Bremer Entwässerungsgebühren: Senkung der Schmutzwassergebühr und neue Regelungen ab 2027
Heute, am 4. November 2026, in Seehausen, blicken die Bremer Bürger bereits gespannt auf die bevorstehenden Änderungen bei den Entwässerungsgebühren. Ab dem 1. Januar 2027 wird es in Bremen eine Neufestsetzung der Gebühren geben, und die Vorbereitungen dafür sind in vollem Gange. Grundlage der Neuberechnung ist eine Vorlage für die Deputation für Umwelt, die bereits jetzt viel Gesprächsstoff bietet. Der Grund für die Neuregelung? Der aktuelle Kalkulationszeitraum läuft am 31. Dezember 2026 aus, und damit müssen auch die künftigen Gebühren neu bestimmt werden.
Was erwartet uns konkret? Die Schmutzwassergebühr, die für Grundstücke mit Anschluss an das öffentliche Kanalnetz gilt und nach dem Frischwasserverbrauch berechnet wird, soll von 2,93 auf 2,86 Euro je Kubikmeter sinken. Das entspricht einem Rückgang von 2,4 Prozent und bringt vielleicht ein wenig Erleichterung für die Bremer Haushalte. Die Niederschlagswassergebühr bleibt hingegen unverändert bei 0,83 Euro je Quadratmeter versiegelter Fläche. Ab 2024 werden die Gebühren für Schmutz- und Niederschlagswasser getrennt berechnet – das könnte für mehr Klarheit sorgen, auch wenn es nicht für alle Grundstücke gilt.
Ein Blick auf die Kostenstruktur
Ein entscheidender Kostenfaktor ist das Entgelt, das die Stadt für die Abwasserentsorgung an Hansewasser zahlen muss. Dieses Entgelt wird maßgeblich von den Energiepreisen beeinflusst. Schätzungen des Umweltressorts deuten auf eine Energiepreissteigerung von etwa 9,5 Prozent für die Jahre 2027 und 2028 hin. Trotz dieser steigenden Kosten wird jedoch erwartet, dass die Gebührenbelastung für Schmutz- und Niederschlagswasser stabil bleibt. Ein Grund dafür ist ein voraussichtlicher Überschuss von 19,73 Millionen Euro zum Ende des aktuellen Gebührenzeitraums. Geringere Kostensteigerungen, höhere Abwassermengen und zusätzliche Einnahmen bei der Niederschlagswassergebühr haben dazu beigetragen.
Eine spannende Neuerung ist die großflächige Erfassung von versiegelten und abflusswirksamen Grundstücksflächen, die seit April 2024 in Bremen durchgeführt wird. Diese Erfassung betrifft alle Grundstücke, nicht nur die großen mit über 1.000 Quadratmetern. Dadurch erwartet die Stadt zusätzliche Einnahmen von rund 5,2 Millionen Euro für den Zeitraum 2024 bis 2026. Ein echter Lichtblick für die Stadtkasse!
Die Gebühren für Schmutzwassersammelgruben
Doch nicht alles bleibt gleich. Die Gebühr für Schmutzwassersammelgruben, wie sie etwa in Kleingartenanlagen zu finden sind, wird steigen. Sie soll von 15,65 auf 17,51 Euro je Kubikmeter angehoben werden – eine Erhöhung um 11,9 Prozent. Das Umweltressort begründet diese Erhöhung mit dem schrittweisen Abbau einer jahrzehntelangen Subvention aus dem allgemeinen Gebührenhaushalt. In anderen Städten sind die Gebühren für solche Sammelgruben oft deutlich höher, aber das tröstet sicherlich niemanden, der jetzt tiefer in die Tasche greifen muss.
Ein weiteres interessantes Detail ist die gesplittete Abwassergebühr, die in Deutschland nach dem Prinzip der Abgabengerechtigkeit funktioniert. Früher waren die Entwässerungskosten pauschal an den Frischwasserverbrauch gekoppelt, was zu Ungerechtigkeiten führte. Jetzt wird zwischen Schmutzwassergebühr und Niederschlagswassergebühr unterschieden. Stark versiegelte Grundstücke leiten mehr Regenwasser in die Kanalisation und verursachen entsprechend höhere Kapazitätskosten. Das macht die Niederschlagswassergebühr umso wichtiger, denn sie richtet sich nach der Größe der versiegelten Flächen.
Tipps zur Gebührenreduzierung
Für Grundstückseigentümer gibt es jedoch Möglichkeiten, Gebühren zu reduzieren. Wenn Regenwasser vollständig auf dem Grundstück versickert, entfällt die Gebühr für diese Flächen. Auch Regenwasserzisternen zur Gartenbewässerung oder für Toilettenspülungen können helfen, die Kosten zu drücken. Wer clever plant und handelt, kann hier also durchaus etwas sparen.
Es bleibt spannend, wie sich die neuen Gebühren auf die Bremer Haushalte auswirken werden. Bis zur endgültigen Umsetzung sind noch einige Monate Zeit, in denen sich die Bürger auf die anstehenden Veränderungen vorbereiten können. Vielleicht gibt es ja noch die ein oder andere Überraschung, die uns das Umweltressort bis dahin beschert!
