Mysteriöses Verschwinden des Holzkreuzes von Paula Hitlers Grab am Königssee sorgt für Aufregung und Ermittlungen
Im idyllischen Schönau am Königssee, wo die Natur in ihrer schönsten Form erstrahlt, sorgt ein Vorfall für Aufregung und Unverständnis. Auf dem Bergfriedhof ist das Holzkreuz vom Grab Paula Hitlers verschwunden! An dieser Stelle, die für viele Menschen ein Ort des Gedenkens ist, bleibt nur eine leere Metallhalterung zwischen zwei Eiben zurück. Die Verankerung im Sockel weist sogar Beschädigungen auf. Keiner kann mehr den Namen Paula Hitlers erkennen, und auch die Namen eines einheimischen Ehepaars, das dort 2005 und 2006 beigesetzt wurde, sind nicht mehr lesbar. Das ist schon mehr als nur ein kleiner Missstand.
Bereits zuvor war eine Holzklappe abgerissen worden, die über zwanzig Jahre lang den Namen von Paula Hitler verdeckt hatte. Diese Klappe, das muss man sich mal vorstellen, war ein Teil der Geschichte, und jetzt? Jetzt ist sie einfach weg – vermutlich innerhalb der letzten Wochen. Wer dafür verantwortlich ist, bleibt ein Rätsel. Bürgermeister Alexander Resch hat die Friedhofsmitarbeiter über die Beschädigung informiert. Zunächst war die Polizei nicht involviert, doch die Berichterstattung hat die Behörden aufmerksam gemacht. Und jetzt? Jetzt ermittelt die Polizei wegen Störung der Totenruhe und Sachbeschädigung.
Ermittlungen und rechtliche Konsequenzen
Das beschädigte Kreuz wurde mittlerweile abgebaut, und es bleibt unklar, wer für diese Handlung verantwortlich ist. Normalerweise ist der Grabberechtigte dafür zuständig, aber der bleibt bis jetzt in den Schatten. Er konnte von der Polizei noch nicht erreicht werden und hat scheinbar nichts von den Ermittlungen mitbekommen. Die Staatsanwaltschaft hat bereits von Amts wegen ein Verfahren eingeleitet, denn gemäß Paragraph 168 des Strafgesetzbuchs kann man für das Zerstören oder Entweihen einer Beisetzungsstätte mit bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder einer Geldstrafe rechnen. Das gilt auch für die fest mit der Grabstätte verbundenen Gegenstände wie das Kreuz. Und selbst der Versuch, so etwas zu tun, ist strafbar!
Zusätzlich gibt es noch eine Schwarz-Weiß-Fotografie, die aus der Grablaterne am Fußende des Grabes fehlt. Sie zeigte eine junge Frau mit hochgestecktem Haar und hochgeschlossenem Kleid. Auch hier bleibt unklar, wer das Foto entfernt hat. Die Grabpflege, die trotz der Vorkommnisse weitergeht, zeigt sich in einem bunten Beet mit Heidekraut, Purpurglöckchen und Ziergras. Am Kopfende des Grabes stehen rote Grablichter, Figuren, ein Engel, ein weißes Kirchlein und ein Rentier – alles liebevoll platziert, um den Verstorbenen zu ehren.
Wer war Paula Hitler?
Paula Hitler, die Schwester von Adolf Hitler, wurde 1896 im oberösterreichischen Hafeld geboren. Nach dem Zweiten Weltkrieg ließ sie sich in Berchtesgaden nieder, wo sie bis zu ihrem Tod am 1. Juni 1960 lebte. Ihr Leben war geprägt von der Nähe zu ihrem Bruder, von der sie sich zu Lebzeiten nicht distanzierte. Auch wenn die Marktgemeinde Schönau am Königssee weitere Eingriffe an der Grabstelle zuletzt ausgeschlossen hat, bleibt die Frage, wie es mit der Würde der Toten weitergeht. Der Schutz des Pietätsgefühls der Angehörigen und der Gesellschaft ist wichtig, und wie die Gesetze es vorschreiben, sollte die Totenruhe unantastbar bleiben.
In einer Zeit, in der das Gedächtnis an die Vergangenheit oft verwischt wird, ist es umso wichtiger, solche Orte des Erinnerns zu bewahren. So bleibt zu hoffen, dass die Ermittlungen schnell Klarheit bringen und die Würde der Verstorbenen wiederhergestellt wird. Denn letztlich ist jeder Grabstein ein Stück Geschichte, das es zu respektieren gilt.
