Wiederöffnung der Gumpen: Touristen müssen sich auf strenge Regeln einstellen!
Die Gumpen am Königsbach-Wasserfall, einst ein Geheimtipp für Fotografen, erleben ein Comeback. Die Nationalparkverwaltung Berchtesgaden plant, die Sperrung durch die stark frequentierte, als „Natural Infinity Pool“ bekannte Gegend aufzuheben. Diese Entscheidung ist das Ergebnis von drei Jahren intensiver Beobachtungen und Kontrollen, die zunächst nicht nur einen Anstieg der Besucherzahlen, sondern auch zahlreiche Umweltprobleme zur Folge hatten. Der Bereich wurde 2021 geschlossen, nachdem zwei Männer aus Sachsen in den Gumpen ertranken und sich gleichzeitig Müllansammlungen und illegales Wildcampen häuften. Die Behörden reagierten auf den massiven Stress für die Tierwelt und erließen daher ein Betretungsverbot für rund 10 Hektar Vegetationsschutzgebiet rund um die Gumpen.
In den ersten Monaten nach der Sperrung registrierte man bis zu 69 Verstöße, und im Jahr 2022 wurde die Zahl der Anzeigen auf 86 erhöht. Während es im Jahr 2023 43 Verstöße gegen das Betretungsverbot gab, zeigt eine Foto-Dokumentation, dass sich die Vegetation in den geschützten Gebieten allmählich erholt. Ob die Gumpen nach Ablauf der fünfjährigen Sperrfrist wieder für Besucher zugänglich sein werden, ist bisher ungewiss; die Ergebnisse zur Erholung der Natur stehen noch aus. Das Landratsamt Berchtesgadener Land plant indes, eine Verordnung zu erstellen, die den Zugang zu dem künftigen „Vegetationsschutzgebiet“ genauer definiert und Bußgelder bei Verstößen festlegt. Derartige Verstöße können bei Geldstrafen bis zu 25.000 Euro kosten, während „Einmaltäter“ mit hohen dreistelligen Bußgeldern rechnen müssen.
Schutz der Umwelt im Fokus
Besonders ärgerlich für die Verantwortlichen sind nicht nur die Schäden an der Natur, sondern auch die zahlreichen Rettungseinsätze für in Not geratene Besucher. Die Nationalparkverwaltung hat daher beschlossen, den Ranger-Dienst am Königsbach-Wasserfall zu intensivieren, um bestehende Verbote wie das Zelten, Biwakieren und die Nutzung von Drohnen konsequent durchzusetzen.
Die Region hat massive Auswirkungen durch den Tourismus verspürt, und es entstanden über drei Kilometer neue Trampelpfade im Bergwald. Trotz der Bekanntheit, die der Infinity Pool durch soziale Netzwerke und Medien erreichte, sind sich regionale Organisationen, Behörden, Gemeinden und die Polizei einig: Die Natur und deren Erhalt haben höchste Priorität. Daher bleibt das Ufer des Königssees und die unteren Terrassen am Wasserfall weiterhin für die Öffentlichkeit zugänglich, während der Bereich um die Gumpen reguliert wird, um der Vegetation die verdiente Erholung zu ermöglichen.
Der Prozess zur Erstellung der neuen Verordnung wird wohl mehrere Wochen in Anspruch nehmen, während die Nationalpark-Ranger nun verstärkt am Königsbach-Wasserfall im Einsatz sind. Der Erhalt und Schutz der Natur stehen klar im Vordergrund, wenn es um die Zukunft dieses beliebten Fotospots geht.



