Gemeinsam gegen den Abschiebewahn: Proteste am Flughafen Leipzig/Halle für Menschenrechte und Asylpolitik
Am vergangenen Samstag, dem 24. Oktober 2026, war der Flughafen Leipzig/Halle Schauplatz einer bewegenden Demonstration. Unter dem Motto „Gemeinsam gegen den Abschiebewahn“ versammelten sich etwa 600 Menschen, um gegen die Abschiebungen nach Afghanistan zu protestieren. Die Stimmung war aufgeladen, und die Gesänge hallten durch die Flughafenhalle – eine klare Botschaft, die weit über die Terminalwände hinauslief.
Diese Proteste waren Teil eines bundesweiten Aktionstags, der sich nicht nur auf Leipzig beschränkte. In mehreren Städten wie Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Köln und München gingen Tausende auf die Straßen, um gegen die Abschiebepolitik der Bundesregierung zu demonstrieren. Die Teilnehmenden forderten ein Ende der Abschiebungen, den Stopp des Ausbaus von Abschiebeterminals und eine kritische Auseinandersetzung mit der Zusammenarbeit der deutschen Regierung mit Drittstaaten.
Ein starkes Zeichen für Menschenrechte
Besonders eindringlich war der Aufruf von Nasima Haidari von der Initiative Support Afghanistan. Sie machte auf die unhaltbaren Zustände aufmerksam, die Menschen in Afghanistan nach der Machtübernahme der Taliban erleiden müssen. Frauen und Mädchen sind systematisch entrechtet, und die Meinungsfreiheit ist quasi abgeschafft. Haidari forderte nicht nur einen sofortigen Abschiebestopp, sondern auch den Schutz der Menschenrechte für Geflüchtete. Ihre Worte ließen keinen Raum für Zweifel: „Das ist nicht nur eine politische Entscheidung, das geht um Menschenleben!“
Die Protestierenden kritisierten zudem die Verwendung öffentlicher Mittel für Abschiebeinfrastruktur, während gleichzeitig im sozialen Bereich und im Gesundheitswesen Einsparungen diskutiert werden. Die Widersprüche der Politik sind nicht zu übersehen. Laut einer Sprecherin des Aktionsbündnisses wird das Recht auf Asyl vielerorts mit Füßen getreten. Und das nicht nur in Leipzig – auch in München demonstrierten mehr als 1.000 Menschen gegen den geplanten Bau eines spezialisierten Abschiebeterminals. „Abschiebungen sind kein humanitäres Handeln“, so der Tenor der Anwesenden.
Die Realität der Abschiebungen
In Leipzig stand die Thematik der Charter-Abschiebungen nach Afghanistan im Vordergrund. Bereits in diesem Jahr waren mehrere solcher Flüge gestartet, häufig mit der Begründung, dass sich Straftäter an Bord befunden hätten. Das Deutsche Institut für Menschenrechte hat klar Stellung bezogen: Abschiebungen nach Afghanistan sind angesichts der politischen und humanitären Lage untragbar. Die Menschenrechtslage hat sich seit der Taliban-Machtübernahme am 15. August 2021 dramatisch verschlechtert. Willkürliche Verhaftungen und Folter sind an der Tagesordnung. Und doch plant die Bundesregierung, die humanitären Aufnahmeprogramme für gefährdete Menschen aus Afghanistan zu beenden.
Die Demonstrierenden in Leipzig und anderswo forderten nicht nur ein Ende der Abschiebungen, sondern auch eine grundlegende Neubewertung der Asylpolitik. Statt in Abschiebeprojekte zu investieren, sollte mehr für Integrationsmaßnahmen und legale Fluchtwege getan werden. Die Botschaft war eindeutig: Es braucht einen Paradigmenwechsel in der Flüchtlingspolitik! Die Menschen auf der Straße forderten Bewegungsfreiheit für alle und eine humane Behandlung von Geflüchteten.
