Bergwacht Berchtesgaden rettet 31 Menschen aus alpinen Notlagen bei herausfordernden Einsätzen
In den letzten Wochen war die Bergwacht Berchtesgaden richtig gefordert. Ganze 27 Einsätze, teils hochkomplex, wurden absolviert, und sie haben 31 Menschen aus alpinen Notlagen in Sicherheit gebracht. Das ist schon eine Hausnummer, vor allem, wenn man bedenkt, wie herausfordernd die Bedingungen in den Bergen sein können. Besonders dramatisch wurde es am Samstag, dem 24. Oktober. Um 19 Uhr kam ein Notruf aus dem Göllmassiv: Drei spanische Bergsteiger, zwischen 28 und 30 Jahren alt, steckten im tiefen Neuschnee unterhalb des Archenkopfs in etwa 2.100 Metern Höhe fest.
Die Männer waren sichtlich erschöpft und litten unter Unterkühlung. Mit Dunkelheit, Schneefall und dichtem Nebel war die Situation alles andere als einfach. Da wurde der nachtflugtaugliche Notarzthubschrauber „Christophorus 14“ aus dem Ennstal angefordert, während ein Fußtrupp zur Erstversorgung aufbrach. Die Helikopterbesatzung meisterte die schwierigen Sichtverhältnisse und konnte alle drei Männer sicher aufheben und nach Schneewinkl fliegen. Dort wartete bereits das Rote Kreuz Bad Reichenhall, um die Geretteten im Rettungswagen zu untersuchen und aufzuwärmen. Insgesamt waren sechs Bergretter bis 22.30 Uhr im Einsatz – das zeigt, wie wichtig und unersetzlich diese Retter sind.
Ein reger Samstag in den Bergen
Aber das war nicht der einzige Einsatz an diesem Tag. Bereits am Samstagvormittag waren fünf Bergretter vier Stunden mit Aufräumarbeiten nach einem Brand am Kehlsteinhaus beschäftigt. Die Bergwacht hatte die Löscharbeiten der Feuerwehr nicht nur unterstützt, sondern auch sanitätsdienstlich abgesichert. Um 11.30 Uhr ging ein weiterer Alarm ein: Drei unverletzte Wanderer aus München hatten sich im unteren Abschnitt der Klettersteigvariante „Räuberleiter“ am Grünstein festgefahren. Sie konnten weder vor- noch zurück. Sieben Bergretter stiegen zu ihnen auf, sicherten sie am Fels und seilten sie ins sichere Gelände ab. Einmal mehr bewies die Bergwacht, wie wichtig die Zusammenarbeit der verschiedenen Organisationen ist.
Bereits in der Vorwoche gab es einen weiteren alarmierenden Vorfall: Eine 58-jährige Wanderin stürzte in der Walchenklamm bei Lenggries auf nassem Untergrund etwa sechs Meter tief in eine Felsrinne. Auch sie wurde von Bergwacht-Notärzten unter Schmerztherapie geborgen. Die Einsätze der Bergwacht sind oft nicht nur herausfordernd, sondern auch von großer Tragweite für die Betroffenen.
Statistik und Sicherheit im Bergsport
Laut einer Bergnotfallstatistik mussten 2025 in der Schweiz fast 4.000 Personen beim Bergsport durch die Bergrettung evakuiert werden. Das sind rund 11 % mehr als im Durchschnitt der Jahre 2020 bis 2024. Komischerweise gab es gleichzeitig weniger tödliche Unfälle; beim klassischen Bergsport starben 98 Menschen, der niedrigste Wert in den letzten zehn Jahren. Auffällig ist auch, dass der Anteil der unverletzt geretteten Personen stieg. Immer mehr Menschen rufen die Rettung, weil sie blockiert sind, insbesondere bei Hochtouren und Bergwanderungen.
Die genauen Gründe für diese Entwicklungen sind unklar, könnten aber mit schnelleren Hilfeanforderungen über Mobiltelefone und einer besseren Netzabdeckung zusammenhängen. Auch die professionellere Organisation der Rettungsdienste und die engere Zusammenarbeit der beteiligten Institutionen spielen eine Rolle. Dadurch können Menschen häufig vor Verletzungen gerettet werden. Dennoch gibt es auch die Kehrseite: Mehr Leute geraten in Not, weil sie Touren unterschätzen oder nicht ausreichend planen. Daher ist es ratsam, eine gute Ausbildung zu haben, die eigene Kondition und Erfahrung zu berücksichtigen und die aktuellen Wetterverhältnisse sorgfältig zu prüfen.
Die Bergwacht und andere Organisationen bieten dazu wertvolle Kurse an – Wissen, das in brenzligen Situationen Leben retten kann. So wird die Liebe zur Natur nicht nur zum Abenteuer, sondern bleibt auch sicher.
