Es ist ein wahrer Albtraum für die Universität Leipzig: Nach einem Hackerangriff sind die IT-Systeme weiterhin offline, und die Gründe dafür bleiben im Dunkeln. Ein Krisenstab hat die Arbeit aufgenommen, um das Problem zu beheben, doch die Situation ist alles andere als rosig. Am Mittwoch, dem 28. Oktober, wurden vorsorglich alle mit dem Internet verbundenen Universitätsserver vom Netz getrennt. Rund 30.000 Studierende sowie die Beschäftigten leiden unter den Folgen, und der reguläre Betrieb ist stark beeinträchtigt. Mit einem mulmigen Gefühl fragen sich viele: Wie lange wird das noch dauern?

Ein Blick auf die aktuellen Entwicklungen zeigt, dass die Universität alles daran setzt, die Lage zu verbessern. Die Universitätsleitung betont, dass die Sicherheit der Daten oberste Priorität hat. Ein IT-Notfalldienstleister wurde eingeschaltet, um Unterstützung zu leisten. Präsenzveranstaltungen finden wie geplant in den Räumen statt – das ist schon mal ein Lichtblick! Doch digitale Angebote müssen teilweise verschoben oder über externe Server angeboten werden, was die Situation für viele Studierende nicht gerade einfacher macht. Die öffentliche Vorstellung der Kandidatin für die Rektorenwahl am Freitag bleibt ebenfalls auf dem Plan, auch wenn es dafür keinen Livestream geben wird. Dabei sind die Fragen, die viele umtreiben, noch ungeklärt: Wie sind die Angreifer in die Systeme gelangt? Sind Daten abgeflossen?

Die Herausforderungen für Studierende

Die Universitätsbibliothek, das Zentrum für Hochschulsport und das Sprachenzentrum sind zwar über ein externes System wieder per E-Mail erreichbar, doch viele zentrale Dienste bleiben weiterhin offline. Die Studierenden müssen ohne Zugriff auf AlmaWeb und Moodle auskommen, was bedeutet, dass sie keine Informationen zu Stundenplänen, Zensuren oder Universitätsmitteilungen abrufen können. Das ist nicht nur frustrierend, sondern sorgt auch für Unsicherheit – insbesondere bei laufenden Fristen für Hausarbeiten und Prüfungsdokumente. Die Fristen wurden zwar bis zum 6. November verlängert, doch die Furcht, etwas zu versäumen, sitzt tief.

Ein Lichtblick in der Dunkelheit: Die Universität hat eine Ersatz-Webseite unter www.uni-leipzig.de eingerichtet, um Fragen von Studierenden und Beschäftigten zu beantworten. Dort findet man immerhin einige Informationen, die in dieser chaotischen Zeit von unschätzbarem Wert sind. Dennoch ist die Erreichbarkeit der Universität stark eingeschränkt, was dazu führt, dass sich viele Studierende an den Student*innenRat wenden, um Antworten auf ihre Fragen zu erhalten. Die digitale Anzeigetafel vor den Hörsälen funktioniert nicht – und so bleibt manchmal unklar, wo genau die Vorlesungen und Seminare stattfinden.

Ein Blick auf die Cybersicherheit

Was in Leipzig passiert, ist kein Einzelfall. Cyberangriffe auf Hochschulen haben in den letzten Jahren stark zugenommen. Die Bedrohungen reichen von Phishing und Spam bis hin zu mutmaßlich staatlich gesteuerten Operationen. Eine Studie des HIS-Instituts hat gezeigt, dass die Cybersicherheit ein zentrales Handlungsfeld für Hochschulen geworden ist. Es ist an der Zeit, dass Hochschulen Krisenmanagementprozesse etablieren und Zuständigkeiten klar regeln. Die Ministerien müssen unterstützen und einen institutionalisierten Rahmen schaffen, um die Resilienz der Universitäten zu stärken.

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Die Gemengelage ist komplex: Während einige Bundesländer umfassende Strategien zur Cybersicherheit entwickeln, setzen andere auf eigenständige Lösungen der Hochschulen. Die Unterschiede sind groß, und die Frage bleibt: Wie kann man in einer solchen Lage schnell und effektiv reagieren? In Leipzig jedenfalls bleibt die Situation angespannt. Die Universitätsleitung hat viel zu tun, um die IT-Systeme wieder zum Laufen zu bringen und das Vertrauen der Studierenden zurückzugewinnen. Es bleibt zu hoffen, dass bald Licht ins Dunkel kommt.