Leipzig setzt auf Windkraft: 175 Hektar für neue Anlagen reserviert!
Leipzig setzt auf den Ausbau der Windenergie und plant umfangreiche Maßnahmen zur Nutzung erneuerbarer Energien. Im Rahmen dieser Bestrebungen hat der Stadtrat angekündigt, am kommenden Mittwoch Entscheidungen über neue Vorranggebiete für Windkraftanlagen zu treffen. Dabei stehen umfangreiche Flächen im Südwesten der Stadt auf der Agenda. Insgesamt sollen sechs Vorranggebiete mit einer Fläche von 175 Hektar eingerichtet werden, wobei der größte Teil der Flächen von etwa 150 Hektar in Hartmannsdorf-Knautnaundorf liegt und zusätzliche Flächen in Knautkleeberg-Knauthain, Liebertwolkwitz, und Baalsdorf vorgesehen sind. Dies berichtet die Leipziger Volkszeitung LVZ.
Ein zentrales Projekt betrifft das Repowering zweier bestehender Windräder bei Knautkleeberg-Knauthain, die durch leistungsstärkere Modelle ersetzt werden sollen. Die Firma Zopf hat bereits entsprechende Anträge gestellt. Während die alten Windräder seit fast zwei Jahrzehnten in Betrieb sind, können die neuen Anlagen, die bis zu 234 Meter hoch sind, jährlich bis zu 12 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen. Im Vergleich dazu liefern die bestehenden Anlagen nur bis zu einer Million Kilowattstunden pro Jahr.
Abstand und Genehmigungen
Die geplanten Standorte liegen jedoch in unmittelbarer Nähe zu Wohnsiedlungen, was möglicherweise zu Konflikten führen könnte. Der Mindestabstand von 1000 Metern zur nächsten Wohnbebauung wird in mehreren Fällen nicht eingehalten. So sind die nächsten Wohnhäuser in Knautkleeberg nur 914 Meter, in Knauthain 995 Meter und in Rehbach 956 Meter entfernt. Der Stadtbezirksbeirat Südwest sowie der Ortschaftsrat Hartmannsdorf-Knautnaundorf haben bereits der Nutzung zugestimmt, doch es gibt Befürchtungen, dass Windräder diesen Gebieten verlagert werden könnten, insbesondere da das „gemeindliche Einvernehmen“ in Göhrenz-Albersdorf gescheitert ist.
Sachsen plant insgesamt, zwei Prozent seiner Fläche für Windkraftanlagen bereitzustellen. Um die Akzeptanz in der Bevölkerung zu erhöhen, wird auch ein Modell diskutiert, bei dem die von Windkraft profitierenden Ortsteile finanziell unterstützt werden. Laut den neuen Regelungen müssen Betreiber außerdem 0,2 Cent pro erzeugter Kilowattstunde an die Kommunen abführen, die sich im Umkreis von 2,5 Kilometern befinden.
Repoweringprozesse und Herausforderungen
Das Vorhaben in Leipzig wird von der Bundesregierung unterstützt, die neue gesetzliche Vorgaben zur Beschleunigung des Repowerings alter Windenergieanlagen beschlossen hat. Der Austausch alter Windkraftanlagen soll durch eine Vereinfachung der Genehmigungsverfahren erleichtert werden. In der Praxis bedeutet dies, dass neue Anlagen innerhalb von 24 Monaten nach dem Rückbau der alten errichtet werden müssen, wobei diese maximal doppelt so weit vom bisherigen Standort entfernt sein dürfen wie sie hoch sind, informiert der Solarserver.
Zusätzlich gibt es bestimmte Regelungen, die sicherstellen sollen, dass Genehmigungsbehörden prüfen, ob die neuen Anlagen zu einer Verschlechterung der Umgebung hinsichtlich Schall, Schattenwurf oder Blendwirkung führen. Der Bundesverband Windenergie schätzt, dass in den kommenden Jahren durch das Repowering eine signifikante Steigerung der Windenergieleistung auf bis zu 45 Gigawatt möglich ist. Dennoch zeigen einige Projektentwickler einen vorsichtigen Optimismus, da sie den Druck auf Altanlagenbetreiber als verringert wahrnehmen, insbesondere angesichts des momentan hohen Marktwerts für Windstrom.



