Heute ist der 5.11.2026 und während wir hier in Leipzig im schönen Herbstlicht die bunten Blätter genießen, gibt es drüben in Eriwan, Armenien, einen ganz anderen Wind, der weht. Die UN-Artenschutzkonferenz COP17 ist vor kurzem zu Ende gegangen. Wie immer wurden große Worte gefunden, viele Versprechungen gemacht, aber wenn wir mal ehrlich sind, so richtig greifbar sind die Ergebnisse nicht. Ein Aktionsplan wurde zwar verabschiedet, doch konkrete Maßnahmen und ausreichende Finanzmittel fehlen an allen Ecken und Enden.

Die Verhandlungen zur Biodiversität und zum Klimawandel laufen weiterhin getrennt, obwohl es längst Zeit wäre, die beiden Krisen gemeinsam anzugehen. Seit 1992 haben wir schließlich zwei separate UN-Verträge: die Klimarahmenkonvention und die Biodiversitätskonvention. Und das stößt viele Forschende sauer auf, denn sie beobachten immer deutlicher, dass sich Klima- und Biodiversitätskrise gegenseitig befeuern. Stellt euch das mal vor: Die Hitze und Dürre setzen Arten unter Druck und gleichzeitig setzt die Zerstörung von Ökosystemen den gespeicherten Kohlenstoff frei. Ein Teufelskreis!

Die Gemeinsamkeiten der Krisen

Ein Blick auf die Ursachen zeigt, dass unsere moderne Lebensweise – ja, unsere Bequemlichkeit, das ständige Streben nach mehr – sowohl das Klima als auch die Artenvielfalt erheblich schädigt. Fossile Energiegewinnung, die Zerstörung von Wäldern, Mooren und anderen Lebensräumen, das alles sind Dinge, die wir auf die eine oder andere Weise mit unserem Lebensstil in Verbindung bringen müssen. Und während wir uns über die neuesten technischen Errungenschaften freuen, darf nicht vergessen werden: Nicht jede Maßnahme zum Klimaschutz ist auch gut für die Natur. Große Bioenergieplantagen oder Aufforstungen mit nur einer Baumart können der Artenvielfalt sogar schaden!

In Deutschland ist die Lage besonders kritisch. Laut der Leopoldina, einer der renommiertesten Akademien, brauchen wir dringend mehr Schutzgebiete für bedrohte Tiere und Pflanzen. Der Klimawandel hat den Zustand bestehender Schutzgebiete bereits verschlechtert. Das ist nicht nur eine Frage des Naturschutzes, sondern auch der Lebensqualität für uns alle. Biodiversität umfasst die Vielfalt der Arten, die genetische Vielfalt innerhalb einer Art und die Vielfalt von Lebensräumen und Ökosystemen. Es reicht nicht, sich nur auf die Artenvielfalt zu konzentrieren, denn letztlich müssen auch die zusammenhängenden und funktionierenden Ökosysteme geschützt werden.

Ernährung und ihre Auswirkungen

Erstaunlich, aber wahr: Auch unsere Ernährung hat einen gewaltigen Einfluss auf das Klima und die Biodiversität. Eine rein pflanzliche Ernährung könnte die landwirtschaftlich genutzte Fläche um 76 Prozent verringern und die ernährungsbedingten Treibhausgasemissionen um 49 Prozent reduzieren. Und dennoch bleibt die Massentierhaltung ein großes Problem. Rinder, Schafe und Ziegen produzieren nicht nur Methan durch ihre Verdauung, sondern auch zusätzliches Methan und Lachgas aus Gülle. Da fragt man sich doch, ob wir nicht besser für die Umwelt sorgen könnten, wenn wir einfach weniger tierische Produkte konsumieren.

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Der Weg zur Lösung

Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) hat sich zum Ziel gesetzt, den Biodiversitätsverlust und den Klimawandel gemeinsam zu bearbeiten. Es ist klar, dass beide Krisen überwiegend gemeinsame Ursachen haben und sich gegenseitig verstärken. Daher fördert das BfN Synergien zwischen Biodiversitäts- und Klimaschutz auf verschiedenen Ebenen: Von der Politik über die Forschung bis hin zur Umsetzungspraxis. Im Hintergrund steht ein umfassendes Konzept, das auf einem internationalen Workshop fußt und verschiedene soziale Aspekte sowie die Finanzierung behandelt.

Zudem betont der Globale Biodiversitätsrahmen, der 2022 bei der Weltnaturkonferenz in Montreal verabschiedet wurde, die Bedeutung naturbasierter Lösungen. Diese Ansätze kombinieren den Schutz von Biodiversität und Ökosystemen mit der Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen. Ob es um die Wiederherstellung von Mooren oder die Schaffung urbaner Grünflächen geht – all diese Maßnahmen sind nicht nur gut für die Natur, sondern auch für uns Menschen.

In Leipzig haben wir die Möglichkeit, bei der Gestaltung unserer Stadt und unseres Lebensstils aktiv zu werden. Sei es durch den Schutz von Grünflächen oder durch bewusste Ernährung – jeder Schritt zählt und kann einen Unterschied machen. Denn letztendlich liegt die Verantwortung bei uns allen. Und das ist doch eine ziemlich große, aber auch spannende Aufgabe!