In Leipzig tut sich was – und das ist nicht nur ein schnöder Satz! Die Initiatoren Kurt Mondaugen und Dorit Löffler haben mit ihrer interdisziplinären Forschungsstation „Vom Verschwinden – Zur Poesie und Philosophie der Insekten“ ein spannendes Projekt ins Leben gerufen. Über ein Jahr forschen sie nun, wie künstlerische Mittel dem weltweiten Artensterben entgegenwirken können. Und das ist kein Pappenstiel, denn das Insektensterben ist ein Thema, das uns alle angeht. Am 15.07.2026 um 19 Uhr wird im Kunstgarten des Budde-Hauses eine Veranstaltung stattfinden, die neugierig macht: „Sei bereit für Dein Insekt!“

Diese Veranstaltung verspricht nicht nur ein Fest für die Sinne zu werden, sondern auch eine interaktive Entdeckungsreise in die Welt der kleinen Krabbeltiere. Bei einer künstlerischen Verwandlungsperformance und einer Leseperformance kommen allerlei Insekten wie Libellen, Glühwürmchen, Bienen und Hummeln zu Wort – oder besser gesagt, sie werden Teil des Spektakels. Ein Grillen-Orchester gibt den Ton an, während eine Ameisenkönigin und ein Bienenvater das Publikum in ihren Bann ziehen. So wird die Veranstaltung zu einer Kooperation zwischen dem Budde-Haus Leipzig und dem Transformatorenwerk Leipzig e.V. Und das Beste? Der Eintritt ist frei, auch wenn Spenden gerne gesehen werden.

Die Realität des Insektensterbens

Ein Blick über die Leipziger Grenzen hinaus zeigt, dass das Insektensterben nicht nur ein lokales Problem ist. Eine Studie der Julius-Maximilians-Universität Würzburg hat erschreckende Ergebnisse veröffentlicht. Landwirtschaft – die treibende Kraft unserer Nahrungsmittelproduktion – hat gravierende Auswirkungen auf die Insektenvielfalt. Der Rückgang der Insektenartenvielfalt in Agrarflächen liegt bei bis zu 44 Prozent. Man könnte fast meinen, dass wir die kleinen Tierchen immer mehr aus unserem Leben drängen, ohne es wirklich zu merken.

Über 30 Prozent der Insektenarten in Deutschland sind bedroht oder bereits ausgestorben. Das sind fast 10.000 Arten! Besonders Schmetterlinge und Wildbienen stehen unter Druck. Bei Wildbienen sind etwa 50 Prozent der 560 Arten in Deutschland in Gefahr. Diese Fakten sind alarmierend, denn Insekten sind die wahren Helden unserer Ökosysteme. Sie bestäuben nicht nur 80 Prozent der Wild- und Kulturpflanzenarten, sondern tragen auch zur Bodenfruchtbarkeit bei. Wenn sie verschwinden, wird es nicht nur stiller – es wird auch gefährlich für unser Nahrungsangebot und die Gesundheit der gesamten Natur.

Ein Aufruf zur Naturverträglichkeit

Wir sollten uns ernsthaft fragen, wie wir mit dieser Situation umgehen können. Die Intensivierung der Landwirtschaft hat nicht nur unsere Felder verändert, sondern auch die Lebensräume der Insekten drastisch verschlechtert. Große Felder ohne Ackerwildkräuter sind die Regel, der Einsatz von Pestiziden wird zum Problem. Übermäßige Düngung führt zu nährstoffreichen Böden, die viele Arten verdrängen, die auf ärmere Standorte angewiesen sind. Und das ist nur die Spitze des Eisbergs.

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Es ist höchste Zeit, dass wir umdenken und eine biodiversitäts-sensible Landwirtschaft fordern. Nur so können wir das Insektensterben aufhalten und die Funktionsfähigkeit unserer Ökosysteme sichern. Veranstaltungen wie die im Budde-Haus sind ein Schritt in die richtige Richtung, denn sie verbinden Kunst mit Wissenschaft und sensibilisieren die Öffentlichkeit für dieses drängende Thema.

Wenn du also am 15. Juli Zeit hast, schau unbedingt vorbei und lass dich von der faszinierenden Welt der Insekten verzaubern. Es könnte eine der letzten Gelegenheiten sein, um auf diese kleinen, aber so wichtigen Wesen aufmerksam zu machen – und vielleicht auch ein bisschen was über unsere eigene Verantwortung zu lernen.