Protest und Cyberangriff: Zwei Krisen an der Universität Leipzig am 28. Oktober 2026
Am Mittwoch, den 28. Oktober 2026, sorgten gleich zwei Vorfälle an der Universität Leipzig für Aufregung und Diskussionen. In den frühen Morgenstunden verbarrikadierten Unbekannte den Eingang zum Universitätsgelände – mit Warnbaken und umgekippten Mülltonnen. Eine Aktion, die nicht nur die Polizei auf den Plan rief, sondern auch die Aufmerksamkeit der Studierenden und der Öffentlichkeit auf sich zog. Die Vereinigung „Gegen Repression an Schulen“ und die Initiative „Students United HTWK“ zeigten sich auf Instagram solidarisch und riefen zu einem gemeinsamen Kampf für bessere Lernbedingungen auf. Ihre klare Botschaft: „Weg mit Merz!“ – ein Aufruf, der aufhorchen lässt. Am 31. Oktober findet ein Aktionstag statt, gefolgt von einem europaweiten Jugendstreik am 20. November.
Die Polizei war vor Ort und begleitete den Protest von 7.30 bis etwa 9.45 Uhr. Laut Polizeisprecher Paul Engelmann gab es dabei keine strafrechtlich relevanten Tatbestände. Das klingt fast nach einer kleinen Erleichterung, wenn man bedenkt, wie hitzig solche Aktionen manchmal werden können. Doch der Tag war damit noch lange nicht vorbei.
Cyberangriff auf die Universität
Am Mittag dann die nächste Hiobsbotschaft: Die Universität gab bekannt, dass ihre IT-Systeme angegriffen worden seien. Um möglichen Schaden abzuwenden, wurden sämtliche Dienste offline genommen. Rektorin Eva Inés Obergfell erklärte, dass es sich um einen sicherheitsrelevanten Vorfall handelt, der nun intensiv untersucht wird. Unklar bleibt, ob dieser IT-Angriff in irgendeiner Weise mit dem Protest am Morgen verknüpft ist oder ob es sich um zwei voneinander unabhängige Vorfälle handelt. Es gibt bisher keine Informationen zu einem Bekennerschreiben oder Ähnlichem.
Die Universität prüft nun, wann und wie die Systeme wieder hochgefahren werden können. Das ist eine knifflige Situation, die zeigt, wie verwundbar selbst große Institutionen sein können.
Herausforderungen der IT-Sicherheit
Diese Vorfälle werfen ein Schlaglicht auf die Herausforderungen, mit denen Hochschulen und Universitäten konfrontiert sind, wenn es um Cyberangriffe geht. Ein vollständiger Schutz ist schlichtweg nicht möglich. Die Größe und die heterogenen Strukturen machen es besonders schwierig. Regelmäßige Schwachstellenscans, Zugangskontrollen und Schulungen für Mitarbeitende und Studierende sind nur einige von vielen Maßnahmen, die zur Sicherheit beitragen können. In der heutigen digitalisierten Welt ist ein gut durchdachtes IT-Sicherheitskonzept unerlässlich – und das gilt nicht nur für die Universität Leipzig.
Es bleibt abzuwarten, wie die Universität auf die aktuellen Herausforderungen reagiert und welche Lehren aus diesen Vorfällen gezogen werden. Eines ist sicher: Die Themen Cybersecurity und studentische Mitbestimmung werden auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen.
