. ist eine von vielen, die sich in dieser unrühmlichen Realität behaupten müssen. Ihre Stimme und die Stimmen anderer Aktivistinnen sind entscheidend, um auf diese Missstände aufmerksam zu machen und Veränderung zu bewirken. Die nächsten Schritte werden zeigen, wie die Gemeinschaft auf diese Herausforderungen reagiert.