In Schönau am Königssee tut sich was! Der Gemeinderat hat frische Ergebnisse zur kommunalen Wärmeplanung vorgestellt – ein Thema, das uns alle angeht. So viel steht fest: Die fünf Gemeinden des Talkessels arbeiten im Konvoiverfahren zusammen, unterstützt von Energie Südbayern (ESB) und dem Planungsbüro energielenker. Es ist ein bisschen wie ein großes Team, das zusammen an einem Strang zieht, um unsere Wärmeversorgung zukunftssicher zu machen.

Im Vergleich zur Nachbargemeinde Ramsau hat Schönau die Nase vorn, denn hier existiert bereits ein großes Wärmenetz. Das ist nicht nur praktisch, sondern auch ein wichtiger Schritt in Richtung Nachhaltigkeit. Denn bis zum 30. Juni 2028 müssen alle bayerischen Gemeinden mit weniger als 10.000 Einwohnern ihre Wärmeplanung abgeschlossen haben. Der Wärmeplan ist ein strategisches Konzept, das keine einklagbaren Rechte oder Pflichten für Hauseigentümer schafft. Das klingt erstmal beruhigend, denn so bleibt mehr Spielraum für individuelle Lösungen.

Ein Blick auf die Zahlen

<pDie Bestandsanalyse ist aufschlussreich: In den Jahren 2022 bis 2024 lag der durchschnittliche Wärmeverbrauch in Schönau bei etwa 46,8 Gigawattstunden pro Jahr. Davon entfallen 60 Prozent auf Wohngebäude, während Hotels, Gewerbe und andere Nichtwohngebäude 37 Prozent ausmachen. Und hier kommt ein kleiner Dämpfer: Heizöl deckt satte 62 Prozent des Wärmebedarfs ab. Ja, das ist ein ziemlich fossiles Bild, aber immerhin heizt Schönau nur zu 64 Prozent mit fossilen Brennstoffen – in Ramsau sind es sogar 95 Prozent! Die jährlichen Treibhausgasemissionen in Schönau belaufen sich auf 10.212 Tonnen. Das sind etwa 1,89 Tonnen pro Einwohner. Fast 90 Prozent dieser Emissionen stammen aus Heizöl, was uns alle zum Nachdenken anregen sollte.

Und jetzt wird’s spannend: Es gibt ein enormes Potenzial für erneuerbare Wärme. Theoretisch könnten Erdwärmesonden bis zu 395 Gigawattstunden jährlich liefern. Das klingt nach einer Menge Wärme, aber die tatsächliche Nutzung hängt von vielen Faktoren ab. Wirtschaftlichkeit, geologische Bedingungen und die Entscheidungen der Eigentümer spielen eine große Rolle. Bürgermeister Martin Hofreiter hat betont, dass die Bioenergieanlage im Gemeindegebiet der Schlüssel zu einer besseren Wärmeversorgung ist, doch sie arbeitet bereits an ihrer Kapazitätsgrenze. Ein weiterer Ausbau ist also nicht ganz einfach.

Künftige Schritte und gesetzliche Vorgaben

Ein wichtiger Punkt: Das seit Ende Juli geltende Gebäudemodernisierungsgesetz hat die Anforderungen an neue Heizungen geändert. Die alte Vorgabe, neue Heizungen zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien zu betreiben, ist weggefallen. Jetzt gilt eine Biobrennstoffpflicht für neu eingebaute Gas- und Ölheizungen: Ab 2029 müssen zehn Prozent mit Biobrennstoffen betrieben werden, bis 2040 soll dieser Anteil auf 60 Prozent steigen. Für die Wärmeplanung hat das allerdings keinen direkten Einfluss, so die ESB.

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Das Wärmeplanungsgesetz, das am 1. Januar 2024 in Kraft tritt, sorgt dafür, dass in Bayern flächendeckend verbindliche Wärmepläne erstellt werden müssen. Gemeinden mit mehr als 100.000 Einwohnern haben bis zum 30. Juni 2026 Zeit, während kleinere Gemeinden bis zum 30. Juni 2028 dran sind. Bei dieser Planung wird nicht nur der aktuelle Wärmebedarf analysiert, sondern auch das Potenzial erneuerbarer Energien und unvermeidbarer Abwärme. Es wird also eine spannende Zeit für die Gemeinden, die nicht nur auf die bestehende Infrastruktur schauen, sondern auch zukunftsorientierte Lösungen entwickeln müssen.

Die gemeinsame Informationsveranstaltung

Im November ist eine Informationsveranstaltung für Bürger aller fünf Gemeinden im AlpenCongress geplant. Es wird spannend zu sehen sein, wie die Bürger in Schönau und Umgebung auf die Pläne reagieren und wie sie sich aktiv in die Diskussion einbringen können. Denn letztlich sind wir alle gefragt, wenn es darum geht, unsere Wärmeversorgung nachhaltig zu gestalten und die Weichen für die Zukunft zu stellen.