Heute ist der 3.06.2026. Ein bedeutendes Ereignis steht vor der Tür: Am 10. Juni wird in der Bibliotheca Albertina eine außergewöhnliche Schenkung präsentiert. Alastair Jollans, ein britischer Bibliophiler, wird seine beeindruckende Sammlung des Bernhard Tauchnitz Verlags an die Universitätsbibliothek Leipzig (UBL) übergeben. Unglaublich, oder? Diese Sammlung umfasst rund 5.000 Bände der „Collection of British and American Authors“ und markiert die Rückkehr eines wesentlichen Teils des verlegerischen Erbes der Buchstadt Leipzig an seinen Ursprungsort. Ein echtes Comeback!
Der Leipziger Verleger Bernhard Tauchnitz hat seit 1841 englischsprachige Literatur für ein breites Publikum zugänglich gemacht. Die „Collection of British and American Authors“ war die erste moderne Taschenbuchreihe der Welt und hat bis zur Zerstörung des Verlagsgebäudes im Zweiten Weltkrieg sage und schreibe 5.370 Bände von über 700 Autorinnen hervorgebracht. Diese Bücher wurden nicht nur als literarische Unterhaltung, sondern auch als Sprachlernmittel genutzt. Viele Exemplare enthalten handschriftliche Übersetzungen und Anmerkungen der Besitzerinnen – das ist fast ein Stück Literaturgeschichte in den Händen von Lesern!
Die Schenkung – Ein Zeichen der Rückkehr
Diese Rückgabe hat einen ganz besonderen Stellenwert. Alastair Jollans, der in den 1990er Jahren begann, seine Sammlung aufzubauen, hat sich auf Erstausgaben konzentriert und damit eine der umfangreichsten privaten Sammlungen der Tauchnitz Edition geschaffen. Die Sammlung gilt als weltweit einzigartig in ihrem Fokus auf diese Erstausgaben, und das macht sie umso wertvoller. Jollans hat die meisten Bände in Antiquariaten in Europa erworben, vor allem in Belgien und den Niederlanden, und dabei darauf geachtet, Originaleinbände zu bekommen. Bei den Bänden 3.000 bis 4.000 (1894–1909) sind etwa 40 % Originaleinbände der ersten Auflage vorhanden – das ist wirklich bemerkenswert!
Die Schenkung umfasst nicht nur Bücher, sondern auch zahlreiche Werbemittel, Magazine und sogar Originalbriefe, darunter ein Schreiben von Charles Dickens. Eine kleine Schatztruhe voller Geschichten, die darauf wartet, von den Besuchern der Universitätsbibliothek Leipzig erkundet zu werden. Und das Beste? Die Sammlung enthält auch Titel aus dem Albatross Verlag, der eng mit Tauchnitz verbunden ist. Jollans sieht die Rückgabe seiner Sammlung nach Leipzig als eine symbolische Heimkehr – ein schöner Gedanke, nicht wahr?
Die Rolle der Wissenschaftler
Die Schenkung wurde durch das Engagement von vier Leipziger Wissenschaftler*innen initiiert: Dietmar Böhnke, Stefan Welz, Thomas Keiderling und Melanie Mienert. Diese Gruppe beschäftigt sich seit 2013 mit der Geschichte des Tauchnitz-Verlags und hat maßgeblich dazu beigetragen, dass Jollans seine Sammlung der UBL anvertraut. Eine internationale Konferenz zur Tauchnitz Edition fand 2021 in der Bibliotheca Albertina statt, und hier kam alles so richtig ins Rollen.
Dr. Anne Lipp, die Direktorin der UBL, betont die immense Bedeutung der Schenkung für die Universität und den Buchstandort Leipzig. Es ist ein wahres Geschenk an die Literatur und ein Bild der Wertschätzung für die Geschichte des Verlags. Die Sammlung wird ab 2026 in der Universitätsbibliothek Leipzig erschlossen und ist damit für die Öffentlichkeit zugänglich – ein echtes Highlight für Literaturbegeisterte!
Einblick in die Sammlung
Was die Sammlung so besonders macht, sind die vielen Erstausgaben in Originaleinband, die sie dokumentiert. Diese Bände erzählen nicht nur von der Programmentwicklung des Verlags, sondern auch von den Lesern, die sie einst in den Händen hielten. Viele der Bücher weisen handschriftliche Notizen und Datierungen auf, die Jollans selbst hinzugefügt hat, um die Geschichte jedes einzelnen Bandes nachzuvollziehen. Ein wenig wie ein Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart.
Die Tauchnitz-Sammlung wird für die universitäre und literarische Landschaft Leipzigs einen neuen Glanz verleihen. Die Bände enthalten Spuren von Vorprovenienzen, wie Etiketten und Stempel, die aus Europa, Großbritannien und den USA stammen. Jollans hat sogar einen Katalog seiner Sammlung erstellt, der mit Fotos illustriert ist – eine Veröffentlichung ist geplant. Das wird sicher spannend!
Insgesamt wird die Rückkehr dieser Sammlung nicht nur die Geschichte des Tauchnitz Verlags lebendig halten, sondern auch neue Perspektiven für Forschung und Lehre eröffnen. Ein wahrhaft literarisches Fest für Leipzig und darüber hinaus!



