Neuanfang im Kloster Welden: Wenn Tradition auf innovative Pflege trifft
In der beschaulichen Umgebung des Klosters in Welden, wo die Luft frisch und die Natur um den großen Garten von 15.600 Quadratmetern blüht, wird ein neuer Abschnitt aufgeschlagen. Die verbliebenen acht Schwestern des Karmelitinnenklosters, die seit Jahrzehnten für die Gemeinschaft da waren, haben sich schweren Herzens entschieden, ihre gewohnte Heimat zu verlassen. Der Altersdurchschnitt und der akute Nachwuchsmangel zwingen die Schwestern, einen neuen Weg zu gehen. Das Kloster Himmelspforten der „Unbeschuhten Karmelitinnen“ in Würzburg wird ihre neue Bleibe, und wir müssen uns mit dem Gedanken anfreunden, dass es bald Veränderungen geben wird.
Doch während sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere. Sechs Schwestern der nigerianischen Ordensgemeinschaft „The Holy Family Sisters of the Needy“ ziehen ein. Diese bemerkenswerte Gemeinschaft wird nicht nur das Kloster betreuen, sondern auch aktiv im Pflegebereich arbeiten. Es ist eine inspirierende Vorstellung, wie diese Schwestern, die sich in Nigeria, Italien, Frankreich, Großbritannien und den USA bereits in sozialen Bereichen engagiert haben, nun in Welden ihre Dienste anbieten wollen. Und im Jahr 2024 sollen sogar zehn bis zwölf weitere Schwestern folgen, einige direkt aus Nigeria, um das Pflegeangebot auszubauen.
Ein neues Kapitel der Gemeinschaft
Die nigerianischen Schwestern werden eine Ausbildung für Pflegeberufe absolvieren und sich somit in Deutschland rechtlich handlungsfähig machen. Um die offizielle Niederlassung in Welden zu besiegeln, braucht es aber noch den Segen des Augsburger Bischofs Bertram Meier und einen Beschluss der Ordensgemeinschaft. Das klingt nach viel Bürokratie, aber die Vorfreude auf die offizielle Eröffnung der neuen Gemeinschaft wächst mit jedem Tag.
Am 26. Mai 1931 wurde das Kloster in Welden gegründet. Es hat also eine lange, traditionsreiche Geschichte hinter sich. Die acht Ordensfrauen, die nun zu Ehrenbürgerinnen Weldens ernannt wurden, haben nicht nur das Kloster, sondern auch die Herzen der Menschen in der Umgebung geprägt. Oberin Stephanie drückte die Dankbarkeit der Schwestern für die lange Verbundenheit mit der Bevölkerung aus. Man kann sich gut vorstellen, wie viele Geschichten und Erinnerungen in diesen Mauern stecken.
Die Wurzeln der Krankenpflege
Die Rolle der Ordensgemeinschaften in der Krankenpflege ist immerhin tief verwurzelt in der Geschichte der römisch-katholischen Kirche. Klöster waren schon immer Orte des Rückzugs und der Heilung, wo man den Kranken besondere Aufmerksamkeit schenkte. Die Entwicklung der Krankenpflege in Klöstern hat sich zu einem eigenen Dienst mit institutionellem Rang entwickelt. Historisch bedeutende Hospitalorden wie die Antoniter und die Johanniter legten den Grundstein für die Pflege der Bedürftigen.
Es ist faszinierend zu sehen, wie sich das sozial-karitative Wirken der Ordensfrauen im Laufe der Jahrhunderte gewandelt hat. Im 19. Jahrhundert entstanden zahlreiche neue weibliche Kongregationen, die sich vor allem der Krankenpflege widmeten. Die Grauen Schwestern von 1842 sind nur ein Beispiel unter vielen. Diese Schwestern schufen nicht nur ein Netzwerk der Unterstützung, sondern trugen auch dazu bei, dass das Thema Pflege in der Gesellschaft einen höheren Stellenwert erhielt.
So wird das Kloster in Welden, das einst von den Karmelitinnen geprägt wurde, nun zu einem Zentrum für die neue Gemeinschaft der nigerianischen Schwestern. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Dinge entwickeln werden, aber eines ist sicher: Die Menschen in der Umgebung dürfen sich auf eine spannende Zeit freuen, in der Tradition und Innovation Hand in Hand gehen werden.
Heute ist der 8.06.2026 und während sich der Sommer langsam entfaltet, spürt man eine Aufbruchsstimmung in der Luft. Die Schwestern stehen bereit, um ihre neue Mission in Welden zu beginnen.




