Es ist ein kalter Novemberabend in Leipzig, und während die Fans von RB Leipzig sich auf das DFB-Pokal-Achtelfinale gegen den 1. FC Magdeburg vorbereiten, gibt es ein ganz anderes Thema, das im Stadion für Aufregung sorgt: die Tauben! Ja, die gefiederten Unruhestifter, die sich seit Jahren auf dem Rasen der Red Bull Arena tummeln und dabei nicht nur die Spieler, sondern auch die Zuschauer ablenken. Es ist ein Problem, das so alt ist wie der Verein selbst – und jetzt hat RB Leipzig endlich eine Lösung in Aussicht.

Nachdem mehr als ein Dutzend Tauben beim letzten Heimspiel gegen Werder Bremen (2:0) den Rasen unsicher machten, scheint die Geduld von RB Leipzig am Ende zu sein. Die Verantwortlichen schoben die Schuld auf das spezielle Saatgut, das aufgrund der Witterung auf dem Spielfeld verteilt wurde. Aber wer kann es den Vögeln übel nehmen? Futter ist Futter, und die Tauben wissen, wo sie es finden können. Nina Konz von der Stadttaubenhilfe Leipzig glaubt sogar, dass die Tauben zurückkehren könnten, wenn die Information sich in den umliegenden Schwärmen verbreitet. Komisch, oder? Man könnte meinen, die Stadttauben hätten ein geheimes Kommunikationssystem.

Ein innovativer Ansatz

Um diesem Problem Herr zu werden, hat RB Leipzig ein ganz neues Konzept in Angriff genommen, das auf dem „Augsburger Modell“ basiert. In einem silbergrauen Mini-Haus auf einem Anhänger am Stadionaufgang wird ein offener Taubenschlag eingerichtet. Die Idee? Die Tauben sollen an einen betreuten Standort gelockt, gefüttert und versorgt werden. Gleichzeitig werden die Eier in den Brutnestern durch Attrappen ersetzt, um die Vermehrung der Vögel zu stoppen. Ein cleverer Schachzug, um die Anzahl der Tauben langfristig zu verringern und gleichzeitig den wertvollen Stadionrasen zu schützen.

Leipziger Tauben-Experten hatten diese Lösung bereits im Vorjahr vorgeschlagen, und die ersten Erfolge lassen sich sehen. Seit dem Aufstellen des Taubenschlags sind die Tiere offenbar dauerhaft vom Stadiongelände verschwunden. Zuvor hatte der Klub über zehn Jahre hinweg verschiedene Maßnahmen ausprobiert: Futter, Fallen, Falken und akustische Vergrämungsanlagen – alles ohne nachhaltigen Erfolg. Die Tauben blieben hartnäckig und kehrten in Schwärmen zurück. Es war ein ewiger Kampf, der jetzt vielleicht ein Ende haben könnte.

Erfahrungen aus anderen Städten

Das Konzept aus Augsburg hat sich bewährt. Dort kümmern sich die Stadtreiniger um die Taubenschläge, die sich in denkmalgeschützten Gebäuden oder sogar in Parkhäusern befinden. Jährlich werden dort etwa fünf Tonnen Taubenkot gebunden, was die Stadt erheblich entlastet. Ein echter Gewinn für alle! Die Tauben erhalten artgerechtes Futter und verbringen den Großteil des Tages in diesen Schlägen. So wird nicht nur die Vermehrung kontrolliert, sondern auch der Kot, der sonst in den Straßen und Parkanlagen landet.

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Doch wie nachhaltig wird das Konzept für die Red Bull Arena sein? RB Leipzig hofft, dass die Arena zum Pokalspiel gegen Magdeburg taubenfrei sein wird. Doch die Rückkehr ist nicht ausgeschlossen, denn Tauben haben ihre eigenen Wege. Konz warnt davor, dass sie auch bei Lärm und Bewegung im Stadion bleiben könnten – möglicherweise, weil sie in der Nähe Schlafplätze finden. Das ist irgendwie auch faszinierend, wie sich Tiere an ihre Umgebung anpassen.

Ob das neue Taubenschlag-Konzept die erhoffte Lösung bringt, wird sich zeigen müssen. Die Fans werden es sicher zu schätzen wissen, wenn sie ein taubenfreies Spiel erleben können. Bis dahin bleibt es spannend, wie sich die Situation rund um die gefiederten Besucher entwickeln wird. Leipzig ist bereit, dem Taubenschnabel ein für alle Mal den Kampf anzusagen!