Hackerangriff auf Universität Leipzig: Studierende kämpfen mit eingeschränkten Studienbedingungen
Leipzig, die Stadt, die nie stillsteht, hat momentan einen herben Rückschlag erlitten. Eine Woche nach einem Hackerangriff auf die Universität Leipzig sind die Studienbedingungen nach wie vor stark eingeschränkt. Der Geschäftsführer des Studentenrats, Worschech, berichtet, dass die elektronischen Kommunikationsmittel nicht funktionieren. Seminararbeiten können nicht eingereicht werden, und wichtige Informationen von Dozenten erreichen die Studierenden nicht zuverlässig. Das sorgt für Verunsicherung und Frustration.
Die Rektorin Obergfell hat bereits angedeutet, dass es Wochen dauern könnte, bis alle technischen Probleme behoben sind. In der Zwischenzeit sind die Studierenden aufgeschmissen: Keine Einsicht in Stundenpläne, keine Zensuren und kein Zugriff auf die Universitätsmitteilungen. Besonders ärgerlich: Immatrikulationsbescheinigungen, die für BAföG-Anträge und Semestertickets benötigt werden, können momentan nicht heruntergeladen werden. Ein echtes Dilemma!
Technische Herausforderungen und Wiederherstellung
Fünf Tage nach dem Angriff arbeitet die Universität mit Hochdruck daran, ihre IT-Systeme wiederherzustellen. Am Mittwoch, den 28. Oktober, wurden die Server vom Internet getrennt, um weiteren Schaden zu vermeiden. Die Universität gibt sich Mühe, die Dienste schrittweise wieder ans Netz zu bringen, doch ein konkreter Zeitplan steht noch nicht fest. Während einige Einrichtungen wie die Universitätsbibliothek und das Zentrum für Hochschulsport über externe Systeme wieder per E-Mail erreichbar sind, bleiben zentrale Dienste wie AlmaWeb und Moodle weiterhin offline. Das macht die Lage für die über 30.000 Studierenden nicht einfacher.
Die Lehrveranstaltungen finden grundsätzlich regulär statt, aber digitale Formate müssen oft verschoben oder auf externe Plattformen verlagert werden. Die Fristen für Haus- und Abschlussarbeiten wurden bereits bis zum 6. November verlängert, um den Studierenden etwas Luft zu geben. Doch trotz dieser Maßnahmen bleibt das größte Problem die eingeschränkte Erreichbarkeit von Ansprechpartnern. Viele Studierende wenden sich daher an den Student*innenRat, um Antworten auf ihre offenen Fragen zu bekommen.
Ein Blick auf die Sicherheitslage
Die Sicherheitslage an Hochschulen hat sich in den letzten Jahren verschärft. Laut aktuellen Berichten stieg die Anzahl verwertbarer Schwachstellen an deutschen Universitäten von 8.373 Fällen im Jahr 2023 auf über 26.000 im Jahr 2024. Das ist fast das Dreifache! Diese Entwicklung fällt zeitlich mit der Zunahme externer und cloudbasierter Dienste zusammen. So verwundert es nicht, dass der Druck auf die IT-Sicherheit an Bildungseinrichtungen stetig wächst. Veraltete Systeme und unzureichende Sicherheitsstrukturen erhöhen die Risiken zusätzlich.
Die Universität Leipzig ist nicht allein in diesem Dilemma. Im vergangenen Monat hatten auch die Universitäten Rostock und Halle-Wittenberg IT-Sicherheitsvorfälle zu beklagen. Und bereits zuvor wurde die Universität Bremen Opfer eines Cyberangriffs. Solche Vorfälle sind kein Einzelfall, sondern scheinen an Hochschulen immer häufiger vorzukommen. Die Frage bleibt: Wie können sich Universitäten besser schützen und ihre Systeme widerstandsfähiger machen? Eine Überlegung, die angesichts der aktuellen Lage mehr als notwendig erscheint.
In der Zwischenzeit bleibt den Studierenden nichts anderes übrig, als die Situation so gut wie möglich zu meistern. Die Universität hat eine Ersatz-Webseite unter www.uni-leipzig.de eingerichtet und informiert über Instagram. Das ist ein kleiner Lichtblick in einem ansonsten schwierigen Umfeld, in dem die Herausforderungen für alle Beteiligten weiterhin hoch bleiben.
