MaNuGrün: Gründächer als Schlüssel zur nachhaltigen Regenwasserbewirtschaftung in Leipzig
In Leipzig gibt es derzeit ein spannendes Forschungsprojekt, das die Stadt und ihre Zukunft in vielerlei Hinsicht beeinflussen könnte. Das Projekt „MaNuGrün“ hat sich zum Ziel gesetzt, herauszufinden, wie Gründächer bei Starkregen wirken und ob sie die Kanalisation entlasten können. Die Leipziger Wasserwerke haben dazu sogar eine Versuchsanlage mit zehn verschiedenen Dachaufbauten errichtet, um die Effekte von Gründächern genau zu untersuchen. Insgesamt wurden sage und schreibe 222 Starkregenversuche durchgeführt – das ist schon eine ordentliche Menge!
Das vierjährige Projekt, das im Dezember 2021 startete und von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert wird, bringt viele wichtige Institutionen zusammen: vom Bildungs- und Demonstrationszentrum für Dezentrale Infrastruktur (BDZ) bis zum Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) und der HTWK Leipzig. Am Ende des Projekts, das bis September 2025 läuft, soll ein umfassender Handlungsleitfaden für Kommunen und Planungsbüros bereitgestellt werden. Da kann man nur hoffen, dass die Ergebnisse auch in der Praxis umgesetzt werden!
Die Versuchsanlage und ihre Erkenntnisse
Die Versuchsanlage in Leipzig-Leutzsch ist wirklich ein echter Schauplatz der Wissenschaft. Hier wurden acht marktübliche Gründachsysteme sowie ein Kiesdach und ein konventionelles Dach untersucht. Zwischen Juni und September 2025 simulierte eine eigens entwickelte Anlage Starkregenereignisse – und zwar in unterschiedlichsten Intensitäten, von einem einjährigen bis zu einem hundertjährigen Regenereignis. Unter den genauen Augen von Sensoren wurden Zu- und Abflüsse erfasst, um die Wasserbilanzen der einzelnen Dachsysteme zu analysieren.
Die Ergebnisse zeigen, dass alle untersuchten Gründächer die Abflussspitzen deutlich stärker reduzierten als das konventionelle Dach oder das Kiesdach. Ein intensives, gedrosseltes Gründach war dabei besonders leistungsfähig: In einem Szenario wurde der Abfluss um rund 90 Prozent gedämpft! Das ist eine beachtliche Leistung. Besonders viel Wasser hielten die Dächer mit einer Vegetationstragschicht von mindestens zehn Zentimetern zurück. Aber es zeigt sich auch, dass die Begrünung allein nicht entscheidend ist – Faktoren wie Substrattiefe und Dachaufbau spielen ebenfalls eine große Rolle.
Wasserhaushalt und Kanalisation
Zunehmende Flächenversiegelung ist ein echtes Problem. Sie belastet nicht nur die Kanalisation und Kläranlagen, sondern auch die Gewässer. Gründächer können hier eine wertvolle Lösung bieten, indem sie zur Klimaanpassung und Regenwasserbewirtschaftung beitragen. Das Projekt hat auch klar gemacht, dass gängige Kanalnetzmodelle oft die tatsächlichen Abflüsse überschätzen. Die HTWK Leipzig hat einen neuen Modellansatz entwickelt, der die Abläufe von Gründächern realistischer abbildet. Das könnte für viele Kommunen und Entwässerungsbetriebe von großer Bedeutung sein.
Die Ergebnisse fließen in einen Handlungsleitfaden ein, der die Auswahl geeigneter Gründachsysteme unterstützen soll. Dieser Leitfaden vergleicht das Abflussverhalten verschiedener Dachtypen und quantifiziert die Abflussdämpfung sowie die Zeitverzögerung. Ein echter Gewinn für die Planung von Regenwassermaßnahmen!
Ökonomische Auswirkungen und öffentliche Wahrnehmung
Aber auch die ökonomischen Aspekte sind nicht zu vernachlässigen. Gründächer können dazu beitragen, die abflusswirksame Fläche zu verringern, was sich positiv auf die Niederschlagswassergebühren auswirken kann. In vielen Kommunen sind dadurch sogar Gebührensenkungen möglich. Und das ist ja schließlich auch ein gutes Argument, oder?
Die Versuchsanlage wurde am 31. Mai 2024 eröffnet und erfreute sich großer Aufmerksamkeit. Rund 80 Personen nahmen an der Veranstaltung teil, und auch in den folgenden Monaten wurde das Projekt in diversen Veranstaltungen vorgestellt. Von der Stadt bis zu Fachleuten, die sich für nachhaltige Regenwasserbewirtschaftung interessieren – alle haben ein großes Interesse an den Ergebnissen und deren Umsetzung.
Insgesamt ist das Projekt „MaNuGrün“ ein wichtiges Beispiel dafür, wie innovative Ansätze in der Stadtplanung helfen können, die Herausforderungen des Klimawandels zu meistern. Gründächer könnten eine Schlüsselrolle in der urbanen Wasserbewirtschaftung spielen, und die gesammelten Daten bieten eine solide Grundlage für zukünftige Planungen. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung für Leipzig und darüber hinaus!
