Im malerischen Holzhausen, ein kleiner Ort, der zur Gemeinde Utting gehört, hat sich in letzer Zeit viel getan. Das Dorfgemeinschaftshaus „Holzhäusl“ wurde feierlich im Rahmen der 1250-Jahr-Feier eingeweiht und hat sich seitdem zu einem echten Treffpunkt entwickelt – nicht nur für die Dorfbewohner, sondern auch für kreative Köpfe und Wissensdurstige.

Nach der Sanierung, die im Januar 2026 begann und im Juli des gleichen Jahres abgeschlossen wurde, wird das Holzhäusl jetzt für zahlreiche Veranstaltungen genutzt. Ob als Schlechtwetterraum für das Telos-Naturhaus, als Ort für Vorträge der Volkshochschule oder sogar für Schafkopfrunden und Kinderkino – das Angebot ist vielfältig. Kurse wie Seniorengymnastik und Qigong runden das Programm ab und zeigen, wie wichtig solch ein Raum für die Gemeinschaft ist.

Ein Vorzeigeprojekt für Holzhausen

Bürgermeister Florian Hoffmann bezeichnete das Holzhäusl als Vorzeigeprojekt für den Ort. Das Engagement der Gemeinde war bemerkenswert: Im Mai 2025 sagte sie eine Beteiligung von 70.000 bis 80.000 Euro sowie die Übernahme der Hälfte der jährlichen Betriebskosten zu, begrenzt auf 6.000 Euro. Der Verein „Unser Dorf“ hat zudem mehr als 71.000 Euro an Spenden gesammelt, und knapp 17.000 Euro an Fördermitteln wurden ebenfalls eingeworben. Es ist einfach beeindruckend, wie viele lokale Handwerker Material günstig bereitstellten und unentgeltlich arbeiteten!

Die Einnahmen beliefen sich auf insgesamt 158.000 Euro, wovon 70.000 Euro von der Gemeinde kamen, während die Ausgaben bei 135.000 Euro lagen. So ergab sich ein Überschuss von knapp 23.000 Euro. Karl Wilhelm, der die Bauplanung übernommen hatte, stellte die Abrechnung im Gemeinderat vor und schlug vor, den Überschuss an die Gemeinde zurückzugeben. Allerdings wies er auch auf weitere Ausgaben hin – eine neue Haustür zum Beispiel. Hoffmann signalisierte, dass eine teilweise Rückzahlung des Überschusses in Aussicht steht.

Eine bewegte Geschichte

Das Holzhäusl hat eine lange Geschichte. Ursprünglich wurde das Gebäude Mitte der 1930er-Jahre im Rahmen einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme errichtet. Zuvor gehörte das Grundstück einer Kiesabbau-Genossenschaft ortsansässiger Bauern. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente das Gebäude zunächst als Werk- und Wohnstätte für einen Pfannenflicker und später für den Schmied Herrn Oberhauser. Von 1985 bis 2023 war Jan Malek der letzte Mieter, der als Kunstschreiner dort arbeitete. Nach seinem Auszug blieb ein Ort, der nach neuen Möglichkeiten schrie.

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Die Idee, das Holzhäusl zu einem Ort der Begegnung zu machen, entstand vor dem Hintergrund des Fehlens eines öffentlichen Treffpunkts im Ort, besonders seit dem Wegfall der Dorfgaststätte „Sonnenhof“. Ein wahrer Glücksgriff war die Zwischennutzung durch das Mobile Atelier der Künstlerinnen Lara Werth und Hanna Kuster im Sommer 2025, das als Beispiel für künstlerische Begegnungen vor Ort diente. Das Mobile Atelier bringt Künstlerinnen und Künstler aus dem In- und Ausland mit der lokalen Bevölkerung zusammen und verwandelt leerstehende Gebäude in offene Ateliers und Begegnungsräume. Das Holzhäusl hat auf diese Weise einen neuen, lebendigen Charakter bekommen.

Das Holzhäusl ist mehr als nur ein Gebäude; es ist ein lebendiges Symbol für die Gemeinschaft von Holzhausen. Die Renovierung und die vielen Veranstaltungen zeigen, dass hier nicht nur ein Raum geschaffen wurde, sondern eine neue Identität für den Ort. Was als alte Dorfschmiede begann, erblüht nun zu einem Ort voller Möglichkeiten und gemeinschaftlichem Leben. Und das ist doch einfach nur schön!