Im malerischen Schönau am Königssee lebt Hilde Gerg, die ehemalige Skirennläuferin, die einen unvergesslichen Eindruck in der Welt des Wintersports hinterlassen hat. Mit 50 Jahren hat sie sich nicht nur als Sportlerin einen Namen gemacht, sondern auch als Mutter und Unternehmerin, die sich um Ferienwohnungen kümmert. Die Buchungslage in ihrer Region ist gut, vor allem im Winter, auch wenn die Nachfrage nie ganz an die Sommermonate heranreicht. Schönau zieht vor allem Wanderer und Bergsteiger an, die die natürliche Schönheit des Sees, des Jenners und des Watzmanns genießen.

Ein Blick auf ihre Karriere zeigt, dass Hilde Gerg nicht nur irgendeine Athletin war. Geboren am 19. Oktober 1975 in Lenggries, begann sie ihre sportliche Laufbahn im Ski Club Lenggries. Sie debütierte im Weltcup bereits mit 17 Jahren und konnte in ihrer Zeit unglaubliche 20 Weltcuprennen gewinnen. Ihre Erfolge sind nicht nur Zahlen: Bei den Olympischen Spielen 1998 in Nagano holte sie Gold im Slalom und Bronze in der Kombination. Für diese herausragenden Leistungen wurde ihr das Silberne Lorbeerblatt verliehen.

Von der Piste ins Leben

Nach einer beeindruckenden Karriere, die sie bis 2005 auf die höchsten Höhen des Skisports führte, stellte Gerg 2005 ihre Skischuhe an den Nagel. Doch das Leben hatte andere Herausforderungen für sie parat. Nur wenige Jahre nach dem Karriereende verlor sie ihren Ehemann Wolfgang Graßl, der im Alter von nur 40 Jahren an einem Aortenriss verstarb. Für Hilde, die zu diesem Zeitpunkt bereits zwei kleine Kinder hatte, war das eine gewaltige Belastung. Sie musste sich um das alltägliche Leben kümmern, um die Ferienwohnungen, das Feld und den Wald, und dabei wollte sie auch ihren Kindern ein sicheres Umfeld bieten, um die Trauer zu verarbeiten.

Ihre Erfahrungen aus dem Leistungssport halfen ihr, diese schwierige Phase zu bewältigen. Gerg hat ein starkes Netzwerk aus Freunden und ehemaligen Sportkameraden, das sie in dieser Zeit unterstützen konnte. Mit einem Mentalcoach an ihrer Seite fand sie den Raum zur Reflexion und konnte sich Schritt für Schritt aus der Trauer herausarbeiten. Das ist eine Kraft, die viele bewundern. Sie beschreibt sich selbst als disziplinierte Persönlichkeit, die sowohl beim Training als auch im Alltag stets einen Plan verfolgt. In ihren Vorträgen und als Gesundheitscoach spricht sie oft über die Notwendigkeit, flexibel zu bleiben – ein Prinzip, das sie aus dem Skisport auf das Leben überträgt.

Ein neues Kapitel

Im Jahr 2014 trat Marcus Hirschbiel, ein Athletiktrainer, in ihr Leben. Die beiden heirateten und bekamen einen weiteren Sohn namens Benedict. Während der älteren Kinder Anna und Wolfgang die Leidenschaft für den Skisport teilen, bleibt ihr jüngster Sohn vom Schnee verschont. Anna, die mittlerweile 19 Jahre alt ist und ihre Ausbildung zur Pflegefachkraft abgeschlossen hat, lebt selbstständig. Wolfgang, 17, ist ebenfalls auf dem Weg, seinen eigenen Weg zu finden.

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Gerg ist nicht nur eine inspirierende Mutter, sondern auch eine engagierte Persönlichkeit in der Gesellschaft. Ihre Stiftung zur Förderung freizeitpädagogischer Angebote für Kinder zeigt ihr Herz für junge Menschen. Sie ist Schirmherrin des YoungWings-Laufs, der Trauernde unterstützt. Ihre Biografie „Der Slalom meines Lebens“, die 2021 erschienen ist, gibt einen tiefen Einblick in ihre Erlebnisse und Herausforderungen. Gerg ist eine Frau, die nicht nur auf der Piste, sondern auch im Leben stets nach den Sternen greift.

So lebt sie heute in Schönau, wo die Natur sie umgibt und die Erinnerungen an ihre sportlichen Erfolge Teil ihres Lebens sind. Die „Wilde Hilde“, wie sie liebevoll genannt wird, hat sich zu einer starken Stimme für Veränderung und Gesundheit entwickelt und bleibt für viele ein Vorbild.