Leipzig, ein Ort, wo Musik nicht nur gehört, sondern gelebt wird. Heute, am 30. Oktober 2026, wird Gautier Capuçon, der außergewöhnliche französische Cellist, die Wände des Gewandhauses zum Klingen bringen. Der Mann, der schon mit den großen Orchestern dieser Welt aufgetreten ist – von den Berliner Philharmonikern bis zu den New Yorker Symphonikern – hat sich einen Namen gemacht, der weit über die Grenzen der klassischen Musik hinausreicht. Diesen Abend wird er Dvořáks Cellokonzert h-Moll op. 104 spielen, ein Werk, das tief in der Sehnsucht nach seiner böhmischen Heimat verwurzelt ist. Dvořák komponierte dieses Konzert in Amerika und es ist nicht nur ein Stück Musik, sondern eine Botschaft voller Emotionen.

Capuçon ist nicht nur ein virtuoser Musiker, sondern auch ein Mensch mit einer Mission. Über seine eigene Stiftung gibt er sein Wissen an aufstrebende Talente weiter. Er möchte eine Beziehung zu seinem Publikum aufbauen, direkt in einen Dialog mit den Zuhörern treten – und das ist, ehrlich gesagt, eine erfrischende Herangehensweise in einer Welt voller Perfektionismus und Druck. Der 45-Jährige spricht offen über die Schattenseiten seines Berufs. Profimusiker stehen oft unter immensem Druck und sind häufig allein. Doch heute Abend wird er mit dem Gewandhausorchester unter der Leitung von Andris Nelsons spielen und die Menschen in die Musik eintauchen lassen.

Ein Meister seines Fachs

Geboren am 3. September 1981 in Chambéry, begann Gautier Capuçon bereits mit fünf Jahren, das Cello zu spielen. Die Leidenschaft für die Musik wurde ihm quasi in die Wiege gelegt. Er studierte bei renommierten Lehrern wie Annie Cochet-Zakine und Philippe Muller, und besuchte sogar die Meisterklasse von Heinrich Schiff in Wien. Seine Karriere ist gespickt mit internationalen Wettbewerben und Auszeichnungen, darunter der Echo Klassik als „Nachwuchskünstler des Jahres“. Mit seinem Cello „L’Ambassadeur“ von Matteo Goffriller, einem Meisterwerk aus dem Jahr 1701, wird er die Zuhörer mit seiner atemberaubenden Technik und dem tiefen Gefühl, das er in jedes Stück legt, verzaubern.

Nach der Pause wird Brahms’ 1. Sinfonie c-Moll op. 68 auf dem Programm stehen. Ein Werk, an dem Brahms mehr als 20 Jahre gearbeitet hat. Man kann nur erahnen, welche Emotionen und Gedanken in diesen Noten stecken. Die Konzerteinführung mit Ann-Katrin Zimmermann um 18:45 Uhr verspricht, einen spannenden Einblick in die musikalischen Hintergründe zu geben. Für das Große Concert sind nur noch Restkarten erhältlich – ein Zeichen dafür, wie sehr die Menschen in Leipzig diese Musik schätzen.

Ein Leben der Musik

Gautier Capuçon ist nicht nur ein herausragender Cellist, sondern auch ein leidenschaftlicher Förderer der Musik. Seine Stiftung unterstützt junge Musiker und bietet Stipendien für Geiger, Bratschisten und Pianisten an. Diese Initiative ist ein wichtiger Schritt, um die nächste Generation von Talenten zu fördern und ihnen die Möglichkeit zu geben, ihre Träume zu verwirklichen. Vielleicht wird eines Tages einer dieser Stipendiaten selbst auf der Bühne des Gewandhauses stehen.

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In seiner Freizeit spielt Capuçon auch gerne Jazzklavier – eine interessante Wendung für einen klassisch ausgebildeten Musiker! Auch wenn er mit den größten Orchester der Welt auftritt, bleibt er stets bodenständig und engagiert sich für die Musikbildung. Seine Liebe zur Musik und seine Hingabe an sein Instrument machen ihn zu einem Vorbild für viele. Wer heute Abend die Gelegenheit hat, ihn live zu erleben, wird Zeuge eines unvergesslichen musikalischen Abenteuers.