In der kleinen Gemeinde Griesstätt, unweit von Holzhausen, hat der Gemeinderat kürzlich mit einer überwältigenden Mehrheit einem zukunftsweisenden Agri-Photovoltaikprojekt zugestimmt. Nur eine Stimme sprach sich gegen das Vorhaben aus, das auf einer Weidefläche von 2,5 Hektar realisiert werden soll. Die planende Firma „Feldwerke“ stellte das Projekt während einer Videoschaltung vor und sorgte damit für positive Resonanz unter den Mitgliedern des Gemeinderats.
Die geplanten Solarmodule werden eine Achshöhe von 3,30 Metern haben, sodass erfreulicherweise 85 Prozent der Fläche weiterhin beweidet werden können. Lediglich zwei Prozent der Fläche fallen für die Aufständerung der Module an, während acht Prozent für einen Biodiversitätsstreifen reserviert sind. Mit einem einachsigen Tracking-System wird zudem eine reibungslose Bewirtschaftung der Acker- und Grünflächen gewährleistet. Eine Einspeisezusage für 2,3 MWp liegt bereits vor, wobei am Einspeisepunkt der Bayernwerke, der nur 300 Meter entfernt ist, sogar mehr als 4 MW möglich sind. Die positive Netzverträglichkeitsprüfung untermauert die Machbarkeit dieses umweltfreundlichen Projekts.
Vorteile der Agri-Photovoltaik
Agri-Photovoltaik kombiniert landwirtschaftliche Produktion mit der Erzeugung erneuerbarer Energie auf derselben Fläche. Dieses Konzept wird nicht nur von Experten, sondern auch von Bundesministerin Bettina Stark-Watzinger und Bundesminister Cem Özdemir unterstützt. Ein Leitfaden zu Agri-PV informiert über die Möglichkeiten, Vorteile und den aktuellen Stand der Technologie. Die dritte Ausgabe bietet neue Anlagen und rechtliche Rahmenbedingungen, die für die Umsetzung solcher Projekte in Deutschland von Bedeutung sind.
Ein bedeutender Vorteil dieser Technologie ist die effiziente Nutzung von Land, die zur Senkung des Wasserverbrauchs in der Landwirtschaft beiträgt. Darüber hinaus generiert Agri-PV stabile zusätzliche Einkommensquellen für landwirtschaftliche Betriebe und erhöht deren Resilienz gegenüber Ernteausfällen. In Griesstätt wird die Investition von etwa 2,2 Millionen Euro durch eine eigene Projektgesellschaft auch der Gemeinde durch Gewerbesteuer zugutekommen, was die lokale Wirtschaft stärken dürfte.
Kritik und Bedenken
Obwohl das Projekt auf breite Zustimmung stieß, wurden auch Bedenken hinsichtlich des veränderten Landschaftsbildes geäußert. Diese Kritik wurde jedoch relativiert, da die Vorteile der Agri-PV überwiegen. Der Sitzungsleiter Anton Strahlhuber empfahl, das gemeindliche Einvernehmen zu erteilen, sobald die Netzeinspeisung gesichert ist. Fast alle anwesenden Gemeinderatsmitglieder stimmten für das Projekt, nur Christian Graf sprach sich für Photovoltaikanlagen auf Dächern aus.
Insgesamt zeigt das Agri-Photovoltaikprojekt in Griesstätt, wie innovative Lösungen zur Energieerzeugung und Landwirtschaft Hand in Hand gehen können. Sonderkulturen wie Obst, Gemüse und Weinbau können von dieser Technologie besonders profitieren, da sie anfällig für Witterungsschäden sind. Die Teil-Überdachung mit Solar-Modulen kann hier Schutz bieten und gleichzeitig die Erträge steigern. Agri-PV könnte in Zukunft eine Schlüsselrolle für die Landwirtschaft in Deutschland spielen, indem es eine nachhaltige und ressourcenschonende Nutzung der Flächen ermöglicht.



