In den beschaulichen Gefilden von Neu Lübtheen und Hagenow blüht eine kulturelle Initiative, die weit über die Grenzen der kleinen Städte hinausstrahlt. Der Verein „Kulturkate“, gegründet von Volkert Matzen im Jahr 1998, hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einem unverzichtbaren Bestandteil der regionalen Kulturlandschaft entwickelt. Ursprünglich in einem Garten gestartet, wo sie unter freiem Himmel Stücke wie Shakespeares „Was Ihr wollt“ inszenierten, hat sich das Sommertheater zu einem jährlichen Highlight im Gutspark von Pritzier gemausert.
Der Verein, der 2004 offiziell als Kulturkate e.V. eingetragen wurde, hat stets Wert auf die Zusammenarbeit zwischen professionellen Schauspielern und engagierten Laien gelegt. Diese Mischung verleiht den Produktionen einen besonderen Charme – eine Art Volkstheater, das mit seinem komödiantischen Charakter das Publikum immer wieder begeistert. Ein weiteres bemerkenswertes Merkmal ist das jährliche Weihnachtstheater, das durch die Schulen der Region tourt und damit jüngere Zuschauer an die Bühne heranführt.
Ein Dank an die Engagierten
Vor kurzem wurde ein Dankes- und Erinnerungsfest für die ehrenamtlich Engagierten gefeiert. Bürgermeisterin Ute Lindenau, selbst Gründungsmitglied der Kulturkate und Darstellerin in Stücken wie „Romeo und Julia auf dem Dorfe“, hob die demokratische Positionierung der Stadt Lübtheen hervor. Es ist beeindruckend, wie die Kulturkate nicht nur kulturelle, sondern auch gesellschaftliche Themen aufgreift, wie zum Beispiel die Auseinandersetzung mit der Präsenz von Neonazi-Kadern in der Region. 2007 wurde der Verein dafür sogar mit dem Preis „Botschafter der Toleranz“ von der Bundesregierung ausgezeichnet!
Die Zukunft des Vereins war vor einigen Jahren, als Volkert Matzen 2015 in den Ruhestand ging und das Haus in Lübtheen verkaufte, ungewiss. Doch der Verein fand einen neuen Spielort im Gutspark Pritzier und konnte 2023 zusätzlich den Traditionssaal „Mecki“ in Hagenow übernehmen. Dort wird nun eine bunte Palette an Veranstaltungen angeboten – von Disco und Tanztee über Konzerte bis hin zu Kino- und Bingo-Abenden. Vereinsvorsitzende Jane Thorun drückt ihren Dank für die Unterstützung aus und freut sich bereits auf das kommende Sommertheater „Arsen und Spitzenhäubchen“, das die Zuschauer auch heuer wieder ins Staunen versetzen wird.
Ein Blick in die Zukunft
Ein besonderes Augenmerk verdient das aktuelle Projekt „Landmarken – Spuren im Fluss“, das im Fonds Neue Länder gefördert wird. Hier wird ein dokumentarisches Theaterstück zum Thema Grenze erarbeitet, basierend auf den Erfahrungen der Anwohner beiderseits der Elbe. Das Herzstück dieses Projekts wird eine schwimmende Theaterbühne sein, die an verschiedenen Häfen entlang der Elbe bespielt wird. Diese kulturelle Verknüpfung ist besonders im Gedenkjahr 2014 zum 25. Jahrestag des Mauerfalls geplant und wird sicherlich viele Besucher anziehen.
Die Kunst- und Kulturförderung des Bundes hat sich zum Ziel gesetzt, Einrichtungen und Projekte von nationaler Bedeutung zu unterstützen. Mit finanzieller Hilfe sollen kulturelle Erbe und Kunst in ihren vielfältigen Formen bewahrt und gestärkt werden. Die Kulturkate ist ein Beispiel dafür, wie durch Engagement und kreative Ideen kulturelle Landschaften lebendig gehalten werden können. Und so bleibt zu hoffen, dass die Kulturkate auch in Zukunft ein Ort bleibt, an dem Kunst, Gemeinschaft und Toleranz Hand in Hand gehen.


