Am Lindenauer Hafen in Leipzig formiert sich ein kulturelles Kraftwerk: Der Club Ost:End, der auf einem ehemaligen Tankgelände entsteht, steht vor der Herausforderung, die nötigen Mittel für die Fortführung der Sanierung und die Eröffnung der Open-Air-Saison zu sichern. Mit einer Summe von 65.000 Euro, die bis zum Ende der Spendenkampagne im Mai 2026 gesammelt werden soll, kann der Club seine Vision eines einladenden Ortes der Begegnung für alle Generationen verwirklichen. Bisher sind bereits über 10.000 Euro zusammengekommen, doch der Weg ist noch lang.
Die Herausforderungen sind vielfältig: Altlasten wie Mineralölrückstände mussten beseitigt werden, und die Kosten für Sanierung und Genehmigungen übersteigen die ursprünglichen Schätzungen. Jonathan Warneck und sein Team haben ein Spendenprogramm ins Leben gerufen, um das drohende Insolvenzrisiko abzuwenden. Die finanziellen Schwierigkeiten sind nicht nur auf Ost:End beschränkt; viele Technoclubs in Leipzig kämpfen ums Überleben, einige mussten bereits schließen. Die wirtschaftliche Situation hat sich nach der Corona-Pandemie weiter verschärft, was gestiegene Energiekosten und Mieten betrifft, und zusätzlich müssen Clubs auch Corona-Hilfen zurückzahlen.
Ein Ort der Kultur und Begegnung
Der Club Ost:End hat sich seit 2019 am Gelände des Tanklagers West an der Plautstraße niedergelassen. In den letzten drei Jahren waren die Betreiber mit Interimslösungen, sporadischen Vermietungen und ständigen Standortwechseln konfrontiert. Die Arbeiten zur Infrastruktur, insbesondere für Wasser und Strom, sowie die Beseitigung von Mineralölrückständen haben die finanziellen Mittel stark beansprucht. Die laufenden Kosten für Personal und behördliche Gutachten belasten das Budget zusätzlich.
Mit den gesammelten Spenden plant der Club, den Außenbereich für den Open-Air-Sommer vorzubereiten. Regelmäßige Führungen über das Gelände sollen Besucher willkommen heißen und das Projekt in der Nachbarschaft bekannt machen. Ziel ist es, ein vielfältiges Musikangebot anzubieten und im Kiez akzeptiert zu werden. Die Spendenkampagne umfasst auch den Verkauf von Soli-Tickets ab 10 Euro, die eine direkte Unterstützung für das ost:end darstellen.
Bürokratische Hürden und kulturelle Verantwortung
Anne Petzold vom Nachtrat Leipzig kritisiert die Bürokratie und die Schwierigkeiten, mit denen neue Clubs konfrontiert sind. Der Genehmigungsprozess wird als „absurd“ beschrieben, und die Betreiber*innen haben sich bereits entschieden, das Gelände zu kaufen, um Verdrängung zu verhindern. In Leipzig haben in den letzten zehn Jahren viele Clubs schließen müssen, darunter bekannte Namen wie 4Rooms, So&So, IfZ und Mjut.
Die kulturelle Landschaft Leipzigs ist im Wandel. Das Kulturamt der Stadt unterstützt Künstlerinnen und Künstler sowie Kulturvermittler mit Stipendien von 8.000 bis 10.000 Euro für mehrmonatige künstlerische Projekte. Die nächste Ausschreibung ist für Anfang 2027 geplant, und Anträge können bis zum 26. März 2026 eingereicht werden. Während die Honorar-Matrix für Künstler Orientierung bietet, bleibt die finanzielle Unterstützung für lokale Clubs wie Ost:End von entscheidender Bedeutung, um die kulturelle Vielfalt Leipzigs zu bewahren.



