Heute ist der 23.10.2026 und in Leipzig wird gefeiert! Die Jazztage haben ihr 50-jähriges Bestehen erreicht – ein ganz großes Jubiläum für die Stadt und ihre Musikszene. Vom 17. bis 25. Oktober wird die Stadt zur Hochburg des Jazz, und man kann sagen, das wird ein Fest. Die ersten Jazztage wurden 1976 ins Leben gerufen und seitdem hat sich viel getan. Es ist schon beeindruckend, wie sich die Veranstaltung über die Jahre entwickelt hat und immer wieder neue Talente und alte Legenden auf die Bühne bringt.

Einer, der die Geschichte des Festivals hautnah erlebt hat, ist der Jazzpianist Stefan König. Er erinnert sich lebhaft an die Zeiten an der Hochschule für Musik und Theater (HMT) in der DDR, wo Instrumentalmusik sich nur schwer als staatsfeindlich zensieren ließ. Das ist schon eine spannende Anekdote, die zeigt, wie tief der Jazz in Leipzig verwurzelt ist. Und das Festival hat es sogar geschafft, im zweiten Jahr internationale Bands nach Leipzig zu holen – ganz ohne große Bürokratie. Ein ganz schön mutiger Schritt damals!

Ein Rückblick auf die ersten Jahre

Das Festival hat sich als ein Schmelztiegel der Kulturen etabliert. Jazzfans aus Leipzig und darüber hinaus strömen zusammen, um die Klänge zu genießen. Annika Sautter, die Programmleiterin, beschreibt es als eine Art demokratisches Musizieren ohne feste Regeln, wo Improvisation im Mittelpunkt steht. Wer einmal bei einem Auftritt von Alexander von Schlippenbachs Globe Unity Orchestra war, der weiß, wovon die Rede ist. 2026 feiert das Orchester sein 60-jähriges Bestehen und hat bereits in der dritten Festivalausgabe zur DDR-Zeit mitgemischt – eine wahre Institution!

Und dann gibt es da noch den Audiowalk „Jazz im Ohr“, der von Caro Behr konzipiert wurde. Er verbindet die Geschichte des Leipziger Jazz und thematisiert spannende Orte – von der Kongresshalle am Zoo bis zum Free-Jazz-Zentrum. Es sind diese kleinen Geschichten, die den Jazz in Leipzig so lebendig machen. Wusstet ihr, dass Studierende einmal den Flügel eines Kellerclubs gerettet haben, bevor er beschlagnahmt werden konnte? Das zeigt, wie sehr die Menschen für ihre Musik kämpfen!

Das aktuelle Programm

In diesem Jahr hat das Festival eine bunte Mischung aus Künstlern zu bieten. Unter den angekündigten Gästen sind Größen wie Jason Moran, der in der Thomaskirche ein Solokonzert gab und mit seinem Programm „Plays Duke Ellington“ die Zuhörer in seinen Bann zog. Zu Beginn legte er sogar einen Blumenstrauß auf den Flügel, denn Johann Sebastian Bach ist ganz in der Nähe begraben. Es ist fast schon rührend, wie er die Verbindung zur Geschichte der Musik herstellt.

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Aber es sind nicht nur die großen Namen, die das Festival prägen. Mit der Initiative „First Date“ improvisieren junge Leipziger Musiker mit Künstlern aus Polen und Frankreich, die sich vorher noch nie begegnet sind. Das ist mutig und zeigt, wie offen und einladend die Jazzszene in Leipzig ist. Zudem gibt es auch ein Kinderprogramm mit dem Titel „Jazz für Kinder: Das Ohr guckt mit“, ein Highlight für die jüngeren Zuhörer.

Die Jazztage haben sich auch in Sachen Diversität stark weiterentwickelt. Mehrere rein weiblich besetzte Bands treten auf – ein klarer Unterschied zu 1976. Das Leipziger Vokalensemble Sjaella, das Barockgesang mit Electronica und Filmmusik verbindet, hat gemeinsam mit dem Münchner Synthie-Pop-Duo Fallwander das Publikum in der Schaubühne Lindenfels begeistert. Es ist erfrischend zu sehen, wie sich die musikalischen Grenzen verschieben und neue Klänge entstehen.

Die Leipziger Jazztage sind nicht nur ein Festival, sie sind ein lebendiges Zeugnis der kulturellen Entwicklung dieser Stadt. Wo einst das Gefühl von Unzufriedenheit und Unfreiheit war, blüht heute die Musik auf, und verbindet Menschen über Generationen hinweg. Ein Grund mehr, die nächsten Tage in Leipzig zu genießen und sich von der Vielfalt des Jazz mitreißen zu lassen!