Bürgermeister streicht Fördermittel für Jugend: Lübecker Protest angekündigt!
Am 25. August 2025 sorgte die Entscheidung von Bürgermeister Jan Lindenau (SPD) für Aufregung in Lübeck. Mit dem aktuellen Haushaltsplan wurde die Förderung für demokratische Jugendorganisationen gestrichen. Diese Maßnahme trifft insbesondere den Verwaltungsprogramm Jahr für Jahr, das insgesamt 16.000 Euro an Fördergeldern für den VPJ (Vereinigung für politische Jugend) bereitstellen sollte, wie die Schüler-Union berichten. Diese Fördermittel wurden bisher gleichmäßig unter der Jungen Union, den Jusos, den Jungen Liberalen und der Grünen Jugend verteilt.
Ferry Eskelsen, der Kreisvorsitzende der Schüler-Union Lübeck, äußerte scharfe Kritik an der Entscheidung. Er bezeichnete sie als „fragwürdig“ und wies darauf hin, dass Lübeck mit etwa 1,1 Milliarden Euro Schulden konfrontiert ist. In Anbetracht dieser Lage ist Eskelsen der Meinung, dass die Streichung der Gelder keineswegs zur Lösung der finanziellen Probleme der Stadt beiträgt. Vielmehr müssten die Mittel für Jugend und Demokratie ausgeweitet werden.
Kritik an der Prioritätensetzung
In seiner Argumentation verglich Eskelsen die 43.000 Euro, die für eine geplante Rathaus-Party eingeplant sind, mit den gestrichenen Mitteln für die Jugendorganisationen. Diese Diskrepanz verdeutlicht die ungleiche Prioritätensetzung der Stadtverwaltung, die eine mögliche Stärkung demokratischer Strukturen und die Förderung des Engagements junger Menschen vernachlässigt. Die Schüler-Union hatte sich in der Vergangenheit stark für die Einrichtung eines Kinder- und Jugendbeirats eingesetzt.
Eskelsen betonte zudem, dass die Jugend ein besseres Verständnis für demokratische Mitbestimmung hat als der Bürgermeister selbst. Diese Aussage unterstreicht den größten Widerstand, den die Schüler-Union gegen diese Entscheidung angekündigt hat. Ein demokratisches Engagement sei essenziell, um die Jugend aktiv in die Politik der Stadt einzubeziehen.
Lübecks Engagement für Demokratie
Parallel zu diesen Entwicklungen engagieren sich zahlreiche Bürger:innen in Lübeck für Demokratie und deren Grundsätze. Ein zentraler Bestandteil dieser Initiative ist die „Partnerschaft für Demokratie Lübeck“, die lokale Ansätze und Strukturen finanziell und fachlich fördert. Die Koordinierungs- und Fachstelle, die Teil dieser Partnerschaft ist und beim Sprungtuch e.V. angesiedelt ist, spielt eine entscheidende Rolle in der Planung und Koordination aller Aktivitäten. Die Verantwortung liegt beim Bereich Jugendarbeit der Hansestadt Lübeck, der über die notwendige Expertise verfügt, um Werte und Einstellungen bei Kindern und Jugendlichen zu entwickeln.
Im Rahmen dieser Partnerschaft wird eine breite Beteiligung der Bevölkerung gefordert, wobei die Wahrung demokratischer und rechtsstaatlicher Werte Grundvoraussetzung ist. Eine Reihe von zivilgesellschaftlichen Akteur:innen sowie Vertreter:innen der Stadtverwaltung und der Politik arbeiten im Rahmen eines Bündnisses zusammen. Dieses Bündnis berät über die Mittelvergabe aus dem Aktions- und Initiativfonds, um die strategische Ausrichtung der Partnerschaft zu gestalten und ein Jugendforum zu unterstützen, das Jugendlichen Raum für den Austausch bietet.
In diesem Kontext könnte die wegfallende Förderung für die Jugendorganisationen als ernsthafte Bedrohung für das demokratische Engagement junger Lübecker:innen angesehen werden. Die Initiativen der Stadtverwaltung zeigen, dass eine aktive Partizipation und Mitbestimmung der Jugend weiterhin gefördert werden sollte, um die Verbindung zwischen der Kommunalverwaltung und der Zivilgesellschaft zu stärken. Die Herausforderung bleibt, diese Strukturen in Zeiten finanzieller Engpässe aufrechtzuerhalten und weiterzuentwickeln.



