Allerheiligen im Talkessel: Gemeinschaftliches Gedenken und Traditionen in Berchtesgaden
In wenigen Tagen ist es so weit: Allerheiligen steht vor der Tür. Am Sonntag, dem 1. November, wird im Talkessel Berchtesgadener Land ein ganz besonderes Gedenken stattfinden. Auf mehreren Friedhöfen wird es Andachten, Gräbersegnungen und ökumenische Gottesdienste geben, die nicht nur den Verstorbenen Ehre erweisen, sondern auch die Gemeinschaft stärken.
In Berchtesgaden beginnt der Tag um 13.30 Uhr mit einem ökumenischen Wortgottesdienst am Alten Friedhof. Die Gerer Musi wird mit musikalischer Gestaltung aufwarten, bevor es zum feierlichen Gräberumgang geht. Wer dann noch nicht genug hat, kann sich auf einen Bus am Franziskanerplatz freuen, der zum Bergfriedhof in Schönau am Königssee fährt. Dort wird um 14.20 Uhr die Segnung der Urnengräber stattfinden, gefolgt von einem weiteren ökumenischen Wortgottesdienst um 14.30 Uhr, ebenfalls musikalisch begleitet von der Gerer Musi. Eine tolle Sache – besonders für ältere oder gehbehinderte Personen, denn die RVO-Shuttlebusse werden speziell für sie bereitgestellt.
Marktschellenberg und Ramsau im Gedenken
Der Ort Marktschellenberg hat auch einiges zu bieten: Um 14 Uhr wird in der Pfarrkirche St. Nikolaus ein Rosenkranz gebetet. Anschließend folgt ein Totengedenken mit einem Zug der Gläubigen zum Friedhof, wo die Musikkapelle Marktschellenberg die Gräbersegnung musikalisch begleitet. Ein bisschen später, in Ramsau, wird ebenfalls um 14 Uhr eine Andacht mit Gräbersegnung am Friedhof stattfinden – die Musikkapelle Ramsau sorgt dabei für den passenden musikalischen Rahmen. So wird der Tag zum kollektiven Gedenken an die Verstorbenen.
Verkehrsmaßnahmen und Allerseelen
Für die Sicherheit der Teilnehmer sorgen die Polizeiinspektion Berchtesgaden und die Freiwillige Feuerwehr Schönau am Königssee. Sie regeln den Verkehr im Bereich des Kreisverkehrs am Bahnhof. Während der Gräbersegnung am Bergfriedhof wird der Fergerlberg für den allgemeinen Verkehr gesperrt – allerdings können die RVO-Zubringerbusse weiterhin fahren. Die Sperre wird voraussichtlich zwischen 14.15 und 15.15 Uhr stattfinden, also besser vorher planen!
Und als ob das nicht genug wäre, folgt am Montag, dem 2. November, Allerseelen. Um 18 Uhr wird in der Stiftskirche Berchtesgaden, in der Pfarrkirche Marktschellenberg und in der Kirche Herz-Jesu Bischofswiesen ein Rosenkranz gebetet. Um 18.30 Uhr gibt es dann Seelengottesdienste für alle Verstorbenen, besonders für die, die im vergangenen Jahr gestorben sind. Im Pfarrverband Ramsau–Unterstein wird in Unterstein auch um 18 Uhr ein Rosenkranz gebetet, gefolgt von einem Gottesdienst um 18.30 Uhr. In Ramsau findet der Allerseelen-Gottesdienst am Dienstag, dem 3. November, um 18.30 Uhr statt.
Einblicke in die Tradition
Allerheiligen und Allerseelen markieren traditionell den Beginn des „Totenmonats“ November, ein ganz besonderer Zeitraum, der tief in der Kultur verwurzelt ist. In Bayern wird Allerheiligen häufig mit Friedhofsbesuchen, Andachten und anschließendem Beisammensein in der Familie begangen. Es ist eine Zeit, um innezuhalten und sich an die Menschen zu erinnern, die nicht mehr bei uns sind. Theologisch betrachtet gedenken wir an Allerheiligen nicht nur der offiziell heiliggesprochenen Personen, sondern aller Verstorbenen, während Allerseelen dem Gebet für die verstorbenen Gläubigen gewidmet ist.
Die Wurzeln dieser Tradition gehen bis ins Mittelalter zurück, als die Zahl der Heiligen und Märtyrer stark zunahm. Papst Gregor III. legte im 8. Jahrhundert den 1. November für die Feier in Rom fest, und viele katholisch geprägte Länder haben diese Tradition übernommen. In Deutschland ist Allerheiligen nur in bestimmten Regionen ein gesetzlicher Feiertag, aber die Bedeutung der Tage bleibt für viele Menschen unverändert. Es ist eine Zeit der Besinnung und des Erinnerns, die wir auch im Talkessel Berchtesgadener Land gebührend feiern werden.
