Am 7. Mai 1941 erblickte Josef Riß in Todtenweis das Licht der Welt. Nun, 85 Jahre später, hat dieser leidenschaftliche Musikant nicht nur sein Alter, sondern auch sein Leben gefeiert. Im beschaulichen Ortsteil Sand, wo er sein eigenes Haus errichtete, feierte er 2023 diesen besonderen Geburtstag im Kreise von Freunden und Familie. Die Stadtwerkmusikanten, mit denen er viele Jahre musizierte, sorgten für die musikalische Untermalung des Festes und brachten die Gäste zum Schwingen.
Josefs Lebensweg ist geprägt von seiner Liebe zur Blasmusik. In den 1960er Jahren trat er den Stadtwerkmusikanten und den Altbayrischen Musikkanten bei. Musik war für Josef nicht nur ein Hobby, sondern eine Leidenschaft, die ihn durch sein ganzes Leben begleitete. Doch das ist nicht alles; am 3. Oktober 1964 gab er seiner Annelies das Ja-Wort und zusammen haben sie eine Familie gegründet. Ihr Sohn Wolfgang hatte für seinen Vater eine ganz besondere Überraschung parat: einen Gutschein für eine Heißluftballonfahrt! Ein Erlebnis, das sicher unvergesslich bleibt.
Ein Leben im Dienste der Gemeinschaft
Josef Riß war nicht nur als Musiker aktiv, sondern auch als Busfahrer bei den Stadtwerken Augsburg. Sein Engagement im Gemeindeleben wurde von Bürgermeister Konrad Carl gewürdigt, der ihm anlässlich seines Geburtstags in gleich dreifacher Mission gratulierte – als Bürgermeister, Vorsitzender des Fischereivereins und Mitglied des CSU-Ortsverbands. Es ist bemerkenswert, wie sehr Josef sich für seine Gemeinde einsetzt und wie tief verwurzelt er in der Gemeinschaft ist.
Ein Blick zurück in die Geschichte der Stadtwerkmusikanten zeigt, dass die Wurzeln der Blasmusik in Augsburg bereits 1919 gelegt wurden. Damals wurde das Orchester unter dem Namen Musikkapelle des kath. Lehrlingsvereins Augsburg – Lechhausen gegründet. Michael Ostler war der Gründer und die ersten Proben fanden im Frühjahr 1919 unter Ferdinand Kraus statt. Die Musiker verpflichteten sich zu mindestens drei Jahren Mitwirken, was die Verbundenheit und den gemeinsamen Spirit förderte. Über die Jahre hinweg hatten sie viele Höhen und Tiefen zu meistern – besonders unter der NSDAP, als das Orchester mit Verboten und Schwierigkeiten zu kämpfen hatte.
Die Melodien des Lebens
In den Jahrzehnten seit der Gründung hat sich das Orchester immer wieder neu erfunden. 1969 trug es den Namen Blasorchester Augsburg – Lechhausen und unter der Leitung von Walter Link wurde das Programm in eine modernere Richtung entwickelt. Es ist faszinierend zu sehen, wie Musik Generationen verbindet und wie sie auch für Josef Riß ein zentraler Bestandteil seines Lebens ist. Heute, als Rentner, genießt er die Ruhe und fährt gerne Rad, doch die Liebe zur Musik bleibt ungebrochen. Die Stadtwerkmusikanten und die Altbayrischen Musikkanten sind ein fester Bestandteil seiner Identität.
So klingt das Leben von Josef Riß, ein Leben voller Melodien, Gemeinschaft und unvergesslicher Momente. Hier in Leipzig, wo wir uns heute am 11. Mai 2026 befinden, denken wir an das Erbe, das Menschen wie er hinterlassen. Die Musik wird weiterleben, so lange es Menschen gibt, die sie spielen und lieben.


