Zukunft des Wintersports am Jenner: Rückkehr der Skispuren und neue Angebote für Rodeln und Skitouren
In Schönau am Königssee, wo die Berge die Wolken küssen und die Luft frischer kaum sein könnte, gibt es Neuigkeiten, die die Wintersportler unter uns aufhorchen lassen. Die Berchtesgadener Bergbahn AG (BBAG) plant, die Jennerwiese im kommenden Winter mit etwas Glück und entsprechendem Wetter wieder zum Leben zu erwecken. Vorstand Thomas Mühlthaler hat im Gemeinderat von der Idee erzählt, ein oder zwei Spuren für die Beschneiung vorzubereiten. Es ist schon eine Weile her, dass hier die Skier über die Pisten zischten – zwei Winter sind seit dem Ende des alpinen Skibetriebs vergangen. Doch jetzt, wo die Wintertage wieder näher rücken, könnte es tatsächlich eine begrenzte Rückkehr des Skifahrens am Jenner geben.
Die Gemeinde hat für die Saison 2023/24 bereits 300.000 Euro für die Beschneiung der Talabfahrt bereitgestellt. Es ist ein starker Kontrast zu den Zeiten, als die Sesselbahn noch in Betrieb war – die wurde mittlerweile verkauft und abgebaut. Aber keine Sorge, die Wintersportfans müssen nicht ganz auf die Abfahrten verzichten. Für die, die es rasanter mögen, gibt es eine Rodelbahn an der Bergstation, Schneeschuhtrails und Winterwanderwege, die nur darauf warten, erkundet zu werden. Im letzten Winter kamen übrigens 19 Prozent mehr Gäste als in den Jahren zuvor – ein Zeichen, dass die Menschen die winterliche Idylle lieben.
Eine neue Ausrichtung für die Zukunft
Doch die Realität sieht auch anders aus. Die Nachfrage nach alpinem Skifahren geht weiter zurück. Bis zum 24. Januar 2024 wurden gerade mal 700 Wintersport-Tagestickets verkauft. Und was macht die BBAG daraus? Sie denkt um. Für die Wintersaison 2024/25 steht eine Neuausrichtung an, die den Fokus auf Skitourengeher legt. Es wird markierte Skirouten geben, und der Jennerwiesenhang soll bei Bedarf beschneit werden. Das klingt doch nach einem Plan, um auch in Zukunft den Wintersport zu fördern, ohne sich auf den klassischen alpinen Skibetrieb zu versteifen.
Die Talabfahrt, die letzten Winter wegen eines Wärmeinbruchs und sturmbedingter Schließungen nicht immer zur Verfügung stand, soll wieder belebt werden. Und für die Rodelnarren wird das Angebot noch besser: An der Mittelstation wird eine familienfreundliche Rodelbahn auf der ehemaligen blauen Piste gebaut. Perfekt für die kleinen Racker, die den Schnee erobern wollen! Währenddessen bleibt der Krautkaserhang für die Öffentlichkeit gesperrt – dort wird seit mehr als 50 Jahren der DSV-Nachwuchs trainiert.
Herausforderungen und Veränderungen
Doch die BBAG hat auch mit finanziellen Herausforderungen zu kämpfen. Im Geschäftsjahr 2024/25 wird ein Fehlbetrag von knapp 3,5 Millionen Euro erwartet, hauptsächlich wegen des Verkaufs der Jennerwiesenbahn unter Buchwert. Die Schuldenlast ist nicht zu unterschätzen, zum 31. Oktober 2025 stehen rund 21 Millionen Euro Bankschulden und 28 Millionen Euro Gesellschafterdarlehen in der Bilanz. Die Gesellschafterdarlehen werden nicht getilgt und steigen durch aufgelaufene Zinsen weiter – das klingt fast nach einem Teufelskreis.
Die Diskussion um den Nationalpark macht die Sache nicht einfacher. Ein möglicher barrierefreier Weg könnte zur Klage des Bundes Naturschutz führen. Mühlthaler ist hier skeptisch und sieht die Gefahr einer rechtlichen Auseinandersetzung. Und während die Diskussionen weitergehen, ist der Winter schon fast da. Der Jenner soll weiterhin als Wintersportberg dienen, mit einem klaren Fokus auf Skitouren, Rodeln und Winterwandern. Kommt es also bald zum großen Wiedersehen mit den Skiern? Wir werden sehen.
