Die Fußballwelt steht nicht still, und das gilt besonders für RB Leipzig. Nach der herben 1:6-Niederlage gegen den FC Bayern München am vergangenen Samstag brodelt es gewaltig im Verein. Lothar Matthäus, der Rekordnationalspieler und nunmehr Kritiker, hat klare Worte gefunden. Er sieht die Trainerfrage bei RB weiterhin als hochaktuell an. In der Zentrale in Salzburg, wo die Fäden zusammenlaufen, herrscht Nervosität – so Matthäus. „Nicht alle Verantwortlichen waren mit dem Wechsel zu Martín Demichelis einverstanden“, mutmaßt er. Diese Debatte betrifft nicht nur Leipzig, sondern zieht auch eine Spur nach Salzburg.

Matthäus hat die letzten Auftritte von RB Leipzig hautnah verfolgt: das beeindruckende 6:0 gegen Eintracht Frankfurt, gefolgt von der ernüchternden Klatsche in München. „Das sind total unterschiedliche Welten“, resümiert Matthäus. Während die Heimpforten zuletzt verschlossen blieben – alle Heimspiele wurden ohne Gegentor gewonnen – bleibt die Auswärtsbilanz katastrophal: Jedes Auswärtsspiel ging verloren. Ein echtes Dilemma, das für Unruhe sorgt. „Irgendwie fehlt es Leipzig an Mut“, fügt Matthäus hinzu und betont, dass der Kader das Potenzial hat, einen Platz in der Champions League zu erreichen.

Trainerwechsel und Einfluss von Klopp

Der Wechsel von Ole Werner zu Demichelis, der vor der Saison vollzogen wurde, stößt nicht überall auf Zustimmung. Matthäus lobt zwar die Arbeit von Werner, der Leipzig in die Champions League führte, verweist jedoch darauf, dass der Trainerwechsel nicht überall im Klub als positiv wahrgenommen wurde. Ein entscheidender Faktor in diesem Prozess war Jürgen Klopp, der damals als Head of Global Soccer bei Red Bull agierte. Er setzte sich vehement für Demichelis ein, traf sich mit ihm auf Mallorca und hatte damit maßgeblichen Einfluss auf die Entscheidung. „Klopp hat Demichelis letztlich ermöglicht, in Leipzig Cheftrainer zu werden“, sagt Matthäus. Doch das Verhältnis zwischen Klopp und Demichelis wird von vielen Verantwortlichen in Leipzig anders bewertet, was die Unruhe im Verein nur verstärkt.

Wie lange kann Demichelis dem Druck standhalten? Das ist die entscheidende Frage, die Matthäus aufwirft. Er sieht, dass die sportliche Entwicklung stabilisiert werden muss, um einen Trainerwechsel zu vermeiden. Das kommende Champions-League-Auswärtsspiel bei Real Madrid wird laut Matthäus nicht entscheidend sein, da Leipzig dort nicht als Favorit gilt. Die Verantwortlichen in Leipzig werden jedoch die Leistung beim 1:6 in München nicht akzeptieren.

Die Rolle der Global Soccer Abteilung

Ein Blick hinter die Kulissen zeigt, dass Jürgen Klopps Team nicht nur beratend tätig ist. Berichten zufolge hat es in Entscheidungsprozesse eingegriffen, die in den Verantwortungsbereich des Trainers fallen sollten. Beispielsweise ging es um grundlegende Fragen wie die Wahl der Spielsysteme oder Pressinghöhen. Wenn Berater zu Entscheidern werden, kann das die kontinuierliche Entwicklung eines Klubs erheblich beeinträchtigen – besonders, wenn diese Entscheidungen gegen den Willen der Verantwortlichen vor Ort getroffen werden.

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Die Situation wirft zudem Fragen zur Einhaltung der 50+1-Regel auf, die für die Bundesliga von grundlegender Bedeutung ist. Entscheidungen sollten von den Klubs vor Ort getroffen werden, und nicht von Investoren oder deren Beratern. Das wird für RB Leipzig in den kommenden Wochen und Monaten eine entscheidende Herausforderung sein.