Im Hamburger Hafen wurde am 28. April 2026 die Korvette «Lübeck» feierlich getauft. Mit dieser Taufe, die von Huong Nguyen, Partnerin des Lübecker Stadtpräsidenten Henning Schumann, durchgeführt wurde, erhält die Deutsche Marine ein weiteres hochmodernes Schiff. Die «Lübeck» ist das zehnte und vorerst letzte neue Schiff der Klasse 130 und wird voraussichtlich 2028 an die Marine übergeben. Ein beeindruckendes Projekt, das nicht nur mit einer Länge von 89 Metern aufwartet, sondern auch mit einem Preis von etwa 400 Millionen Euro in die Annalen eingeht.
Bei der Zeremonie überreichte Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau ein Stadtwappen sowie fünf Bücher an die Korvette, was nicht nur symbolischen Wert hat, sondern auch die Verbundenheit der Stadt mit diesem maritimen Meisterwerk unterstreicht. Vizeadmiral Axel Deertz sprach während der Taufe von der «Lübeck» als einem Statement für Deutschlands maritime Sicherheit im Ostseeraum, beklagte jedoch zugleich die lange Beschaffungsdauer, die sich negativ auf die Einsatzbereitschaft der Marine auswirkt.
Bedeutung der K130-Klasse
Die neuen Korvetten, zu denen die «Lübeck» gehört, sind speziell für küstennahe Operationen, Aufklärung und die Bekämpfung von Seezielen in Nord- und Ostsee konzipiert. Die Schiffe werden von der Arbeitsgemeinschaft K130 unter der Leitung von Rheinmetall-Division Naval Systems gefertigt, in Zusammenarbeit mit Thyssenkrupp Marine Systems und German Naval Yards als Partner. Ein weiterer Auftrag über fünf zusätzliche Korvetten wurde bereits 2017 erteilt, was die Bedeutung dieser Klasse für die Marine unterstreicht.
Mit der «Lübeck» reiht sich das Schiff in eine stolze Liste ein, die bereits die Korvetten «Augsburg», «Köln», «Emden» und «Karlsruhe» umfasst, die zuvor getauft wurden. Rheinmetall-Chef Armin Papperger äußerte, dass eine Schiffstaufe emotional andere Dimensionen hat als die Übergabe eines Panzers und betonte die Bedeutung der Taufe als wichtigen Schritt im Gesamtprojekt, das die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands stärken soll.
Technische Highlights
Die Korvette ist nicht nur ein Symbol für maritime Sicherheit, sondern auch ein technisches Meisterwerk. Ausgestattet mit hochmodernen Systemen, darunter das TRS-3D/16 Radar, das von EADS gefertigt wurde, bietet sie eine Vielzahl von Funktionen. Dieses Radar kann bis zu 300 See- und Luftziele gleichzeitig verfolgen und hat eine beeindruckende Reichweite von bis zu 110 km im Selbstverteidigungsmodus. Zudem wird die Korvette mit einem UL 5000 K System ausgestattet sein, das verschiedene elektronische Kampffähigkeiten vereint.
Die Antennenanlagen und das Kommunikationssystem sind so konzipiert, dass sie den neuesten Standards der modernen Kriegsführung gerecht werden. Dazu gehört auch die Fähigkeit zur Unterstützung von unbemannten Systemen wie der Sea Falcon, die künftig mit der «Lübeck» stationiert werden sollen. Diese Entwicklungen sind Teil einer umfassenden Strategie zur Stärkung der deutschen Marine und zur Anpassung an die Herausforderungen der modernen Sicherheitspolitik.
Insgesamt stellt die Taufe der Korvette «Lübeck» nicht nur einen wichtigen Meilenstein für die Deutsche Marine dar, sondern auch einen Schritt in Richtung einer stärkeren maritimen Präsenz Deutschlands in der Ostsee. Die engagierte Zusammenarbeit zwischen Industrie und Marine zeigt, dass Deutschland gewillt ist, seine maritime Sicherheit ernst zu nehmen und zu investieren, um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern.



