In der Südvorstadt von Dresden wird am Donnerstagnachmittag eine bedeutende Protestaktion der Gruppierung „Extinction Rebellion“ stattfinden. Die Aktivist:innen haben sich entschlossen, den Verkehr in der Nähe des Heizkraftwerks „Nossener Brücke“ zu blockieren, um auf die Dringlichkeit des Klimaschutzes aufmerksam zu machen. Ab 16:15 Uhr wird die Kreuzung Budapester Straße / Nürnberger Straße / Chemnitzer Straße für sieben Minuten je Phase gesperrt. Diese Aktion steht unter dem Motto „Stoppt den fossilen Wahnsinn!“ und ist sowohl angemeldet als auch genehmigt.
Das Hauptziel dieser Blockade ist die Forderung nach der Veröffentlichung des Dekarbonisierungskonzepts von SachsenEnergie. Die Aktivist:innen loben zwar die bisherigen Bemühungen um den Ausstieg aus fossilen Energieträgern, jedoch fordern sie einen fairen Zugang zu Informationen. In diesem Zusammenhang hat SachsenEnergie bereits eine Zusammenfassung des Konzepts auf ihrer Internetseite bereitgestellt, was jedoch nicht ausreicht, um die Bedenken der Demonstrierenden zu zerstreuen.
Kritik an SachsenEnergie und deren Dekarbonisierungskonzept
Die Kritik am Dekarbonisierungskonzept ist nicht neu. In einer weiteren bevorstehenden Protestaktion am 9. Januar 2025 wird sich die Initiative „Fridays for Future Dresden“ zusammen mit Extinction Rebellion erneut zu Wort melden. Dieser Protest wird im Rahmen des Neujahrsempfangs von SachsenEnergie am Kraftwerk Mitte stattfinden. Die Aktivist:innen werfen der Energieversorgungsgesellschaft vor, ein unzureichendes Konzept zu verfolgen, das die klimaneutrale Zukunft Dresdens gefährdet.
Einige der wesentlichen Kritikpunkte betreffen die geplanten Maßnahmen zur Energiegewinnung. Die Abhängigkeit von grünem Wasserstoff (30 %) wirft Fragen zur Verfügbarkeit und Wirtschaftlichkeit auf. Zudem wird die thermische Abfallverwertung (20 %) als nicht klimaneutral angesehen, was den Zielen von ZeroWaste widerspricht. Die technische Umsetzbarkeit der Tiefengeothermie (12 %) in Dresden erscheint ebenfalls fraglich. Diese Kritik wird durch die Warnung von Florian Keller (Fridays for Future) untermauert, der betont, dass die Dresdner:innen die Folgen eines gescheiterten Konzepts tragen müssen.
Forderungen der Protestierenden
Die Aktivist:innen verlangen einen verstärkten Einsatz von Solarthermie, Großwärmepumpen und Wärmespeichern. Ihr Ziel ist eine klimaneutrale und bezahlbare Wärmeversorgung bis spätestens 2035. Christian Bläul von Extinction Rebellion hebt hervor, dass die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern nicht nur das Klima destabilisiert, sondern auch die geopolitische Lage in Frage stellt. Die Forderung nach Transparenz und Kooperation wird laut und deutlich geäußert, um effektive Lösungen zu erreichen.
Ein wichtiger Aspekt dieser Protestaktionen ist der Appell an Politik, Unternehmen und Gesellschaft, sich für eine nachhaltige Zukunft einzusetzen. Die Bedeutung lokaler Klimaziele und deren ehrgeizige Umsetzung kann nicht genug betont werden. Die zentrale Frage bleibt, ob SachsenEnergie bereit ist, ihre Strategie anzupassen oder ob der Status quo fortgeführt wird. Während die Proteste sich häufen, wird deutlich, dass die Notwendigkeit für Veränderungen dringend und unumgänglich ist.


