Am 11. Juni 2026 erreicht uns die Nachricht aus Gresgen, dass die Genossenschaft Hofgut Leo Insolvenz angemeldet hat. Ein schwerer Schlag, nicht nur für die 120 Genossen, die jeweils 777 Euro in die Genossenschaft investiert haben, sondern auch für die Region. Vorstand Thomas Hann hat die Zahlungsunfähigkeit bestätigt, und das in einem Moment, wo der Betrieb eigentlich floriert – Reservierungen bis ins Jahr 2028 sind bereits eingegangen! Wie paradox ist das denn?
Die Insolvenz wurde in Waldshut beantragt, und das Ganze hat seinen Ursprung in einem Darlehen über 300.000 Euro, das im März fällig war und nicht zurückgezahlt werden konnte. Die GLS-Bank, als Hauptgläubigerin, wird sicherlich ein Auge auf die Entwicklungen haben, zumal die Genossenschaft auch beim Finanzamt Schulden hat. Insgesamt wurden sage und schreibe 1,6 Millionen Euro aufgenommen, um das historische Hotel Löwen zu übernehmen. Ein gewagtes Unterfangen, das nun in einer finanziellen Misere mündet.
Optimistische Planung und unerwartete Wendungen
Thomas Hann räumt ein, dass die betriebswirtschaftliche Planung vielleicht ein bisschen zu optimistisch war. Aber seien wir ehrlich – wer hätte gedacht, dass gleich zwei große Projekte, wie der Einbau einer Pyrolyse-Heizung und der Bau eines Biosphärenpfades, nun auf Eis gelegt werden müssen? Ein echter Rückschlag für alle, die auf die nachhaltigen Initiativen gehofft haben. Trotz der aktuellen Situation läuft der Geschäftsbetrieb im Hofgut Leo jedoch gut. Es ist schon fast ironisch, dass trotz dieser finanziellen Turbulenzen der Betrieb selbst in der Gewinnzone ist.
Als ob das nicht genug wäre, haftet Hann privat mit 100.000 Euro, was die Situation für ihn persönlich noch brisanter macht. Die Bank zeigt sich jedoch kooperativ und ist bereit, auf Teile der Schulden zu verzichten. Ein Lichtblick in dieser düsteren Lage, der vielleicht einen Weg aus der Misere ebnen könnte. Doch der Insolvenzverwalter, die Kanzlei Pantaleon gen Stemberg aus Freiburg, wird nun die Geschicke des Hofguts leiten.
Die Zukunft des Hofgut Leo
Mit all dem, was gerade passiert, ist die Zukunft des Hofgut Leo ungewiss. Der Betrieb hat in letzter Zeit zwar Wachstum und Gewinn erzielt, doch die finanziellen Verstrickungen lassen einen schaudern. Das Gefühl, dass man an einem Wendepunkt steht, ist greifbar. Die Hoffnungen auf eine Wende werden nun in die Hände des Insolvenzverwalters gelegt, der die Geschäfte in der aktuellen Lage neu ordnen muss.
Die Region wird gespannt auf die Entwicklungen blicken. Ein historisches Hotel, das für viele ein Stück Heimat ist, steht auf der Kippe. Es bleibt zu hoffen, dass die Leidenschaft und das Engagement, die in das Hofgut Leo gesteckt wurden, nicht umsonst waren und dass vielleicht ein neuer Weg gefunden wird, um dieses Stück Geschichte zu retten.




