Heute ist der 21.05.2026 und die Vorfreude auf die kommende Spielzeit am Schauspiel Leipzig ist spürbar. Intendant Enrico Lübbe hat das neue Programm für die Saison 2026/27 vorgestellt und es wird spannend! Mit dem Motto „Wir-Gesänge“ lädt das Theater dazu ein, sich mit den vielschichtigen Fragen der gesellschaftlichen Zugehörigkeit, Konflikten und Sehnsüchten auseinanderzusetzen. Rund 20 Premieren in vier verschiedenen Spielstätten – das klingt nach einer aufregenden Zeit!
Die Eröffnung wird mit dem Stück „Das Vermächtnis“ von Matthew Lopez auf der Großen Bühne gefeiert, unter der Regie von Lübbe selbst. Man darf gespannt sein, wie dieses Stück die Zuschauer berühren wird. Auch die zweite große Produktion, „Bernarda Albas Haus“ von Federico García Lorca, die unter der Regie von Salome Schneebeli steht, verspricht viel. Und im März erwartet uns dann Anton Tschechows „Onkel Wanja“, ein weiteres Werk, das in Zusammenarbeit mit Enrico Lübbe und Etienne Pluss entsteht. Die Vielfalt der Inszenierungen wird durch das Familienstück „Alice hinter den Spiegeln“ nach Lewis Carroll bereichert. Ein Hoch auf die Kreativität!
Ein Fest der Kooperationen und Inklusion
Besonders erfreulich ist die Fortsetzung der Kooperation zwischen dem Leipziger Ballett und dem Schauspiel Leipzig in der Produktion „Elegien — Black Box II“. Das zeugt von einem regen Austausch und einer lebendigen Theaterlandschaft. Und das ist noch nicht alles: Wolfram Höll hat ein Auftragswerk mit dem Titel „OST“ geschrieben, das von Thirza Bruncken inszeniert wird. Marco Damghani bringt mit „Der Riss“ ein weiteres Auftragswerk auf die Bühne. Es ist klar, dass hier viele kreative Köpfe zusammenarbeiten, um das Publikum zu fesseln.
Ein besonderes Augenmerk liegt auch auf der Inklusion. Monatliche Vorstellungen mit Audiodeskription, Produktionen in Deutscher Laut- und Gebärdensprache – das sind Schritte in die richtige Richtung! Die Residenz in der ehemaligen Baumwollspinnerei verbindet die Freie Szene mit dem Stadttheaterbetrieb und eröffnet neue Perspektiven. Die Residenz-Koproduktion „Drei Mal links ist rechts“ von Julian Hetzel wurde sogar zum Berliner Theatertreffen 2026 eingeladen. Das zeigt, dass Leipzig auf der Theaterkarte immer mehr an Bedeutung gewinnt.
Vielfalt ist Trumpf
Die Abschlussproduktion „Schöne Vorstellung“ unter der künstlerischen Leitung von Falk Rößler, Hubert Wild und Salome Schneebeli wird die Spielzeit krönen. Auch die Diskothek begeistert, die 2027 ihr zehnjähriges Bestehen feiert und mit der Compania Sincara in einem Kooperationsprojekt zurückkehrt. Solche Initiativen zeigen, dass Inklusion im Theater nicht nur ein Schlagwort ist, sondern aktiv gelebt wird.
Doch nicht alles ist eitel Sonnenschein. In der Debatte um die Inklusion im Theater gibt es durchaus kritische Stimmen. In einem aktuellen Artikel der Süddeutschen Zeitung wird die Agenda der Münchner Kammerspiele hinsichtlich der „politischen Korrektheit“ hinterfragt. Theaterkritikerin Christine Dössel äußert Bedenken, dass die Qualität des Theaters unter dem Druck der Inklusion leiden könnte. Diese Diskussion ist nicht neu, jedoch wird sie durch die Entwicklungen in Leipzig und anderswo immer relevanter. Es bleibt abzuwarten, wie die Balance zwischen künstlerischer Freiheit und gesellschaftlicher Verantwortung gelingt.
Die Erfolgsgeschichte von Enrico Lübbe am Schauspiel Leipzig ist jedenfalls beeindruckend: eine kontinuierlich steigende Auslastung, die im Jahr 2025 mit 83 Prozent ihren Höhepunkt erreichte, und über 40 Festivaleinladungen in 13 Jahren. Das sind Zahlen, die für sich sprechen und die Neugier auf das, was da kommt, nur erhöhen. Wer mehr erfahren möchte, findet im Spielzeitheft und auf www.schauspiel-leipzig.de weitere Informationen.


