Die Natur ruft und viele Menschen folgen diesem Ruf! So geschehen bei der Exkursion der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Kirchberg im malerischen Arboretum Dürrenmettstetten. Über 40 Interessierte haben sich am Wanderheim versammelt, um einen Blick in die Zukunft unserer Wälder zu werfen. Ja, es war ein wirklich schöner Tag, an dem die Sonne gnädig schien und die Luft nach frischem Holz und Erde roch.
Die Veranstaltung wurde von Klaus Vosseler, dem Vorsitzenden der FBG Kirchberg, sowie Förster Karl-Heinz Mertes eröffnet. Gemeinsam führten sie die Teilnehmenden zu einer Versuchsfläche, auf der die Herausforderungen des Klimawandels ganz konkret diskutiert wurden. Hier wird deutlich: Die längeren Hitze- und Trockenperioden setzen vielen Baumarten zu, und das hat nicht nur Auswirkungen auf den Wald, sondern auch auf unser aller Leben!
Die Vielfalt der Baumarten
Försterin Josefine Crocoll und ihr Kollege Karl-Heinz Mertes erklärten den Anwesenden die Entwicklung und die Bedeutung verschiedener Baumarten. Im Arboretum werden über 30 heimische und nichtheimische Baumarten getestet. Das Ziel? Erkenntnisse sammeln über die Arten, die besser mit Trockenheit und Hitze zurechtkommen. Aus der Sicht der Teilnehmer war es hochinteressant, wie wichtig eine standortgerechte Baumartenwahl ist – eine größere Vielfalt ist der Schlüssel für widerstandsfähige Waldbestände!
Mit Unterstützung der Forstverwaltung und der Empfehlungen der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt wird hier an der Zukunft des Waldes gearbeitet. Der Wanderverein Dürrenmettstetten hat ebenfalls seine Hände im Spiel und trägt zur Förderung des Arboretums bei. Es ist einfach schön zu sehen, wie viele Menschen sich für die Natur einsetzen!
Die Exkursion endete in einer geselligen Atmosphäre. Gespräche über Baumarten und deren Anpassungsfähigkeit mischten sich mit dem Blick auf die idyllische Schwäbische Alb. So manches Lachen und ein paar Anekdoten über persönliche Erlebnisse in den Wäldern der Region wurden ausgetauscht. Ein herrlicher Abschluss eines lehrreichen Tages!
Die Herausforderungen des Klimawandels
Doch die Frage bleibt: Was geschieht mit unseren Wäldern in Zukunft? Der Klimawandel führt zu grundlegenden Änderungen der standörtlichen und klimatischen Voraussetzungen in Deutschland. Hitze- und Trockenstress setzen viele Baumarten unter Anpassungsdruck. In den nächsten Jahrzehnten sind häufigere Schadereignisse wie Stürme oder Starkregen zu erwarten. Diese Unsicherheiten machen den Waldbau nicht gerade einfacher.
Die Erhaltung und der Umbau der Wälder mit heimischen, standortgerechten Baumarten wird zu einer anspruchsvollen Aufgabe. Eine klug gewählte Baumartenwahl ist entscheidend für stabile und widerstandsfähige Waldbestände. Zudem sind die Ziele der Baumartenwahl klar: Stabilität in der Klimakrise, Anpassungsfähigkeit und der Erhalt der Ökosystemleistungen wie Holzproduktion und Biodiversität.
Die optimale Bestandsentwicklung erfordert auch die Berücksichtigung der abiotischen Standortverhältnisse – Wasserverfügbarkeit, Boden, Nährstoffe und Licht sind hier Schlüsselbegriffe. Die potenziell natürliche Vegetation (pnV) beschreibt den Endzustand der Vegetation ohne menschlichen Einfluss und wird zur Beurteilung der Naturnähe der Bestockung herangezogen. Da die Klimakrise jedoch auch die pnV-Karten beeinflusst, müssen wir uns auf eine dynamische Zukunft einstellen. Simulationen zeigen bereits, dass die klimatische Anpassung der Buche zurückgehen könnte, während mediterrane Flaumeichenwälder Potenzial zeigen.
Für die Forstwirtschaft bedeutet dies, dass aktive Maßnahmen zum Waldumbau notwendig sind. Projekte wie „ANALOG“ identifizieren Regionen mit zukünftig ähnlichem Klima. Zudem hat die BLAG-FGR eine Liste von 101 Baumarten erstellt, die zukunftsfähig sind – eine spannende Entwicklung, die hoffentlich dazu beiträgt, dass unsere Wälder auch in Zukunft lebendig und vielfältig bleiben!
Die Herausforderungen sind also gewaltig, aber gemeinsam, mit einem klaren Blick auf die Zukunft und einer Portion Leidenschaft, können wir die richtigen Entscheidungen für unsere Wälder treffen.



