In Leipzig wurde ein ganz besonderes Zeichen gesetzt! Der Zonta-Club, ein internationales Netzwerk von Frauen, die sich ehrenamtlich für die Gleichstellung von Frauen und Mädchen einsetzen, hat einen orangefarbenen Stuhl aufgestellt. Dieser Stuhl soll nicht nur einfach da stehen, sondern eine klare Botschaft senden: „Wo der Stuhl steht, soll kein Platz für Gewalt an Frauen sein.“

Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Leipzig, Mandy Uhlig, übergab den Stuhl symbolisch und machte damit auf die nach wie vor alarmierende Situation aufmerksam. Laut Uhlig hat Gewalt gegen Frauen „pandemische Züge“ angenommen, und das betrifft nicht nur die Frauen selbst, sondern auch Familien und die gesamte Gesellschaft. Irgendwie schockierend, wenn man darüber nachdenkt.

Eine Reise mit Bedeutung

Der orangefarbene Stuhl wird bald nach Emmerich in Nordrhein-Westfalen weitertransportiert, wo er Teil einer deutschlandweiten Kampagne wird. Menschen können diesen Stuhl fotografieren, seine Reise dokumentieren oder ihn ein Stück weitertransportieren. Insgesamt sind 22 Stühle auf dem Weg – ein kleines, aber kraftvolles Zeichen der Solidarität.

Die Aktion fällt zusammen mit den „Orange Days“, die jedes Jahr vom 25. November, dem Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen, bis zum 10. Dezember, dem Tag der Menschenrechte, stattfinden. Orange ist dabei mehr als nur eine Farbe; sie steht für den Kampf gegen Gewalt an Frauen und ist ein weithin sichtbares Signal. In Leipzig wird am 25. November das Neue Rathaus in dieser leuchtenden Farbe angestrahlt. Das zieht bestimmt viele Blicke auf sich!

Ein weltweites Problem

Weltweit erleben Frauen, Mädchen und auch Personen, die sich nicht in traditionelle Geschlechterrollen einordnen lassen, unterschiedlichste Formen von Gewalt. Die Zahlen sprechen für sich – in Deutschland wurden im Jahr 2024 etwa 132 Frauen von ihrem aktuellen oder ehemaligen Partner getötet. Fast täglich gab es versuchte Femizide und weniger als alle vier Minuten erlebte eine Frau Partnerschaftsgewalt. Diese erschreckenden Statistiken werden oft übersehen, aber sie sind der Realität nicht nur hierzulande, sondern auch international geschuldet.

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Die Kampagne „Orange the World“, organisiert von UN Women, hat sich zum Ziel gesetzt, auf diese Missstände aufmerksam zu machen und bietet eine Plattform für Frauen, um ihre Stimmen zu erheben. Die orange beleuchteten Gebäude sind dabei ein Symbol des Wandels. Es soll zeigen, dass das Thema sichtbar ist und nicht ignoriert werden kann.

Gemeinsam stark

Die Stadt Leipzig und viele andere Gemeinden und Institutionen setzen sich gemeinsam für ein Ende der Gewalt an Frauen ein. Aktionen, wie das orange Beleuchten öffentlicher Gebäude oder Lichterumzüge, sind nur einige Möglichkeiten, wie die Botschaft verbreitet wird. In Bonn wird beispielsweise am 25. November ein Lichterumzug gegen Gewalt an Frauen stattfinden, während das Hauptgebäude der Universität ebenfalls orange erstrahlen wird. Schön, dass so viele mitmachen!

Es gibt sogar innovative Ideen wie den „stillen Hilferuf“, ein Handzeichen, das während der Corona-Pandemie ins Leben gerufen wurde, um Betroffenen von häuslicher Gewalt zu helfen, unauffällig auf ihre Situation aufmerksam zu machen. Es sind solche kleinen Gesten, die große Wirkung zeigen können!

In Leipzig und darüber hinaus bleibt es wichtig, den Dialog über Gewalt gegen Frauen aufrechtzuerhalten und die Stimmen der Betroffenen zu hören. Jeder von uns kann dazu beitragen, dass Gewalt in unserer Gesellschaft keinen Platz mehr hat. Und wer weiß, vielleicht wird der orange Stuhl bald zum Symbol für eine bessere und sicherere Zukunft für alle Frauen.