Es war mal wieder ein aufregendes Wochenende für RB Leipzig, und das nicht unbedingt im positiven Sinne. Nach der herben Niederlage von 1:6 beim FC Bayern München, wo die Münchner die Roten Bullen mit gleich sechs Toren überrannten, ging es nur vier Tage später gegen Real Madrid. Trotz einer klaren Steigerung in der Leistung, verloren die Leipziger erneut, diesmal mit 1:4. Trainer Martin Demichelis war zwar nicht ganz unzufrieden, aber die bittere Realität bleibt: Die Mannschaft hat wieder verloren.

Die ersten 45 Minuten gegen Madrid hätten auf jeden Fall besser enden können. Leipzig hatte einige Chancen, um in Führung zu gehen – Romulo und Christopher Nkunku ließen jedoch große Möglichkeiten ungenutzt. „Die letzte Entschlossenheit hat gefehlt“, so Rückkehrer Christoph Baumgartner. Das kann man wohl so stehen lassen. Es war nicht alles schlecht, aber die Defensivprobleme sind nach wie vor ein großes Thema. In den letzten zwei Auswärtsspielen kassierte die Mannschaft insgesamt zehn Gegentore. Und auch wenn Torwart Maarten Vandevoordt einige starke Paraden zeigte, kann das die Abwehrproblematik nicht kaschieren.

Die kommenden Herausforderungen

Die nächsten Spiele sind für Demichelis und seine Truppe von enormer Bedeutung. Am Samstag geht es um 15:30 Uhr gegen Elversberg, gefolgt von einem DFB-Pokalspiel gegen Rot-Weiss Essen am Mittwoch. Und dann wartet am 31. Oktober der FC Schalke 04 in der Bundesliga. Die Zeit drängt, und die Mannschaft muss sich dringend stabilisieren, um nicht noch tiefer in die Krise zu rutschen.

Die Statistiken sprechen eine klare Sprache. Leipzig hat in den letzten sechs Pflichtspielen auswärts insgesamt 23 Gegentore kassiert – eine katastrophale Bilanz, die zum Nachdenken anregen sollte. Vor allem die Abwehrreihe, die in den letzten Heimspielen ohne Gegentor blieb, hat sich auf Reisen als anfällig erwiesen. Dabei könnte die Rückkehr von Spielern wie Baumgartner und die daraus resultierende Konkurrenzsituation Nkunku vielleicht wieder in Form bringen. Der Franzose, der in der letzten Saison als Torschützenkönig glänzte, muss dringend wieder zu alter Stärke finden, um den Ausfall von Yan Diomande, der mittlerweile bei Real Madrid spielt, zu kompensieren.

Ein Blick auf die Statistik

Die Zahlen aus dem letzten Aufeinandertreffen mit Bayern sind ebenso ernüchternd. Mit 29:12 Torschüssen und 62 Prozent Ballbesitz dominierten die Bayern das Spiel nach Belieben. Leipzig konnte lediglich in der Nachspielzeit durch Andrija Maksimović den Ehrentreffer erzielen. Es ist klar, dass die Mannschaft dringend an ihrer Effizienz arbeiten muss, denn die Tormöglichkeiten waren da – nur umgesetzt wurden sie nicht. Auch in der Defensive gilt es, die Abseitsfalle besser zu timen, denn gerade bei den Gegentoren gegen Real war das ein großes Problem.

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Demichelis, der als neuer Trainer mit frischem Wind und einer offensiveren Spielweise angetreten ist, hat noch viel Arbeit vor sich. Das hohe Pressing, das er sich von seiner Mannschaft wünscht, war oft nur ein schwacher Abglanz dessen, was er im Kopf hat. Aber vielleicht bringt der zunehmende Konkurrenzkampf um die Positionen den nötigen Anreiz. Schließlich gilt es, den eigenen Platz im Team zu behaupten. In der letzten Saison hat Leipzig bewiesen, dass sie mit Platz drei in der Bundesliga und der Qualifikation zur Champions League durchaus mithalten können – jetzt gilt es, diese Form wiederzufinden.

Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Roten Bullen aus ihrer Misere herausfinden können. Denn die Fans in Leipzig warten sehnsüchtig auf die Rückkehr der alten Stärke. Und während der Druck steigt, bleibt die Hoffnung, dass sich die Mannschaft zusammenraufen und die Probleme in den Griff bekommen kann. Die Zeit ist reif für eine Wende – und die Möglichkeit dazu steht bevor.